Mittwoch, Oktober 28, 2009
Saison schon beendet?
Hi @ all,
seit meinem Boddentrip lief es angeltechnisch mehr wie bescheiden. Von 5 Angeltagen blieb ich volle 4 Tage Schneider, am anderen Tag konnte ich lediglich einen Hechtschniepel landen und ein ca. 75er stieg mir vor den Füssen aus.
Jetzt scheint es so, als sollte der heisse Raubfischherbst/-Winter für mich schon zu Ende sein, bevor er richtig begonnen hat.
Ein vermutlicher Innenmeniskusschaden bremst mich durch höllische Schmerzen und ein dickes Knie total aus, ich musste mich schon krankschreiben lassen.
Hoffentlich bekomme ich schnell einen OP-Termin, so dass ich wenigstens am Jahresende oder im Januar (wenn nicht wieder alles zugefroren ist) noch ein wenig Angeln kann.
Bis dahin verbleibe ich mit lieben Grüssen,
euer Lahni
seit meinem Boddentrip lief es angeltechnisch mehr wie bescheiden. Von 5 Angeltagen blieb ich volle 4 Tage Schneider, am anderen Tag konnte ich lediglich einen Hechtschniepel landen und ein ca. 75er stieg mir vor den Füssen aus.
Jetzt scheint es so, als sollte der heisse Raubfischherbst/-Winter für mich schon zu Ende sein, bevor er richtig begonnen hat.
Ein vermutlicher Innenmeniskusschaden bremst mich durch höllische Schmerzen und ein dickes Knie total aus, ich musste mich schon krankschreiben lassen.
Hoffentlich bekomme ich schnell einen OP-Termin, so dass ich wenigstens am Jahresende oder im Januar (wenn nicht wieder alles zugefroren ist) noch ein wenig Angeln kann.
Bis dahin verbleibe ich mit lieben Grüssen,
euer Lahni
Dienstag, Oktober 13, 2009
Lahni rockt die Bodden
Hi @ all,
nach einer ereignisreichen Woche (bin ja Opa geworden) startete ich Mittwoch Abend zu meiner langersehnten 1. Boddentour nach Kinnbackenhagen in der Nähe von Barhöft am Kubitzer Bodden.
Zuerst schnell nach Witten gefahren, dort meinen Mitstreiter Frank eingesammelt und dann waren es nur noch gute 600 Kilometer, die uns von den erhofften Meterhechten trennten.
Gebucht hatten wir die 4 Tage Guiding inkl. Ferienwohnung beiwww.Bodden-fishing.de von Jörg Schütt.
Da wir reichlich Zeit hatten, fuhren wir recht gemütlich und waren trotzdem schon gegen 6.00 Uhr vor Ort.
Wir hatten gerade beschlossen, noch ein Stündchen im Auto zu schlafen, als es ans Autofenster klopfte. Jörg hatte uns vorfahren hören, begrüßte uns und schloss uns die Ferienwohnung auf, damit wir uns dort, deutlich bequemer als im Auto, noch etwas ausruhen konnten, Startschuss sollte um 8.00 Uhr sein.
Wirklich einschlafen konnte ich trotz der durchfahrenen Nacht nicht, aber ein wenig dösen in Vorfreude auf das, was da hoffentlich kommen sollte, war schon hilfreich.
Pünktlich standen wir im Hof und los ging das Zusammenpacken diverser Ruten und Köderboxen. Wir hätten mit unseren Sachen wohl einen kleineren Raubfischangelladen locker erstausstatten können.
Jörgs Boot liegt, wie die Ferienwohnungen auch, direkt an seinem Haus am Wasser, hier ein Blick vom Balkon unserer Wohnung:

Also alles schnell auf das Boot geschleppt, und ab ging es aufs Wasser.

Jörg erzählte uns während der Fahrt von den teils recht guten Fängen der letzten Wochen, erwähnte aber auch gleich, das der Erfolg doch recht wetterabhängig ist und es war für den Nachmittag und Abend schon Sturm angesagt.
Egal, wir waren geil auf Fisch und ruckzuck war der erste Spot angefahren. Es handelte sich hierbei um eine Kante, die steil von 4 auf 7 Meter abfiel und Dank Echolot und Kartenplotter punktgenau angefahren wurde. Schnell war der Anker abgelassen und die Kante lag perfekt in Wurfweite.
Zum Einsatz kamen zunächst 15er Gummifische am 30-Gramm-Jig und diese flogen alsbald in die fängige Zone.
Es sollte nur wenige Würfe dauern, bis uns Jörg eindrucksvoll demonstrierte, was uns hier erwarten könnte:
Jörgs Gufi trudelte die Kante herunter, als er einen wuchtigen Anhieb setzte und mit zum Halbkreis gebogener Rute neben mir stand. Er war sich erst selbst nicht sicher, ob er nicht einen Hänger hätte, aber nach kurzem Zweifeln setzte sich dieser langsam aber sicher in Bewegung.
Jörg rief sofort Großfisch und wir holten inm Eiltempo unsere Köder ein und beobachteten gespannt den Drill, der sich nun entwickelte.
Es dauerte lange bange Minuten, in denen Jörg den Fisch Meter auf Meter heranpumpen konnte und er versicherte uns, das muß ein 20-Kilo-Fisch sein, so einen starken Widerstand hätte selbst er hier noch nicht erlebt. Irgendwann schließlich kam etwa 10 Meter vor dem Boot ein riesiger Schatten an die Oberfläche, doch seltsamer Weise sah das eher aus wie ein Hammerhai.
Schließlich erkannten wir, was Jörg da an die Oberfläche pumpte...
Ein gigantischer Hecht ü130, der einen größeren Zander quer im Maul hatte. Der Haken saß nicht etwa im Hecht, sondern im Schwanz des Zanders und just in dem Moment, als der Hecht an die Oberfläche kam und uns erblickte, öffnete er das Maul, ließ den Zander los und verschwand mit einem riesen Schwall in den dunklen Tiefen.
Ein Vermessen des dann problemlos gelandeten Zanders ergab 65 cm, die Bißwunden waren sagenhafte 19 cm breit!
Jörg war zunächst echt fertig und konnte es nicht fassen, wäre dieser Hecht doch sein absoluter Rekordfisch gewesen. Wir rekapitulierten kurz und kamen dann zu dem Ergebnis, das der Hecht den Zander bereits gepackt haben mußte, als Jörgs Haken im Absinken den Zander am Schwanz erwischte. Der Hecht war einfach nicht bereit, die bereits sicher geglaubte Beute loszulassen und hatte diese während der gesamten Zeit eisern festgehalten. Erst unser Ablick zeigte ihm dann wohl, dass hier doch etwas nicht mit rechten Dingen zugeht...
Später tröstete sich Jörg dann damit, das der Hecht eh nicht regulär gehakt und somit auch kein regulärer Fang gewesen wäre. Ich bin mir aber sicher, er bleibt ihm auf den Fersen und irgendwann kriegt er ihn!
Der Spot brachte dann keine weiteren Kontakte und wir fuhren flacheres Wasser an, wo wir bei noch sehr moderatem Wind den restlichen Angeltag verbringen sollten.
Hier fing Jörg dann recht schnell einen Hecht und Zander, was unsere Anspannung weiter steigerte. Gegen 10 Uhr, wir hatten gerade das Boot etwas verlegt gehabt, hatte dann Frank seinen ersten Biß und nach einem heftigem Drill landete sein erster Hecht im Boot.
Unglaublich, aber es war gleich ein prächtiger Schnapszahlmeterhecht von 111 cm, also die Metergrenze locker geknackt, digges Petri...

Es sollte noch ungefähr 2 Stunden dauern, bis auch ich mich endlich entschneidern konnte, plötzlich ging es Schlag auf Schlag. Auf Saltshaker in Mahimahi erhielt ich einen heftigen Biß und kurz darauf konnte ich meinen allerersten Boddenhecht in die Kamera halten, mit 82 cm gar kein schlechter Anfang und echt wunderbar gezeichnet:

Nur kurze Zeit später gleich der nächste Biß direkt am Boot, Übeltäter war dieser Zanderschniepel, der sich den MahiMahi komplett einverleibt hatte...

Hochkonzentriert ging es weiter und nicht einmal 10 Minuten später gab es einen schweren Einschlag in meine Powermesh.
Der Fisch zog ruhig am Grund daher und ich merkte gleich, das ist ein Guter. Als der Fisch das erste Mal am Boot an die Oberfläche kam, war sofort klar, auch mein erster Boddenmeter ist zum Greifen nahe, doch der Fisch gab noch einmal alles und forderte Angler und Gerät. Schließlich konnte Jörg ihn aber sicher keschern, meinen Urschrei konnte man sicherlich bis Rügen hören *g*
Der Fisch wurde schnell vermessen, das Maßband zeigte 109 cm und damit gleichzeitiger neuer PB


Man was war ich happy, erster Tag überhaupt auf den Bodden, gleich einen Meterhecht gefangen und neuen PB aufgestellt. Selbstverständlich ist das auch hier nicht und es bewahrheitet sich wieder einmal der alte Spruch: Das Glück ist ein Rindvieh und sucht sich seinesgleichen ;)
Nur wenige Würfe später gab es dann als Zugabe noch einen weiteren Zander...

...und damit den 4. Fisch innerhalb von einer knappen halben Stunde für mich. Da hatte der MahiMahi seinem Beinamen als Fangsau mal wieder alle Ehre gemacht.
Der Wind nahm nun ständig und beständig zu, es wurde immer ungemütlicher und ruppiger auf dem Wasser, auch die Fische wollten nicht mehr recht mitspielen.
Gegen 15.30 Uhr brachen wir dann das Angeln ab und fuhren zurück. Schnell einen Supermarkt angefahren, etwas eingekauft, in einem Restaurant etwas gegessen und schon gegen 19.00 Uhr fiel ich totmüde ins Bett.
Der nächste Morgen, übrigens mein Geburtstag, begrüßte uns mit einem starken Sturm, der aber bald abflauen sollte. Gegen 11.00 Uhr liefen wir schließlich aus und fuhren erst einmal wieder die vom Vortag bereits bekannte Kante an.
Nach ca. einer Stunde, Frank hatte bereits gepunktet, kassierte ich einen knallharten Fehlbiss auf einen 15er Kopyto in der Farbe Motoroilglitter.
Mein 9 Kilo-7Strand sah danach aus wie ein Korkenzieher und Jörg mahnte mich an, Vorfachmäßig aufzurüsten. Große Boddenhechte seinen äußerst kampfstark und 20 Kilo Tragkraft wären für die Muttis schon nötig.
Also umgerüstet auf ein 40-LBs Titanvorfach und weiter die Kante angeworfen. Kurz darauf dann der nächste Biss, dessen Verursacher dieser feine 87er Hecht war...

Der Wind ließ nun stetig nach und wir fuhren wieder flacheres Wasser an. Diese Fläche läßt sich laut Jörg nur bei wenig Wind gut beangeln und hatte uns doch gestern schon 2 schöne Meterfische gebracht, also ging es hochmotiviert ans Werk. Dieses Mal kamen nicht nur Gummis, sondern auch Wobbler und co. zum Einsatz.
Es sollte nach dem 87er jedoch geschlagene 4 Stunden dauern, bis ich auf einen 15 cm Fox-Gufi im Barschdesign wieder Fischkontakt erhalten sollte. Nach wiederum heftigem Einschlag in einer Absinkphase nach dem Anjiggen (fast alle Bisse kamen wirklich knallhart) und hartem Drill konnte Jörg meinen Geburtstagsmeterhecht keschern.
Zwar kein neuer PB, aber immerhin 103 cm und damit 3 cm über meinem alten Lahn-PB liegend, war das ein echter Grund zur Freude...


Nun schienen sich die Ereignisse vom Vortag zu wiederholen, ich bekam in schneller Folge mehrere Bisse. Zunächst stieg ein mittlerer Hecht ein, der sich aber im Drill verabschiedete. Dann gab es 2 Fehlbisse und kurz darauf kam wieder ein Zander an Board.

Der Wind war mittlerweile komplett eingeschlafen und der Bodden lag vor uns wie ein Brett, dazu schien die Sonne, eine echte Traumkulisse also.
Über uns zogen Schaaren von Kranichen in Vormation durch die Lüfte, ein echt schöner Anblick...

Ich wechselte auf einen 22er Fox-Shad in Farbe Glitterbug. Bei dem ziemlich klaren Wasser und der immer noch scheinenden Sonne schien mir der doch eher dunkle Köder mit seinem reflektierenden Mittelstreifen der passende Köder zu sein.
Schnell war der Köder mit einem System aus 2 2/0er Drillingen am 12,7 Kilo tragenden 7Strand montiert und klatschte aufs Wasser. Es sollte nur wenige Würfe dauern, als ich einen Hammerbiss bekam, bei dem die Powermesh nach dem Anschlag zum Halbkreis gebogen stand. Nach 2-3 Sekunden Stillstand ging ein mächtig heißer Tanz los, Jörg verkündete sofort, nach einem Blick auf meine Rute, Großhechtalarm.
Der Hecht schlug so heftig am Grund, dass es mir die Rute mehrfach fast bis auf das Wasser herunter riss. So etwas hatte ich bislang von einem Hecht noch nicht erlebt, aber Waller gibt es hier nun einmal nicht. Der Hecht zog nun bedächtig am Grund entlang und ich konnte ihn langsam aber sicher in Richtung Boot pumpen. Nach ca. 5 Minuten kam er etwa 10 bis 15 Meter seitlich vom Boot an die Oberfläche. Jörg beruhigte mich, der sitzt gut, er schätze die Dame auf mindestens 115 plus, eher aber auf 120 plus x.
Da geschah es plötzlich, dass der Hecht an der Oberfläche das Maul aufriss und seinen mächtigen Schädel immer und immer wieder hin und her schmiss. Urplötzlich wurde die Schnur schlaff und mit einem riesen Schwall tauchte die große Dame wieder ab. Ich kurbelte den Köder fassungslos ein und sah dann die Bescherung: Das Stingervorfach war in der Mitte durchgerissen bzw. wie durchgeschniiten.
Ich hätte echt heulen können. Jörg hatte mich schließlich vorgewarnt, dass 20 Kilo-Vofächer Pflicht sind und tröstete mich, so gut es ging, da half alles Jammern nicht weiter.
Nach weiterem Umsetzen konnte Jörg dann auf Wobbler einen wunderbar gezeichneten 92er auf Wobbler fangen und die Sonne ging unaufhaltsam unter.

Ich rüstete für die letzten Würfe noch einmal auf Mahimahi um und bekam wirklich mit quasi dem letzten Wurf noch einen Biß. Als kleine Entschädigung für den Verlust der Oma und als abschließendes Geburtstagsgeschenk durfte ich diesen 98er Prachthecht im letzten Abendrot in die Kamera halten, ein wirklich endgeiles Bild wie ich finde...

So war auch der 2. Tag schnell zu Ende und wurde mit einem guten Essen und ein paar Bierchen abgerundet. Ein wenig wehmütig dachte ich aber schon noch an den Verlust der Hechtoma zurück.
Für die Nacht war ein Wetterwechsel hervorgesagt und der kam auch wirklich mit Macht. Der Wind drehte und kam eiskalt mit Stärken zwischen 5 und 6 aus Richtung Ost.
Wir hatten für die nächsten 2 Tage Andreas, den Neffen von Jörg, mit seinem neuen Boot als Guide, aber der 3. Tag ist schnell erzählt.
Andreas gab sich wirklich alle Mühe, aber bei dem Wind hatte es den Hechten komplett den Hunger verschlagen. Wir kämpften mit hohen Wellen, Böen bis Windstärke 7, starker Strömung, die weder den Anker halten ließ, geschweige denn mit 30-Gramm-Jigs Grundkontakt halten und fuhren schließlich gegen 16.30 fast als Schneider zurück in den Hafen nach Barhöft. Lediglich Andreas hatte 2 kleinere Hechte fangen können, ich hatte den ganzen Tag nicht mal einen Anfasser und Frank nur einen spektakulären Fehlbiss kurz vor dem Boot, bei dem ihm der Hecht die Hauptschnur mit kappte.
Am nächsten Tag war der Wind aber wieder eingeschlafen und bei fast gänzlicher Windstille ging es den letzten Angeltag hinauf aufs Wasser.


Wir hofften inständig, das es den Hechten nicht das Maul vernagelt hatte und klopften verschiedene Spots gewissenhaft ab.
Stefan, der heute als 3. Angler mit auf dem Boot war, konnte schließlich nach ca. 1,5 Stunden auf einen großen Blinker einen Hecht Anfang 70 fangen, was uns dann doch etwas Mut machte.
Gegen 12.00 Uhr, wir hatten wieder vor der schon genannten Kante geankert, pflückte sich endlich dieser 94er Hecht meinen, eben diese Kante herunter trudelnden MahiMahi.

An einer etwa 3 Meter tiefen Stelle vor einer Schilfwand wollte ich dann mal einen neuen sinkenden Zam-Wobbler mit blauem Rücken und verchromtem Bauch testen. Der erste Wurf, ich twitchte den Wobbler ans Boot heran, schoss plötzlich wie aus heiterem Hímmel dieser extrem gelb gefärbte Hecht auf den Zam und konnte nach Drill an kurzer Schnur schnell gelandet werden. Einen Hecht mit solcher Gelbfärbung hatte ich noch nie zuvor gesehen, ob das damit zusammen hängt, das der Fisch, wie auf dem Bild zu sehen, auf einem Auge blínd war?

Etwas später befischten wir dann eine tiefe Rinne und als Köder entschied ich mich für einen Saltshaker in der Farbe BlackIce, die der Farbe des Zam doch ziemlich nahe kam. Am 30-Gramm-Jig flog der Köder weit hinaus und nach wenigen Würfen bekam ich tatsächlich einen kräftigen Biss auf den Gummi, den ich aber leider nicht verwerten konnte.
Frank erwischte kurz darauf auf einen ähnlich farbenen Kopyto einen ca. 80er. Die Hechte wurden anscheinend aktiv und auch die fängigen Farben standen nun fest. Nach dem nächsten Umsetzen des Bootes erhielt ich den nächsten Biss auf volle Distanz, Verursacher war ein etwa 80er Hecht, der sich aber direkt an der Boardwand des Hakens entledigte.
Zu guter Letzt fing ich nach einem weiteren Stellenwechsel noch diesen 80er auf den BlackIce und dann hieß es auch schon Abschied nehmen von den Bodden.

Hinter uns lagen 4 geile Angeltage mit vielen Höhen, aber auch einigen Tiefen. Es hat einen riesen Spass gemacht und sowohl Jörg als auch Andreas haben wirklich alles gegeben, uns an den Fisch zu bringen. Fangen und drillen muss man ihn aber ganz alleine, jeder Fisch will hart erarbeitet sein und Fehler werden sofort gnadenlos bestraft.
Man muß wirklich sehr konzentriert fischen, auch wenn sich lange Zeit nichts getan hat, denn schnell hat man den vielleicht einzigen Biss des Tages oder gar den Traumfisch vergeigt. Auch kann jederzeit das Wetter umschlagen und das Angeln unmöglich machen oder den Fischen das Maul vernageln, damit muss man immer rechnen.
Vielen Dank an dieser Stelle nochmals an Jörg und Andreas, ihr könnt euch sicher sein, ich komme wieder...
Bis bald,
euer Lahni
nach einer ereignisreichen Woche (bin ja Opa geworden) startete ich Mittwoch Abend zu meiner langersehnten 1. Boddentour nach Kinnbackenhagen in der Nähe von Barhöft am Kubitzer Bodden.
Zuerst schnell nach Witten gefahren, dort meinen Mitstreiter Frank eingesammelt und dann waren es nur noch gute 600 Kilometer, die uns von den erhofften Meterhechten trennten.
Gebucht hatten wir die 4 Tage Guiding inkl. Ferienwohnung bei
Da wir reichlich Zeit hatten, fuhren wir recht gemütlich und waren trotzdem schon gegen 6.00 Uhr vor Ort.
Wir hatten gerade beschlossen, noch ein Stündchen im Auto zu schlafen, als es ans Autofenster klopfte. Jörg hatte uns vorfahren hören, begrüßte uns und schloss uns die Ferienwohnung auf, damit wir uns dort, deutlich bequemer als im Auto, noch etwas ausruhen konnten, Startschuss sollte um 8.00 Uhr sein.
Wirklich einschlafen konnte ich trotz der durchfahrenen Nacht nicht, aber ein wenig dösen in Vorfreude auf das, was da hoffentlich kommen sollte, war schon hilfreich.
Pünktlich standen wir im Hof und los ging das Zusammenpacken diverser Ruten und Köderboxen. Wir hätten mit unseren Sachen wohl einen kleineren Raubfischangelladen locker erstausstatten können.
Jörgs Boot liegt, wie die Ferienwohnungen auch, direkt an seinem Haus am Wasser, hier ein Blick vom Balkon unserer Wohnung:

Also alles schnell auf das Boot geschleppt, und ab ging es aufs Wasser.

Jörg erzählte uns während der Fahrt von den teils recht guten Fängen der letzten Wochen, erwähnte aber auch gleich, das der Erfolg doch recht wetterabhängig ist und es war für den Nachmittag und Abend schon Sturm angesagt.
Egal, wir waren geil auf Fisch und ruckzuck war der erste Spot angefahren. Es handelte sich hierbei um eine Kante, die steil von 4 auf 7 Meter abfiel und Dank Echolot und Kartenplotter punktgenau angefahren wurde. Schnell war der Anker abgelassen und die Kante lag perfekt in Wurfweite.
Zum Einsatz kamen zunächst 15er Gummifische am 30-Gramm-Jig und diese flogen alsbald in die fängige Zone.
Es sollte nur wenige Würfe dauern, bis uns Jörg eindrucksvoll demonstrierte, was uns hier erwarten könnte:
Jörgs Gufi trudelte die Kante herunter, als er einen wuchtigen Anhieb setzte und mit zum Halbkreis gebogener Rute neben mir stand. Er war sich erst selbst nicht sicher, ob er nicht einen Hänger hätte, aber nach kurzem Zweifeln setzte sich dieser langsam aber sicher in Bewegung.
Jörg rief sofort Großfisch und wir holten inm Eiltempo unsere Köder ein und beobachteten gespannt den Drill, der sich nun entwickelte.
Es dauerte lange bange Minuten, in denen Jörg den Fisch Meter auf Meter heranpumpen konnte und er versicherte uns, das muß ein 20-Kilo-Fisch sein, so einen starken Widerstand hätte selbst er hier noch nicht erlebt. Irgendwann schließlich kam etwa 10 Meter vor dem Boot ein riesiger Schatten an die Oberfläche, doch seltsamer Weise sah das eher aus wie ein Hammerhai.
Schließlich erkannten wir, was Jörg da an die Oberfläche pumpte...
Ein gigantischer Hecht ü130, der einen größeren Zander quer im Maul hatte. Der Haken saß nicht etwa im Hecht, sondern im Schwanz des Zanders und just in dem Moment, als der Hecht an die Oberfläche kam und uns erblickte, öffnete er das Maul, ließ den Zander los und verschwand mit einem riesen Schwall in den dunklen Tiefen.
Ein Vermessen des dann problemlos gelandeten Zanders ergab 65 cm, die Bißwunden waren sagenhafte 19 cm breit!
Jörg war zunächst echt fertig und konnte es nicht fassen, wäre dieser Hecht doch sein absoluter Rekordfisch gewesen. Wir rekapitulierten kurz und kamen dann zu dem Ergebnis, das der Hecht den Zander bereits gepackt haben mußte, als Jörgs Haken im Absinken den Zander am Schwanz erwischte. Der Hecht war einfach nicht bereit, die bereits sicher geglaubte Beute loszulassen und hatte diese während der gesamten Zeit eisern festgehalten. Erst unser Ablick zeigte ihm dann wohl, dass hier doch etwas nicht mit rechten Dingen zugeht...
Später tröstete sich Jörg dann damit, das der Hecht eh nicht regulär gehakt und somit auch kein regulärer Fang gewesen wäre. Ich bin mir aber sicher, er bleibt ihm auf den Fersen und irgendwann kriegt er ihn!
Der Spot brachte dann keine weiteren Kontakte und wir fuhren flacheres Wasser an, wo wir bei noch sehr moderatem Wind den restlichen Angeltag verbringen sollten.
Hier fing Jörg dann recht schnell einen Hecht und Zander, was unsere Anspannung weiter steigerte. Gegen 10 Uhr, wir hatten gerade das Boot etwas verlegt gehabt, hatte dann Frank seinen ersten Biß und nach einem heftigem Drill landete sein erster Hecht im Boot.
Unglaublich, aber es war gleich ein prächtiger Schnapszahlmeterhecht von 111 cm, also die Metergrenze locker geknackt, digges Petri...

Es sollte noch ungefähr 2 Stunden dauern, bis auch ich mich endlich entschneidern konnte, plötzlich ging es Schlag auf Schlag. Auf Saltshaker in Mahimahi erhielt ich einen heftigen Biß und kurz darauf konnte ich meinen allerersten Boddenhecht in die Kamera halten, mit 82 cm gar kein schlechter Anfang und echt wunderbar gezeichnet:

Nur kurze Zeit später gleich der nächste Biß direkt am Boot, Übeltäter war dieser Zanderschniepel, der sich den MahiMahi komplett einverleibt hatte...

Hochkonzentriert ging es weiter und nicht einmal 10 Minuten später gab es einen schweren Einschlag in meine Powermesh.
Der Fisch zog ruhig am Grund daher und ich merkte gleich, das ist ein Guter. Als der Fisch das erste Mal am Boot an die Oberfläche kam, war sofort klar, auch mein erster Boddenmeter ist zum Greifen nahe, doch der Fisch gab noch einmal alles und forderte Angler und Gerät. Schließlich konnte Jörg ihn aber sicher keschern, meinen Urschrei konnte man sicherlich bis Rügen hören *g*
Der Fisch wurde schnell vermessen, das Maßband zeigte 109 cm und damit gleichzeitiger neuer PB


Man was war ich happy, erster Tag überhaupt auf den Bodden, gleich einen Meterhecht gefangen und neuen PB aufgestellt. Selbstverständlich ist das auch hier nicht und es bewahrheitet sich wieder einmal der alte Spruch: Das Glück ist ein Rindvieh und sucht sich seinesgleichen ;)
Nur wenige Würfe später gab es dann als Zugabe noch einen weiteren Zander...

...und damit den 4. Fisch innerhalb von einer knappen halben Stunde für mich. Da hatte der MahiMahi seinem Beinamen als Fangsau mal wieder alle Ehre gemacht.
Der Wind nahm nun ständig und beständig zu, es wurde immer ungemütlicher und ruppiger auf dem Wasser, auch die Fische wollten nicht mehr recht mitspielen.
Gegen 15.30 Uhr brachen wir dann das Angeln ab und fuhren zurück. Schnell einen Supermarkt angefahren, etwas eingekauft, in einem Restaurant etwas gegessen und schon gegen 19.00 Uhr fiel ich totmüde ins Bett.
Der nächste Morgen, übrigens mein Geburtstag, begrüßte uns mit einem starken Sturm, der aber bald abflauen sollte. Gegen 11.00 Uhr liefen wir schließlich aus und fuhren erst einmal wieder die vom Vortag bereits bekannte Kante an.
Nach ca. einer Stunde, Frank hatte bereits gepunktet, kassierte ich einen knallharten Fehlbiss auf einen 15er Kopyto in der Farbe Motoroilglitter.
Mein 9 Kilo-7Strand sah danach aus wie ein Korkenzieher und Jörg mahnte mich an, Vorfachmäßig aufzurüsten. Große Boddenhechte seinen äußerst kampfstark und 20 Kilo Tragkraft wären für die Muttis schon nötig.
Also umgerüstet auf ein 40-LBs Titanvorfach und weiter die Kante angeworfen. Kurz darauf dann der nächste Biss, dessen Verursacher dieser feine 87er Hecht war...

Der Wind ließ nun stetig nach und wir fuhren wieder flacheres Wasser an. Diese Fläche läßt sich laut Jörg nur bei wenig Wind gut beangeln und hatte uns doch gestern schon 2 schöne Meterfische gebracht, also ging es hochmotiviert ans Werk. Dieses Mal kamen nicht nur Gummis, sondern auch Wobbler und co. zum Einsatz.
Es sollte nach dem 87er jedoch geschlagene 4 Stunden dauern, bis ich auf einen 15 cm Fox-Gufi im Barschdesign wieder Fischkontakt erhalten sollte. Nach wiederum heftigem Einschlag in einer Absinkphase nach dem Anjiggen (fast alle Bisse kamen wirklich knallhart) und hartem Drill konnte Jörg meinen Geburtstagsmeterhecht keschern.
Zwar kein neuer PB, aber immerhin 103 cm und damit 3 cm über meinem alten Lahn-PB liegend, war das ein echter Grund zur Freude...


Nun schienen sich die Ereignisse vom Vortag zu wiederholen, ich bekam in schneller Folge mehrere Bisse. Zunächst stieg ein mittlerer Hecht ein, der sich aber im Drill verabschiedete. Dann gab es 2 Fehlbisse und kurz darauf kam wieder ein Zander an Board.

Der Wind war mittlerweile komplett eingeschlafen und der Bodden lag vor uns wie ein Brett, dazu schien die Sonne, eine echte Traumkulisse also.
Über uns zogen Schaaren von Kranichen in Vormation durch die Lüfte, ein echt schöner Anblick...

Ich wechselte auf einen 22er Fox-Shad in Farbe Glitterbug. Bei dem ziemlich klaren Wasser und der immer noch scheinenden Sonne schien mir der doch eher dunkle Köder mit seinem reflektierenden Mittelstreifen der passende Köder zu sein.
Schnell war der Köder mit einem System aus 2 2/0er Drillingen am 12,7 Kilo tragenden 7Strand montiert und klatschte aufs Wasser. Es sollte nur wenige Würfe dauern, als ich einen Hammerbiss bekam, bei dem die Powermesh nach dem Anschlag zum Halbkreis gebogen stand. Nach 2-3 Sekunden Stillstand ging ein mächtig heißer Tanz los, Jörg verkündete sofort, nach einem Blick auf meine Rute, Großhechtalarm.
Der Hecht schlug so heftig am Grund, dass es mir die Rute mehrfach fast bis auf das Wasser herunter riss. So etwas hatte ich bislang von einem Hecht noch nicht erlebt, aber Waller gibt es hier nun einmal nicht. Der Hecht zog nun bedächtig am Grund entlang und ich konnte ihn langsam aber sicher in Richtung Boot pumpen. Nach ca. 5 Minuten kam er etwa 10 bis 15 Meter seitlich vom Boot an die Oberfläche. Jörg beruhigte mich, der sitzt gut, er schätze die Dame auf mindestens 115 plus, eher aber auf 120 plus x.
Da geschah es plötzlich, dass der Hecht an der Oberfläche das Maul aufriss und seinen mächtigen Schädel immer und immer wieder hin und her schmiss. Urplötzlich wurde die Schnur schlaff und mit einem riesen Schwall tauchte die große Dame wieder ab. Ich kurbelte den Köder fassungslos ein und sah dann die Bescherung: Das Stingervorfach war in der Mitte durchgerissen bzw. wie durchgeschniiten.
Ich hätte echt heulen können. Jörg hatte mich schließlich vorgewarnt, dass 20 Kilo-Vofächer Pflicht sind und tröstete mich, so gut es ging, da half alles Jammern nicht weiter.
Nach weiterem Umsetzen konnte Jörg dann auf Wobbler einen wunderbar gezeichneten 92er auf Wobbler fangen und die Sonne ging unaufhaltsam unter.

Ich rüstete für die letzten Würfe noch einmal auf Mahimahi um und bekam wirklich mit quasi dem letzten Wurf noch einen Biß. Als kleine Entschädigung für den Verlust der Oma und als abschließendes Geburtstagsgeschenk durfte ich diesen 98er Prachthecht im letzten Abendrot in die Kamera halten, ein wirklich endgeiles Bild wie ich finde...

So war auch der 2. Tag schnell zu Ende und wurde mit einem guten Essen und ein paar Bierchen abgerundet. Ein wenig wehmütig dachte ich aber schon noch an den Verlust der Hechtoma zurück.
Für die Nacht war ein Wetterwechsel hervorgesagt und der kam auch wirklich mit Macht. Der Wind drehte und kam eiskalt mit Stärken zwischen 5 und 6 aus Richtung Ost.
Wir hatten für die nächsten 2 Tage Andreas, den Neffen von Jörg, mit seinem neuen Boot als Guide, aber der 3. Tag ist schnell erzählt.
Andreas gab sich wirklich alle Mühe, aber bei dem Wind hatte es den Hechten komplett den Hunger verschlagen. Wir kämpften mit hohen Wellen, Böen bis Windstärke 7, starker Strömung, die weder den Anker halten ließ, geschweige denn mit 30-Gramm-Jigs Grundkontakt halten und fuhren schließlich gegen 16.30 fast als Schneider zurück in den Hafen nach Barhöft. Lediglich Andreas hatte 2 kleinere Hechte fangen können, ich hatte den ganzen Tag nicht mal einen Anfasser und Frank nur einen spektakulären Fehlbiss kurz vor dem Boot, bei dem ihm der Hecht die Hauptschnur mit kappte.
Am nächsten Tag war der Wind aber wieder eingeschlafen und bei fast gänzlicher Windstille ging es den letzten Angeltag hinauf aufs Wasser.


Wir hofften inständig, das es den Hechten nicht das Maul vernagelt hatte und klopften verschiedene Spots gewissenhaft ab.
Stefan, der heute als 3. Angler mit auf dem Boot war, konnte schließlich nach ca. 1,5 Stunden auf einen großen Blinker einen Hecht Anfang 70 fangen, was uns dann doch etwas Mut machte.
Gegen 12.00 Uhr, wir hatten wieder vor der schon genannten Kante geankert, pflückte sich endlich dieser 94er Hecht meinen, eben diese Kante herunter trudelnden MahiMahi.

An einer etwa 3 Meter tiefen Stelle vor einer Schilfwand wollte ich dann mal einen neuen sinkenden Zam-Wobbler mit blauem Rücken und verchromtem Bauch testen. Der erste Wurf, ich twitchte den Wobbler ans Boot heran, schoss plötzlich wie aus heiterem Hímmel dieser extrem gelb gefärbte Hecht auf den Zam und konnte nach Drill an kurzer Schnur schnell gelandet werden. Einen Hecht mit solcher Gelbfärbung hatte ich noch nie zuvor gesehen, ob das damit zusammen hängt, das der Fisch, wie auf dem Bild zu sehen, auf einem Auge blínd war?

Etwas später befischten wir dann eine tiefe Rinne und als Köder entschied ich mich für einen Saltshaker in der Farbe BlackIce, die der Farbe des Zam doch ziemlich nahe kam. Am 30-Gramm-Jig flog der Köder weit hinaus und nach wenigen Würfen bekam ich tatsächlich einen kräftigen Biss auf den Gummi, den ich aber leider nicht verwerten konnte.
Frank erwischte kurz darauf auf einen ähnlich farbenen Kopyto einen ca. 80er. Die Hechte wurden anscheinend aktiv und auch die fängigen Farben standen nun fest. Nach dem nächsten Umsetzen des Bootes erhielt ich den nächsten Biss auf volle Distanz, Verursacher war ein etwa 80er Hecht, der sich aber direkt an der Boardwand des Hakens entledigte.
Zu guter Letzt fing ich nach einem weiteren Stellenwechsel noch diesen 80er auf den BlackIce und dann hieß es auch schon Abschied nehmen von den Bodden.

Hinter uns lagen 4 geile Angeltage mit vielen Höhen, aber auch einigen Tiefen. Es hat einen riesen Spass gemacht und sowohl Jörg als auch Andreas haben wirklich alles gegeben, uns an den Fisch zu bringen. Fangen und drillen muss man ihn aber ganz alleine, jeder Fisch will hart erarbeitet sein und Fehler werden sofort gnadenlos bestraft.
Man muß wirklich sehr konzentriert fischen, auch wenn sich lange Zeit nichts getan hat, denn schnell hat man den vielleicht einzigen Biss des Tages oder gar den Traumfisch vergeigt. Auch kann jederzeit das Wetter umschlagen und das Angeln unmöglich machen oder den Fischen das Maul vernageln, damit muss man immer rechnen.
Vielen Dank an dieser Stelle nochmals an Jörg und Andreas, ihr könnt euch sicher sein, ich komme wieder...
Bis bald,
euer Lahni
Dienstag, Oktober 06, 2009
52 cm, 4010 Gramm
...das sind nicht die Maße eines Traumbarsches, sondern die meiner ersten Enkeltochter Leoni, die heute um 11.35 Uhr das Licht der Welt erblickt hat :)
Mutter und Tochter sind wohlauf, hier die ersten Fangbilder...;)


Jetzt bin ich echt happy und werde die kleine Süsse gebührend mit einem oder 2 Gläschen begießen und kann dann morgen Abend beruhigt in Richtung Bodden starten.
Liebe Grüße,
euer Lahni
Mutter und Tochter sind wohlauf, hier die ersten Fangbilder...;)


Jetzt bin ich echt happy und werde die kleine Süsse gebührend mit einem oder 2 Gläschen begießen und kann dann morgen Abend beruhigt in Richtung Bodden starten.
Liebe Grüße,
euer Lahni
Freitag, Oktober 02, 2009
Fast neuer Hecht-PB beim Ködertest
Hi @ all,
das hätte gestern ein geiler Tag werden können...
Hatte spontan mal einen der großen 26er Behrhechte mit meinem Doppeldrillingsystem für 23er Schlappen, also 2/0er Drillinge montiert und beschloss, mal schnell für ein Stündchen ans Wasser zu gehen um zu sehen, wie die Teile laufen.
Irgendwie sahen die Drillinge recht klein auf dem Teil aus, sollte ja aber nur ein Test sein. Aufgezogen hatte ich den Hecht auf einen abgekniffenen 14 Gramm Jighaken.
Die Powermesh war beim Werfen etwas über ihrem Idealgewicht, aber mit weichem durchgehenden Schwung flog das Teil bis ans andere Ufer.
So machte ich ein paar Würfe alle paar Meter und schaute, wie sich der Hecht am besten führen läßt. Der Lauf gefiel mir unheimlich gut und ich machte wieder einen weiten Wurf bis vors andere Ufer genau in eine Lücke zwischen 2 ins Wasser hängenden Büschen, als es auf einmal einen derben Schlag kurz nach dem Anleiern gab. Der Anschlag saß leider nicht und ich twitchte den Hecht langsam weiter. Etw nach 5 Metern kam die nächste Attacke direkt an der Oberfläche und ich konnte einen mächtigen Hecht ausmachen.
Leider ging auch dieser Anschlag daneben. 2 Würfe später rappelt es plötzlich wieder, dieses Mal in der Flussmitte. Der Anhieb saß scheinbar und die fast komplett geschlossene Bremse der Slammer gab munter ein paar Meter Schnur frei, bis diese plötzlich erschlaffte.
Die nachfolgenden Flüche sind definitiv nicht druckreif...
Ich kurbelte dann ein und schaute mir den Köder an, doch seht selbst...



Ich schätze den Hecht mal locker und vorsichtig auf 1.10 Meter und könnte mich wirklich in den Hintern beißen...
Da ich den Behr-Hecht auch noch kurz darauf durch eine Perücke im Wurf verlor, fische ich noch eine Zeitlang einen 25 cm - Swimmbait von Prologic. Nachdem ich an anderer Stelle kurz hintereinander darauf auch noch 2 Fehlbisse kassierte, beendete ich den Angeltag doch leicht frustriert.
Ich weiß jetzt aber, wo die Mutti wohnt und spätestens nach meiner Boddentour kriegt sie wieder Besuch von mir...
Gruß, euer Lahni
das hätte gestern ein geiler Tag werden können...
Hatte spontan mal einen der großen 26er Behrhechte mit meinem Doppeldrillingsystem für 23er Schlappen, also 2/0er Drillinge montiert und beschloss, mal schnell für ein Stündchen ans Wasser zu gehen um zu sehen, wie die Teile laufen.
Irgendwie sahen die Drillinge recht klein auf dem Teil aus, sollte ja aber nur ein Test sein. Aufgezogen hatte ich den Hecht auf einen abgekniffenen 14 Gramm Jighaken.
Die Powermesh war beim Werfen etwas über ihrem Idealgewicht, aber mit weichem durchgehenden Schwung flog das Teil bis ans andere Ufer.
So machte ich ein paar Würfe alle paar Meter und schaute, wie sich der Hecht am besten führen läßt. Der Lauf gefiel mir unheimlich gut und ich machte wieder einen weiten Wurf bis vors andere Ufer genau in eine Lücke zwischen 2 ins Wasser hängenden Büschen, als es auf einmal einen derben Schlag kurz nach dem Anleiern gab. Der Anschlag saß leider nicht und ich twitchte den Hecht langsam weiter. Etw nach 5 Metern kam die nächste Attacke direkt an der Oberfläche und ich konnte einen mächtigen Hecht ausmachen.
Leider ging auch dieser Anschlag daneben. 2 Würfe später rappelt es plötzlich wieder, dieses Mal in der Flussmitte. Der Anhieb saß scheinbar und die fast komplett geschlossene Bremse der Slammer gab munter ein paar Meter Schnur frei, bis diese plötzlich erschlaffte.
Die nachfolgenden Flüche sind definitiv nicht druckreif...
Ich kurbelte dann ein und schaute mir den Köder an, doch seht selbst...



Ich schätze den Hecht mal locker und vorsichtig auf 1.10 Meter und könnte mich wirklich in den Hintern beißen...
Da ich den Behr-Hecht auch noch kurz darauf durch eine Perücke im Wurf verlor, fische ich noch eine Zeitlang einen 25 cm - Swimmbait von Prologic. Nachdem ich an anderer Stelle kurz hintereinander darauf auch noch 2 Fehlbisse kassierte, beendete ich den Angeltag doch leicht frustriert.
Ich weiß jetzt aber, wo die Mutti wohnt und spätestens nach meiner Boddentour kriegt sie wieder Besuch von mir...
Gruß, euer Lahni
Montag, September 14, 2009
Mal wieder geräuchert...
Hi @ all,
Samstag bei strahlendem Sonnenschein wurde auf dem Campingplatz noch einmal der Räucherofen angeschmissen.
Zu Räuchern gabs 3 eingefrorene Lahnwaller und 4 hinzugekaufte Regenbogenforellen.
Der eine Waller war deutlich zu groß für den Ofen, weswegen ich davon nur das Schwanzstück räucherte, dazu aber später mehr.
Die Waller wurden über Nacht 12 Stunden in der 8%igen Salzlake belassen, für die lütten Forellen waren 5 Stunden genug, sie kamen erst am Morgen mit in die Lake.
Zuerst räucherte ich die Waller alleine mit einer Schüssel Räuchermehl, die Forellen kamen zum 2. Räuchergang hinzu, es sollte ja alles zusammen fertig werden.
Nun schnell ein Sprung zum Finale...


Geschmeckt hat es allen Anwesenden wieder hervorragend, abgerundet wurde das Ganze mit ein paar Fläschchen Bier und einer Flasche bestem Willi:

Da es Sonntag morgen sehr kalt und ungemütlich wurde, fuhren wir noch vor dem Mittag nach Hause.
Im Gepäck noch ein großes Stück zwar gesalzenem, aber nicht geräucherten Wels. Kurzerhand wurde der Wels nun filetiert und auf dem Balkon der Tischräucherofen zurechgemacht...
Hier das Unterteil mit den mit Brennpaste gefüllten Brennern:

Den Boden mit Räuchermehl und ein paar Wacholderbeeren bedeckt:

Die Filets paßten genau auf den Rost:

Dann das Ganze in Gang gesetzt und einfach etwas abwarten...

...und so sah das Ergebnis nach gut 20 Minuten aus:

Fazit: Der Tischräucherofen ist eine echt gute Alternative zum normalen Räucherofen, das Ergebnis kann sich durchaus sehen und auch schmecken lassen!
Achso, geangelt wurde auch ein wenig, aber außer ein paar handlangen Barschen und einem 75er Hecht auf Jerk gibts nicht viel zu berichten. Fotos gibts leider dieses Mal keine, aber der Raubfischherbst fängt ja erst an. Im Oktober bin ich übrigens 4 volle Angeltage auf den Bodden zum Hechtfischen - bin schon heiß wie Frittenfett...*g*
Bis bald,
euer Lahnfischer
Samstag bei strahlendem Sonnenschein wurde auf dem Campingplatz noch einmal der Räucherofen angeschmissen.
Zu Räuchern gabs 3 eingefrorene Lahnwaller und 4 hinzugekaufte Regenbogenforellen.
Der eine Waller war deutlich zu groß für den Ofen, weswegen ich davon nur das Schwanzstück räucherte, dazu aber später mehr.
Die Waller wurden über Nacht 12 Stunden in der 8%igen Salzlake belassen, für die lütten Forellen waren 5 Stunden genug, sie kamen erst am Morgen mit in die Lake.
Zuerst räucherte ich die Waller alleine mit einer Schüssel Räuchermehl, die Forellen kamen zum 2. Räuchergang hinzu, es sollte ja alles zusammen fertig werden.
Nun schnell ein Sprung zum Finale...


Geschmeckt hat es allen Anwesenden wieder hervorragend, abgerundet wurde das Ganze mit ein paar Fläschchen Bier und einer Flasche bestem Willi:

Da es Sonntag morgen sehr kalt und ungemütlich wurde, fuhren wir noch vor dem Mittag nach Hause.
Im Gepäck noch ein großes Stück zwar gesalzenem, aber nicht geräucherten Wels. Kurzerhand wurde der Wels nun filetiert und auf dem Balkon der Tischräucherofen zurechgemacht...
Hier das Unterteil mit den mit Brennpaste gefüllten Brennern:

Den Boden mit Räuchermehl und ein paar Wacholderbeeren bedeckt:

Die Filets paßten genau auf den Rost:

Dann das Ganze in Gang gesetzt und einfach etwas abwarten...

...und so sah das Ergebnis nach gut 20 Minuten aus:

Fazit: Der Tischräucherofen ist eine echt gute Alternative zum normalen Räucherofen, das Ergebnis kann sich durchaus sehen und auch schmecken lassen!
Achso, geangelt wurde auch ein wenig, aber außer ein paar handlangen Barschen und einem 75er Hecht auf Jerk gibts nicht viel zu berichten. Fotos gibts leider dieses Mal keine, aber der Raubfischherbst fängt ja erst an. Im Oktober bin ich übrigens 4 volle Angeltage auf den Bodden zum Hechtfischen - bin schon heiß wie Frittenfett...*g*
Bis bald,
euer Lahnfischer
Dienstag, September 01, 2009
Barsche gehen, Hechte kaum...
Hi @ all,
komme eben weiterhin recht wenig ans Wasser und wenn, dann gehe ich bei der noch anhaltenden Wärme, verbunden mit extrem niedrigem Lahnpegel, meist mal für 2-3 Stunden am Spätnachmittag bis in die Dämmerung.
Fließstrecken sind noch immer eindeutig den Staustrecken vorzuziehen, das Wasser ist noch sehr warm und bindet damit auch wenig Sauerstoff.
Gestern war ich z.B. von 18-21 Uhr mit leichtem Geschirr/kleinen Ködern am Wasser und die Barsche ließen sich nicht lange bitten. Es gab Bisse auf nahezu jeden Köder, den ich durch das Wasser zog, wobei 2 Fakten auffielen:
Der gestrige Trumpf war eindeutig dieser 7 cm Kopyto...

...und in der Dämmerung biss es am laufenden Band:


Neben zahlreichen Fehlbissen und Drillaussteigern gab es insgesamt 10 Barsche zwischen etwa 25-Anfang 30 cm auf 4 verschiedene Köder, wobei aber der Kopyto alleine 7 Barsche brachte.
Hier noch der größte von gestern auf einen 7 cm Popper...

...auch der Jubar fing wieder seinen Barsch :)

Ansonsten noch ein paar Bilder der letzten gut 3 Wochen, wobei diese Schleie, leider gehakt in der Brustflosse, ein Highlight darstellte...




Wollen wir hoffen, das die jetzt vorausgesagte Abkühlung, gepaart mit ein paar ordentlichen Niederschlägen, den Lahnpegel etwas steigen läßt, dann kommen auch die größeren Räuber schnell wieder in Fahrt.
Bis dahin verbleibe ich mit lieben Grüßen,
euer Lahni
komme eben weiterhin recht wenig ans Wasser und wenn, dann gehe ich bei der noch anhaltenden Wärme, verbunden mit extrem niedrigem Lahnpegel, meist mal für 2-3 Stunden am Spätnachmittag bis in die Dämmerung.
Fließstrecken sind noch immer eindeutig den Staustrecken vorzuziehen, das Wasser ist noch sehr warm und bindet damit auch wenig Sauerstoff.
Gestern war ich z.B. von 18-21 Uhr mit leichtem Geschirr/kleinen Ködern am Wasser und die Barsche ließen sich nicht lange bitten. Es gab Bisse auf nahezu jeden Köder, den ich durch das Wasser zog, wobei 2 Fakten auffielen:
Der gestrige Trumpf war eindeutig dieser 7 cm Kopyto...

...und in der Dämmerung biss es am laufenden Band:


Neben zahlreichen Fehlbissen und Drillaussteigern gab es insgesamt 10 Barsche zwischen etwa 25-Anfang 30 cm auf 4 verschiedene Köder, wobei aber der Kopyto alleine 7 Barsche brachte.
Hier noch der größte von gestern auf einen 7 cm Popper...

...auch der Jubar fing wieder seinen Barsch :)

Ansonsten noch ein paar Bilder der letzten gut 3 Wochen, wobei diese Schleie, leider gehakt in der Brustflosse, ein Highlight darstellte...




Wollen wir hoffen, das die jetzt vorausgesagte Abkühlung, gepaart mit ein paar ordentlichen Niederschlägen, den Lahnpegel etwas steigen läßt, dann kommen auch die größeren Räuber schnell wieder in Fahrt.
Bis dahin verbleibe ich mit lieben Grüßen,
euer Lahni
Dienstag, August 18, 2009
Das Jiggen mit Gummiködern
Das Jiggen mit Gummiködern

Eine der wohl erfolgreichsten Spinnangelmethoden auf Raubfische wie Hecht, Barsch und Zander ist der Jiggen mit verschiedenen Gummiködern wie Gummifisch, Twister, Fischtwister ect. am Bleikopf.
Die weiche Welle, wie das Gummifischangeln damals genannt wurde, schwappte in den 80ern nach Deutschland und revolutionierte nahezu das Spinnfischen auf Hecht, Barsch und vor allem Zander.
Gerade Zander galten damals als fast unfangbar mit Kunstködern, was sich aber sehr schnell ändern sollte...
Dieser Bericht hier soll eine kleine zusammenfassende Anleitung für das Jiggen mit Gummiködern sein und erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit oder stellt etwa eine revolutionäre neue Angelmethode dar. Sie soll einfach erklären, wie das Jiggen mit den Gummiködern funktioniert…
Das Jiggen an sich meint nichts anderes, als einen bleibeschwerten Gummiköder mit Sprüngen über den Grund hüpfen zu lassen, wobei regelmäßige Grundberührungen sich abwechseln mit einer Aufsteig- und Sinkphase.
Gerade diese Sinkphase ist dabei die wichtigste Komponente, kommen doch in dieser recht kurzen Zeit mehr als 90 % aller Bisse auf den Köder und sollte deswegen möglichst lange ausfallen.
Zielfische:



Die wichtigsten Zielfische beim Jiggen sind, wie oben schon beschrieben, der Barsch, Hecht und Zander. Jedoch lassen sich eigentlich alle gängigen Räuber mit dieser Angelmethode fangen, wie z.B. Döbel, Forellen, Waller, Rapfen usw.




Köder:
Gab es zu Anfang der Gummiwelle in Europa lediglich relativ kleine gelbe Twister als Gummiköder (Mister Twister“), so gibt es heute eine mittlerweile schier unüberblickbare Auswahl an den verschiedensten Köderformen, Farben und Größen.
Angefangen von Gummifischen in allen Größen mit oder ohne Hammerschwanz, Twister, Fischtwister, Gummifröschen, Gummikrabben und –Krebsen bis hin zu Fantasiegebilden ist alles erhältlich.
Eines aber haben sie alle gemeinsam, sie werden zum Jiggen auf einen Jighaken mit Bleikopf gezogen, evtl. dann zusätzlich noch mit zusätzlichen Drillingen, den so genannten Angstdrilling oder Stingern, bewehrt.
Ködergrößen:
Je nach Zielfisch und nach Jahreszeit/Temperatur variieren die verwendeten Ködergrößen deutlich. Eine pauschale Angabe von Ködergrößen ist deswegen nicht so einfach. Ich beschränke mich mal auf die 3 gängigsten Raubfische und meine bevorzugt verwendeten Ködergrößen.
Dabei gilt i.d.R.: je kälter die Jahreszeit, desto größer können die Köder sein und natürlich umgekehrt je wärmer das Wasser, desto kleiner die Köder.
Barsch: Köder von etwa 3-10 cm
Zander: Köder von etwa 8-15 cm, im Herbst/Winter auch noch größer
Hecht: Köder von 15 cm aufwärts, im Herbst/Winter durchaus auch weit über 20 cm
Jighaken:
Diese sind i.d.R. schon mit einem fest aufgegossenen Bleikopf beschwert, Die Hakengröße richtet sich dabei nach der Ködergröße und etwaigen zusätzlichen Angstdrillingen.
Da die Hakengrößen nicht irgendwelchen Normen unterliegen, hier mal eine ungefähre Angabe über das Verhältnis Ködergröße/Jighakengröße am Beispiel von VMC-Jighaken:
Ködergröße vs. Jighakengröße:
3 cm------------------------------------6
5 cm------------------------------------1 oder 1/0
6-7 cm----------------------------------1/0 oder 2/0
8 cm------------------------------------3/0
10 cm-----------------------------------4/0
12 cm-----------------------------------5/0
14-16 cm--------------------------------6/0
18-20 cm--------------------------------8/0
23 cm----------------------------------10/0
Stringer:
Die Zusatzdrillinge (Stinger oder Angstdrilling) verwende ich persönlich erst ab einer Ködergröße von etwa 12 cm.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Platzierung, vorne am Kopf, im hinteren Drittel oder beides. Am gebräuchlichsten ist sicherlich die Anbringung des Drillings im hinteren Köderdrittel.
Hier hat lediglich der Zusatzdrilling den Fisch gebracht und sicher gehakt:

Die Drillingsgrößen variieren ebenso stark wie die Jighakengrößen von Hersteller zu Hersteller, hier wieder meine bevorzugt verwendeten Größen anhand von VMC-Drillingen und abhängig von der Köderform. Große hochrückige Köder brauchen einen größeren Drilling als ein schmaler so genannter No-Action Shad:
Hier 23er Shads mit 2 Zusatzdrillingen:

Ködergröße vs. Drillingsgröße:
12 cm---------------------------6 oder 4
14-16 cm------------------------4 bis 2
18 cm---------------------------1 oder 1/0 (evtl. 2 Drillinge)
20-23 cm------------------------1/0 bis 2/0 (2 Drillinge)
Die Vorfachstärke der Stringer sollte nicht zu dünn gewählt werden, gerade beim Hechtfischen sind Tragkräfte von 15-20 Kilo nicht übertrieben und stören das Köderspiel auch nicht. Ich selbst habe kürzlich an den Bodden einen Hecht von gut 1,20 Meter durch den Bruch eines neuen selbstgebauten Stringers mit einer Tragkraft von 12,7 Kilo verloren und werde dort in Zukunft nicht mehr unter 40 LBs fischen.
Der Bleikopf:
Bleiköpfe gibt es nicht nur in den unterschiedlichsten Gewichten, sondern auch in verschiedenen Formen.
Allgemein bekannt und universell einsetzbar ist sicherlich der normale Rundkopfjig, doch daneben gibt es an wichtigen Hauptformen z.B. noch:
- den Eriekopf, der sich besonders für tiefe und stärker strömende Bereiche eignet, durch den tiefen Schwerpunkt bleibt er immer in Bodennähe (auch erhältlich mit Frontbefestigung als „Special Stand Up Erie-Jig“)

Hier der Special Stand-Up Erie-Jig
(Bilder mit weißem Hintergrund mit freundlicher Genehmigung von http://www.angel-technik.de )

- den Fischkopf, der sich vor allem für starke Strömungen eignet, bietet durch seine Stromlinienform wenig Wasserwiderstand

- den Bananenkopf, der sich besonders für flachere Abschnitte eignet, steigt durch die Frontbefestigung auf Zug sofort auf und durch die Frontbefestigung lassen sich Hänger deutlich besser lösen!

Das Jiggen mit Gummiködern
- den Football-Jig, der sich, ähnlich wie der Eiriejig, zum Fischen in tieferen Gewässern eignet

Daneben gibt es weitere Jigkopfformen wie Stand-UP-Jigköpfe, Jigköpfe mit Krautschutz, Wobbelköpfe, mit Spinnerblatt usw., auf die ich aber nicht weiter eingehen möchte.
Das verwendete Bleigewicht am Jighaken ist abhängig von einer Vielzahl an Faktoren, grundsätzlich gilt aber: So schwer wie nötig und so leicht wie möglich.
Faktoren, die das benötigte Jigkopfgewicht beeinflussen, sind:
- Gewässertiefe: je tiefer das Gewässer ist, desto schwerer muss der Bleikopf gewählt werden
- Strömung: Je stärker die Strömung ist, um so schwerer muss der Jigkopf sein, um einerseits ein ungewolltes Verdriften des Köders zu verhindern, anderseits den Grundkontakt halten zu können.
- Wind: starker Wind sorgt für einen Schnurbogen und erschwert die Köderkontrolle. Hier kann es nötig sein, den Jigkopf deutlich schwerer als überhaupt nötig zu wählen, um den Köder noch kontrolliert führen zu können.
- Ködergröße und –Form: je größer ein Köder ist, desto schwerer muss i.d.R. auch der Jigkopf gewählt werden, um eine gute Köderkontrolle und Laufverhalten zu gewährleisten. Dabei kommt es aber auch auf die Köderform und den Schwanz des Köders an. Hochrückige, breite Köder mit großem Schaufelschwanz benötigen deutlich mehr Bleigewicht als ein gleichgroßer Twister oder ein ganz schlanker No-Action-Shad gleicher Länge. Je mehr Wasserverdrängung ein solcher Köder hat, umso schwerer muss er bebleit werden! (siehe auch hier im Blog unter dem Titel: Jiggen mit Gummifisch - "die kleine Schwanzkunde" )
- Auch die Gummimischung beeinflusst das benötigte Bleigewicht. Köder aus festem hartem Material brauchen meist mehr Bleigewicht, um optimal zu spielen, wie vergleichbare Köder mit einer weichen Gummimischung.
- Manchmal überbleit man den Köder auch absichtlich, um durch die Erschütterungen, die das jeweilige Auftreffen des Köders auf den Boden verursachen, die Fische zum Biss zu reizen.
- Manchmal überbleit man den Köder auch, um damit auf genügend Wurfweite zu kommen
Letztendlich muss man sich durch Testen das jeweils für die gegebene Situation geeignete Jigkopfgewicht heraussuchen, mit ein wenig Erfahrung geht das aber recht schnell.
Anfänger sollten ihren Bleikopf lieber eine Nummer zu schwer wählen wie zu leicht, damit sie ein richtiges Ködergefühl entwickeln.
Es gibt übrigens neben den unlackierten Jigköpfen auch bunt lackierte. Ob jemand diese Mehrkosten auf sich nehmen will, sei ihm überlassen, ich bevorzuge die klassischen unlackierten Köpfe.
Das geeignete Gerät:
Die Rute:
Zum Jiggen eignen sich längst nicht alle gängigen Spinnruten, die richtige Rutenaktion ist entscheidend. Gerade wenn man sich die Attacken von Barsch und Zander anschaut, sieht man, dass diese den Köder durch Aufreißen ihres Maules mittels entstehenden Unterdrucks einsaugen. Dies geschieht in Sekundenbruchteilen und genauso schnell spucken sie den Köder auch wieder aus, wenn ihnen etwas spanisch vorkommt. Nun ist nicht jeder Biss richtig hart, oft halten die Fische den Köder auch nur zart fest, so genannte Festhaltebisse, also nichts, was einen richtigen Schlag oder das begehrte Tock auslöst.
Die Rute sollte deswegen einen schnellen Blank haben, der nicht nachschwabbelt und ein hartes Rückrad, Bestens geeignet sind Ruten mit Spitzenaktion, die sich erst bei stärkerer Belastung gerne bis ins Handteil durchbiegen lassen. Nur mit einer schnellen harten Rute kann man die feinen Bisse überhaupt wahrnehmen und schnell genug anschlagen.
Eine weiche Rute, die sich schon durch das Ködergewicht deutlich durchbiegt, hebt den Köder nicht oder nicht weit genug und nur verzögert vom Grund ab. Das hat eine schlechte Köderpräsentation und eine Menge an Hängern zur Folge, vom schlechten Ködergefühl oder den nur verzögert und in ihrer Wirkung verminderten Anschlägen gar nicht zu reden.
Die Rutenlänge sollte beim Uferangeln um die 2,70 bis etwa max. 3,00 Meter betragen, vom Boot aus darf es gerne etwas kürzer sein. Ich bevorzuge in jedem Fall eine Rutenlänge von 2,70 Meter, die 3-Meter-Ruten sind meist deutlich kopflastig, was auf Dauer ermüdend und anstrengend ist.
Das Wurfgewicht richtet sich nach den Ködern und der Zielfischart, entscheident ist das tatsächliche Wurfgewicht, das oft von dem angegebenen WG abweicht.
Für Barsche langt ein Wurfgewicht bis etwa 30 Gramm i.d.R. aus, wobei es bei Hecht- und Zanderfischen durchaus bis 80 Gramm oder schwerer sein darf.
Die Rolle:
An Rollen eignen sich hochwertige stabile Stationärrollen mit ordentlicher Bremse, kräftiger Achse und Getriebe. Eine saubere Schnurwicklung ist sehr wichtig, da fast ausschließlich geflochtene (multfile) Schnüre zum Einsatz kommen. Rollen, die hierfür geeignet sind, müssen nicht übermäßig teuer sein, aber billige Rollen halten den enormen Belastungen beim Jiggen nicht lange stand und verschleißen recht schnell.
Ich bevorzuge hier Rollen mit einem Wormshaftgetriebe, diese sind normalerweise sehr stabil und besitzen eine ausgezeichnete Schnurverlegung.
Fürs leichte Jiggen auf Barsch und co. Ist eine 2000er Rolle meist ausreichend, fürs Jiggen auf Hecht und Zander darf es ruhig eine 3000er oder 4000er Rolle sein.
Mein persönlicher Rollentipp:
Die RedArc von Spro erfüllt alle genannten Voraussetzungen und besitzt ein ausgezeichnetes Preis/Leistungsverhältnis. Ich fische sie in der Größe 10200 auf Barsch, in der Größe 10400 ist sie seit 4 Jahren mein treuer Begleiter auf Hecht und Zander. Man bekommt sie im Fachhandel für etwa 70-80 €, davon ist sie aber jeden einzelnen Cent wert!
Die Schnur:
Wie bereits oben erwähnt, sind geflochtene (multfile) Schnüre zu bevorzugen. Sie haben bei gleichem Durchmesser eine wesentlich höhere Tragkraft gegenüber monofilen Schnüren, man kann also mit dünneren Schnüren bei gleicher Tragkraft fischen. Noch wichtiger aber ist eine andere Eigenschaft der geflochtenen Schnur: sie hat so gut wie keinerlei Dehnung. So wird jede Berührung des Köders, sei es durch Grundkontakt, Fischkotakt oder sei es nur, das sich Kraut oder ähnliches am Köder verfangen hat, sofort und deutlich an die Rute weitergemeldet und man kann entsprechend schnell reagieren.
Die Tragkraft der Schnur sollte beim Zanderfischen in etwa zwischen 6-9 Kilo liegen, beim Hechtjiggen je nach Ködergröße, Hindernissen im Wasser und zu erwartenden Hechtgrößen zwischen 9 und 20 Kilo und beim Barsch entsprechend weniger.
Bei der Schnurfarbe hat man mittlerweile die Qual der Wahl, es gibt weiße, grüne, gelbe, rote, rosa… Schnüre... Ich bevorzuge eindeutig eine gelbe Schnur, denn die ist in den meisten Fällen am besten sichtbar und den Fischen ist es i.d.R. egal, welche Farbe die Schnur hat. Skeptiker können sich ja die ersten Meter einer bunten Schnur mit einem Edding grün färben.
Außerdem kommt zwischen Hauptschnur und Köder ja noch das Vorfach, das aus Gründen der Waidgerechtigkeit, beim Vorkommen von Hechten im Gewässer, nur ein bißfestes Stahl- oder Titanvorfach sein kann. (siehe Bericht hier im Blog: Raubfisch- und Spinnangeln: "Die kleine Vorfachkunde" )
Lediglich bei kleineren leichten Ködern und dem Fischen im Nahbereich ist eine monofile Schnur manchmal angesagt. Hier ist der Faktor Dehnung nicht so wichtig und gerade schnurscheue Fische wie Barsche können in Verbindung mit kleinen Ködern leichter überlistet werden. Aber auch hier gilt die Stahlvorfachregel, am Markt gibt es ganz feine dünne Stahlvorfächer mit Tragkräften ab 3 Kilo, die aber einem Hechtgebiss standhalten.
Hier hat das abgestimmte und ausgewogene Gerät seine Stärke bewiesen: 89er Zander, mit tief inhalliertem 16 cm Gummifisch:

Die Köderführung:
Sicherlich fängt ein Gummifisch oder Twister auch bei gleichmäßigem einleiern den einen oder anderen Fisch, ihre Stärken spielen diese Köder aber erst richtig beim Jiggen über den Grund aus.
Kaum irgendwo wird so viel gestritten, wie über die richtige Köderführung beim Jiggen. Hier gibt es verschiedene Meinungen, die die bekannten Angelprofis strikt vertreten und als die einzig wahre propagieren, ja sogar teilweise für sich in Anspruch nehmen wollen, sie hätten diese Art der Führung und damit das Rad neu erfunden…*g*
Wichtig bei der Köderführung ist vor allem, ständigen Kontakt zum Köder zu haben, was man auf verschiedene Weise erreichen kann:
Beim Wurf sollte man vor dem Auftreffen des Köders auf der Wasseroberfläche bereits die Schnur abbremsen, damit man ohne großen Schnurbogen gleich den direkten Kontakt zum Köder hat. (Manchmal erfolgen Bisse auch direkt nach dem Auftreffen des Köders im Wasser.) Dann einen evtl. vorhandenen restlichen Schnurbogen durch 2-3 schnelle Kurbelumdrehungen beseitigen, schon kann der Köder an gespannter Schnur absinken.
Ist der Köder am Grund angekommen, merkt man das entweder in der Rute oder kann dies am Zusammenfallen der Schnur erkennen (hier kommt wieder der Vorteil der gut sichtbaren Schnur zum Tragen). Bei weichen, schlammigen Böden ist natürlich das Auftreffen des Jigkopfes schwerer in der Rute zu spüren wie auf hartem, gar steinigem Boden.
Ideal ist es, wenn man es schafft, in der Absinkphase einen Finger an die Schnur zu legen, denn dann entgeht einem nichts mehr. Dazu ist, zugegebener Maßen, etwas Übung nötig und es funktioniert nicht mit jeder Rolle, aber es lohnt sich eindeutig, sich dies anzueignen.
Ich stoppe zu diesem Zweck mit dem Zeigefinger der Rutenhand den Rotor der Rolle am Schnurlaufröllchen und habe den Finger sofort an der Schnur.
Der Köder ist also jetzt am Grund, nun beginnt die eigentliche Führung, die auf verschiedenste Art und Weise erfolgen kann:
Gerade für den Anfänger bietet sich die so genannte Faulenzermethode an, die überall in den Medien propagiert wird, ganz einfach aber mit der Abkürzung KKS (Kurbel, Kurbel, Stopp) beschrieben werden kann.
Hierbei wird die Rute parallel zur Wasseroberfläche in Richtung des Köders gehalten. Ist der Köder nach dem Wurf an gestreckter Schnur am Grund angekommen, erfolgen nun 2-3 schnelle Kurbelumdrehungen. Der Köder wird dabei vom Grund abgehoben, in der Stopp-Phase sinkt er wieder an gestreckter Schnur zum Grund. Hier ist dauernder Kontakt zum Köder gegeben, eigentlich also eine gute Variante, oder?
Meine persönliche Meinung dazu: Auch ich „faulenze“ hin und wieder, (habe das Jiggen auch so erlernt) allerdings halte ich die Rute mittlerweile nicht direkt zum Köder, sondern etwas nach links versetzt. Ich kann so die Schnur besser beobachten. Außerdem schlage ich meist nach links oben an und da kommt mir diese Rutenhaltung eher entgegen. Im Übrigen ist diese Führung sehr statisch, gleichmäßig und eintönig. Die Sprünge des Köders fallen eher flach und weit aus, und es gibt deswegen recht viele Hänger.
Die nächste Möglichkeit der Köderführung ist die über die Rute, hierbei kann man wesentlich variabler sein.
Durch Anheben der Rute wird gleichzeitig der Köder mit angehoben, das Ausmaß bestimme ich über die Rutenbewegung. Sofort anschließend wird die Rute wieder in die Ausgangsstellung (9-10 Uhr) gebracht, unter gleichzeitigem Aufkurbeln der losen Schnur. Dann wird der Köder wieder an der gestreckten Schnur absinken lassen und das Spiel erfolgt von neuem. Hier bei kann man die Sprunghöhe wunderbar variieren,
bis man die Vorliebe der Fische in etwa herausgefunden hat.
Man kann in der Absinkphase den Köder noch einmal anjiggen oder durch einen Ruck seitlich ausbrechen lassen, man kann den Köder etappenweise mit 2-3 kleinerer Rucken aufsteigen lassen, gleichzeitig mit dem Anheben der Rute zusätzlich kurbeln, was den Köder viel schneller beschleunigt usw.
Hier hat alles gepasst: Gut abgestimmtes Gerät und eine variable Führung über die Rute brachten mir diesen 1,09 Meter-Prachhecht auf den Bodden

Grundsätzlich ist die Führung über die Rute also viel variabler und aktiver, allerdings ist es gerade für den Anfänger deutlich schwerer, immer den Kontakt zum Köder zu halten. Auch muss man aufpassen, dass man den Köder nicht zu schnell und heftig führt, sonst kann es sein, dass ein den Köder verfolgender Räuber das Interesse an dem Köder verliert, weil er aus dessen Sichtbereich kommt.
Oftmals vereine ich auch die beiden genannten Methoden und gebe dem Köder beim ankurbeln einfach einen Ruck mit der Rutenspitze mit, damit er etwas höher und steiler aufsteigt.
Je näher der Köder am Ufer ist, desto höher ist die Hängergefahr, vor allem beim Angeln in Buhnenfeldern. Hier empfiehlt es sich, die Rute steiler zu halten und beim leichtesten Grundkontakt sofort wieder anzujiggen. Auch muss man bedenken, je näher der Köder kommt, desto heftiger wird er beim anjiggen/ankurbeln aufsteigen. Also in Ufernähe lieber etwas dezenter führen…
Eine weitere Methode der Führung ist das so genannte Schleifen, dabei wird der Gufi einfach langsam, über den Grund schleifend, eingeholt, Pausen sind hierbei durchaus bißfördernd. Diese Methode klappt natürlich nur über recht gleichmäßigem und hängerfreiem Grund, sonst verliert man ob der Verluste schnell den Spaß daran.
Im Wasser abfallende Kanten sind wahre Fischmagneten. Diese lassen sich eindeutig leichter und erfolgreicher von oben nach unten als umgekehrt befischen, bergab ist die Absinkphase viel länger.
Letztendlich muss sich jeder Jigger seine eigene persönliche Führung aneignen, mit der er am besten zurechtkommt und fängt. Hier gilt wieder einmal das alte Sprichwort: wer fängt, hat recht!
Hinzu kommt, das die Fische das eine Mal auf dezente Köderführung stehen, das andere Mal kann man sie nur mit einer aggressiven Köderführung reizen.
Übrigens kann man dieses Jiggen auch im Freiwasser betreiben, ohne jeglichen Grundkontakt. Man lässt den Köder einfach in die gewünschte Tiefe absinken (hierbei ist das Sekunden-Zählen sehr hilfreich), jiggt den Köder dann an, lässt ihn entsprechend wieder absinken …
Bisserkennung und Anschlag:
Wie oben schon erwähnt, gibt es die verschiedensten Arten von Bissen auf die gejiggten Köder, die sich nicht immer sofort und eindeutig bemerkbar machen.
Manchmal sind die Bisse unmissverständlich, es mach deutlich Tock oder es schlägt richtig in die Rute ein, dann ist der Fall klar. Oft ist es aber nur ein kurzes Verharren des Köders, die Schnur zieht leicht seitlich weg, oder die Schnur fällt zusammen, obwohl der Köder noch gar nicht am Grund angekommen sein kann, usw.…
Klar im Vorteil ist, wie schon oben beschrieben derjenige, der den Finger an der Schnur hat, denn der Finger ist der sensibelste Bißanzeiger überhaupt.
Von Vorteil ist es, wenn das mit dem Finger an der Schnur nicht klappt, den Finger zumindest an den Blank zu legen.
Also: entweder Finger an die Schnur, an den Blank und die Schnur über Wasser beobachten!
Prinzipiell ist bei jedem leisen Verdacht, bei jeder Unregelmäßigkeit im Köderlauf sofort ein kräftiger Anschlag zu setzen.
Merke: lieber einmal zu oft und umsonst angeschlagen, wie den vielleicht einzigen Biss des Tages mangels Anschlag nicht zu verwerten.
Der Köder auf dem folgenden Bild wurde volley inhaliert, der Biß war eindeutig:

Wichtig ist hierbei auch die richtige Einstellung der Bremse: sie darf unter keinen Umständen schon beim Anschlag Schnur freigeben, sonst verpufft dieser. Deswegen ist eine stramme Bremseinstellung vonnöten, man kann sie ja gegebenenfalls während des Drills etwas lockern.
Ich setze meinen Anschlag i.d.R. nach schräg links oben und habe damit beste Erfahrungen gemacht.
Hänger lösen:
Da das Jiggen ja, wie bereits beschrieben, überwiegend hart am Grund durchgeführt wird, gibt es regelmäßig den einen oder anderen Hänger und das lässt sich auch gar nicht vermeiden.
Hier ein paar gute Tipps zum Hängerlösen:
Rütteln und leicht schlagen: Hängt der Köder fest, dann sollte man erst einmal versuchen, diesen durch rütteln mit erhobener Rute und leichten Schlägen wieder frei zu bekommen.
Dabei wenn möglich etwas am Ufer lang laufen, um die Zugrichtung zu ändern.
Beim Bootsfischen ist das relativ einfach, dann einfach über den Hängerort drüber hinaus fahren und Zug von der entgegen gesetzten Richtung ausüben.
Die Schnalztechnik: Hängt der Köder richtig fest und löst sich nicht durchs rütteln, dann sollte man die Schnur an der Rolle mit dem Finger blockieren, den Schnurfangbügel öffnen, richtige Spannung mit der Rute aufbauen und dann die Schnur schnalzen lassen. Bei Nichtgelingen das Ganze mehrmals wiederholen. Durch den plötzlich nachlassenden Druck und das Zurückschnalzen der Rute kommt ein verkanteter Köder oftmals wieder frei. Erfolgsquote je nach Hängerart und Jigkopfform (Frontbefestigung) bis deutlich über 50 %
In Flüssen mit Strömung, vor allem an Buhnenköpfen hilft es oft, Schnur zu geben und die losen Schnur mit der Strömung abtreiben zu lassen. Hat sich dann ein etwas größerer Schnurbogen bis über den Hängerplatz gebildet, kräftig anschlagen. Durch den Schnurbogen kommt nun der Schnurzug aus der entgegen gesetzten Richtung und zieht oftmals den Köder aus dem Hindernis.
Sollten diese Tipps alle nicht geholfen haben, z.B. weil der Haken sich irgendwo rettungslos festgesetzt hat, hilft oft nur noch brachiale Gewalt. Diese sollte man allerdings nicht über Rute und Rolle ausüben, sondern man sollte die Schnur vor der Rute um z.B. einen Stock ect. mehrfach wickeln und dann langsam aber stetig Druck ausüben bis entweder der Köder freikommt oder abreißt. Macht man das über Rute und Rolle, sind Schäden vorprogrammiert. Damit hierbei nicht viele Meter der teuren Geflochtenen Schnur abreißen, benutze ich übrigens das Stahlvorfach als Sollbruchstelle und wähle es von der Tragkraft her etwas schwächer wie die Hauptschnur.
Ich hoffe, euch die wichtigsten Grundzüge des Jiggens hiermit ein wenig näher gebracht zu haben und wünsche euch dabei viel Spaß und ein kräftiges Petri Heil!
Euer Lahnfischer

Eine der wohl erfolgreichsten Spinnangelmethoden auf Raubfische wie Hecht, Barsch und Zander ist der Jiggen mit verschiedenen Gummiködern wie Gummifisch, Twister, Fischtwister ect. am Bleikopf.
Die weiche Welle, wie das Gummifischangeln damals genannt wurde, schwappte in den 80ern nach Deutschland und revolutionierte nahezu das Spinnfischen auf Hecht, Barsch und vor allem Zander.
Gerade Zander galten damals als fast unfangbar mit Kunstködern, was sich aber sehr schnell ändern sollte...
Dieser Bericht hier soll eine kleine zusammenfassende Anleitung für das Jiggen mit Gummiködern sein und erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit oder stellt etwa eine revolutionäre neue Angelmethode dar. Sie soll einfach erklären, wie das Jiggen mit den Gummiködern funktioniert…
Das Jiggen an sich meint nichts anderes, als einen bleibeschwerten Gummiköder mit Sprüngen über den Grund hüpfen zu lassen, wobei regelmäßige Grundberührungen sich abwechseln mit einer Aufsteig- und Sinkphase.
Gerade diese Sinkphase ist dabei die wichtigste Komponente, kommen doch in dieser recht kurzen Zeit mehr als 90 % aller Bisse auf den Köder und sollte deswegen möglichst lange ausfallen.
Zielfische:



Die wichtigsten Zielfische beim Jiggen sind, wie oben schon beschrieben, der Barsch, Hecht und Zander. Jedoch lassen sich eigentlich alle gängigen Räuber mit dieser Angelmethode fangen, wie z.B. Döbel, Forellen, Waller, Rapfen usw.




Köder:
Gab es zu Anfang der Gummiwelle in Europa lediglich relativ kleine gelbe Twister als Gummiköder (Mister Twister“), so gibt es heute eine mittlerweile schier unüberblickbare Auswahl an den verschiedensten Köderformen, Farben und Größen.
Angefangen von Gummifischen in allen Größen mit oder ohne Hammerschwanz, Twister, Fischtwister, Gummifröschen, Gummikrabben und –Krebsen bis hin zu Fantasiegebilden ist alles erhältlich.
Eines aber haben sie alle gemeinsam, sie werden zum Jiggen auf einen Jighaken mit Bleikopf gezogen, evtl. dann zusätzlich noch mit zusätzlichen Drillingen, den so genannten Angstdrilling oder Stingern, bewehrt.
Ködergrößen:
Je nach Zielfisch und nach Jahreszeit/Temperatur variieren die verwendeten Ködergrößen deutlich. Eine pauschale Angabe von Ködergrößen ist deswegen nicht so einfach. Ich beschränke mich mal auf die 3 gängigsten Raubfische und meine bevorzugt verwendeten Ködergrößen.
Dabei gilt i.d.R.: je kälter die Jahreszeit, desto größer können die Köder sein und natürlich umgekehrt je wärmer das Wasser, desto kleiner die Köder.
Barsch: Köder von etwa 3-10 cm
Zander: Köder von etwa 8-15 cm, im Herbst/Winter auch noch größer
Hecht: Köder von 15 cm aufwärts, im Herbst/Winter durchaus auch weit über 20 cm
Jighaken:
Diese sind i.d.R. schon mit einem fest aufgegossenen Bleikopf beschwert, Die Hakengröße richtet sich dabei nach der Ködergröße und etwaigen zusätzlichen Angstdrillingen.
Da die Hakengrößen nicht irgendwelchen Normen unterliegen, hier mal eine ungefähre Angabe über das Verhältnis Ködergröße/Jighakengröße am Beispiel von VMC-Jighaken:
Ködergröße vs. Jighakengröße:
3 cm------------------------------------6
5 cm------------------------------------1 oder 1/0
6-7 cm----------------------------------1/0 oder 2/0
8 cm------------------------------------3/0
10 cm-----------------------------------4/0
12 cm-----------------------------------5/0
14-16 cm--------------------------------6/0
18-20 cm--------------------------------8/0
23 cm----------------------------------10/0
Stringer:
Die Zusatzdrillinge (Stinger oder Angstdrilling) verwende ich persönlich erst ab einer Ködergröße von etwa 12 cm.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Platzierung, vorne am Kopf, im hinteren Drittel oder beides. Am gebräuchlichsten ist sicherlich die Anbringung des Drillings im hinteren Köderdrittel.
Hier hat lediglich der Zusatzdrilling den Fisch gebracht und sicher gehakt:

Die Drillingsgrößen variieren ebenso stark wie die Jighakengrößen von Hersteller zu Hersteller, hier wieder meine bevorzugt verwendeten Größen anhand von VMC-Drillingen und abhängig von der Köderform. Große hochrückige Köder brauchen einen größeren Drilling als ein schmaler so genannter No-Action Shad:
Hier 23er Shads mit 2 Zusatzdrillingen:

Ködergröße vs. Drillingsgröße:
12 cm---------------------------6 oder 4
14-16 cm------------------------4 bis 2
18 cm---------------------------1 oder 1/0 (evtl. 2 Drillinge)
20-23 cm------------------------1/0 bis 2/0 (2 Drillinge)
Die Vorfachstärke der Stringer sollte nicht zu dünn gewählt werden, gerade beim Hechtfischen sind Tragkräfte von 15-20 Kilo nicht übertrieben und stören das Köderspiel auch nicht. Ich selbst habe kürzlich an den Bodden einen Hecht von gut 1,20 Meter durch den Bruch eines neuen selbstgebauten Stringers mit einer Tragkraft von 12,7 Kilo verloren und werde dort in Zukunft nicht mehr unter 40 LBs fischen.
Der Bleikopf:
Bleiköpfe gibt es nicht nur in den unterschiedlichsten Gewichten, sondern auch in verschiedenen Formen.
Allgemein bekannt und universell einsetzbar ist sicherlich der normale Rundkopfjig, doch daneben gibt es an wichtigen Hauptformen z.B. noch:
- den Eriekopf, der sich besonders für tiefe und stärker strömende Bereiche eignet, durch den tiefen Schwerpunkt bleibt er immer in Bodennähe (auch erhältlich mit Frontbefestigung als „Special Stand Up Erie-Jig“)

Hier der Special Stand-Up Erie-Jig
(Bilder mit weißem Hintergrund mit freundlicher Genehmigung von http://www.angel-technik.de )

- den Fischkopf, der sich vor allem für starke Strömungen eignet, bietet durch seine Stromlinienform wenig Wasserwiderstand

- den Bananenkopf, der sich besonders für flachere Abschnitte eignet, steigt durch die Frontbefestigung auf Zug sofort auf und durch die Frontbefestigung lassen sich Hänger deutlich besser lösen!

Das Jiggen mit Gummiködern
- den Football-Jig, der sich, ähnlich wie der Eiriejig, zum Fischen in tieferen Gewässern eignet

Daneben gibt es weitere Jigkopfformen wie Stand-UP-Jigköpfe, Jigköpfe mit Krautschutz, Wobbelköpfe, mit Spinnerblatt usw., auf die ich aber nicht weiter eingehen möchte.
Das verwendete Bleigewicht am Jighaken ist abhängig von einer Vielzahl an Faktoren, grundsätzlich gilt aber: So schwer wie nötig und so leicht wie möglich.
Faktoren, die das benötigte Jigkopfgewicht beeinflussen, sind:
- Gewässertiefe: je tiefer das Gewässer ist, desto schwerer muss der Bleikopf gewählt werden
- Strömung: Je stärker die Strömung ist, um so schwerer muss der Jigkopf sein, um einerseits ein ungewolltes Verdriften des Köders zu verhindern, anderseits den Grundkontakt halten zu können.
- Wind: starker Wind sorgt für einen Schnurbogen und erschwert die Köderkontrolle. Hier kann es nötig sein, den Jigkopf deutlich schwerer als überhaupt nötig zu wählen, um den Köder noch kontrolliert führen zu können.
- Ködergröße und –Form: je größer ein Köder ist, desto schwerer muss i.d.R. auch der Jigkopf gewählt werden, um eine gute Köderkontrolle und Laufverhalten zu gewährleisten. Dabei kommt es aber auch auf die Köderform und den Schwanz des Köders an. Hochrückige, breite Köder mit großem Schaufelschwanz benötigen deutlich mehr Bleigewicht als ein gleichgroßer Twister oder ein ganz schlanker No-Action-Shad gleicher Länge. Je mehr Wasserverdrängung ein solcher Köder hat, umso schwerer muss er bebleit werden! (siehe auch hier im Blog unter dem Titel: Jiggen mit Gummifisch - "die kleine Schwanzkunde" )
- Auch die Gummimischung beeinflusst das benötigte Bleigewicht. Köder aus festem hartem Material brauchen meist mehr Bleigewicht, um optimal zu spielen, wie vergleichbare Köder mit einer weichen Gummimischung.
- Manchmal überbleit man den Köder auch absichtlich, um durch die Erschütterungen, die das jeweilige Auftreffen des Köders auf den Boden verursachen, die Fische zum Biss zu reizen.
- Manchmal überbleit man den Köder auch, um damit auf genügend Wurfweite zu kommen
Letztendlich muss man sich durch Testen das jeweils für die gegebene Situation geeignete Jigkopfgewicht heraussuchen, mit ein wenig Erfahrung geht das aber recht schnell.
Anfänger sollten ihren Bleikopf lieber eine Nummer zu schwer wählen wie zu leicht, damit sie ein richtiges Ködergefühl entwickeln.
Es gibt übrigens neben den unlackierten Jigköpfen auch bunt lackierte. Ob jemand diese Mehrkosten auf sich nehmen will, sei ihm überlassen, ich bevorzuge die klassischen unlackierten Köpfe.
Das geeignete Gerät:
Die Rute:
Zum Jiggen eignen sich längst nicht alle gängigen Spinnruten, die richtige Rutenaktion ist entscheidend. Gerade wenn man sich die Attacken von Barsch und Zander anschaut, sieht man, dass diese den Köder durch Aufreißen ihres Maules mittels entstehenden Unterdrucks einsaugen. Dies geschieht in Sekundenbruchteilen und genauso schnell spucken sie den Köder auch wieder aus, wenn ihnen etwas spanisch vorkommt. Nun ist nicht jeder Biss richtig hart, oft halten die Fische den Köder auch nur zart fest, so genannte Festhaltebisse, also nichts, was einen richtigen Schlag oder das begehrte Tock auslöst.
Die Rute sollte deswegen einen schnellen Blank haben, der nicht nachschwabbelt und ein hartes Rückrad, Bestens geeignet sind Ruten mit Spitzenaktion, die sich erst bei stärkerer Belastung gerne bis ins Handteil durchbiegen lassen. Nur mit einer schnellen harten Rute kann man die feinen Bisse überhaupt wahrnehmen und schnell genug anschlagen.
Eine weiche Rute, die sich schon durch das Ködergewicht deutlich durchbiegt, hebt den Köder nicht oder nicht weit genug und nur verzögert vom Grund ab. Das hat eine schlechte Köderpräsentation und eine Menge an Hängern zur Folge, vom schlechten Ködergefühl oder den nur verzögert und in ihrer Wirkung verminderten Anschlägen gar nicht zu reden.
Die Rutenlänge sollte beim Uferangeln um die 2,70 bis etwa max. 3,00 Meter betragen, vom Boot aus darf es gerne etwas kürzer sein. Ich bevorzuge in jedem Fall eine Rutenlänge von 2,70 Meter, die 3-Meter-Ruten sind meist deutlich kopflastig, was auf Dauer ermüdend und anstrengend ist.
Das Wurfgewicht richtet sich nach den Ködern und der Zielfischart, entscheident ist das tatsächliche Wurfgewicht, das oft von dem angegebenen WG abweicht.
Für Barsche langt ein Wurfgewicht bis etwa 30 Gramm i.d.R. aus, wobei es bei Hecht- und Zanderfischen durchaus bis 80 Gramm oder schwerer sein darf.
Die Rolle:
An Rollen eignen sich hochwertige stabile Stationärrollen mit ordentlicher Bremse, kräftiger Achse und Getriebe. Eine saubere Schnurwicklung ist sehr wichtig, da fast ausschließlich geflochtene (multfile) Schnüre zum Einsatz kommen. Rollen, die hierfür geeignet sind, müssen nicht übermäßig teuer sein, aber billige Rollen halten den enormen Belastungen beim Jiggen nicht lange stand und verschleißen recht schnell.
Ich bevorzuge hier Rollen mit einem Wormshaftgetriebe, diese sind normalerweise sehr stabil und besitzen eine ausgezeichnete Schnurverlegung.
Fürs leichte Jiggen auf Barsch und co. Ist eine 2000er Rolle meist ausreichend, fürs Jiggen auf Hecht und Zander darf es ruhig eine 3000er oder 4000er Rolle sein.
Mein persönlicher Rollentipp:
Die RedArc von Spro erfüllt alle genannten Voraussetzungen und besitzt ein ausgezeichnetes Preis/Leistungsverhältnis. Ich fische sie in der Größe 10200 auf Barsch, in der Größe 10400 ist sie seit 4 Jahren mein treuer Begleiter auf Hecht und Zander. Man bekommt sie im Fachhandel für etwa 70-80 €, davon ist sie aber jeden einzelnen Cent wert!
Die Schnur:
Wie bereits oben erwähnt, sind geflochtene (multfile) Schnüre zu bevorzugen. Sie haben bei gleichem Durchmesser eine wesentlich höhere Tragkraft gegenüber monofilen Schnüren, man kann also mit dünneren Schnüren bei gleicher Tragkraft fischen. Noch wichtiger aber ist eine andere Eigenschaft der geflochtenen Schnur: sie hat so gut wie keinerlei Dehnung. So wird jede Berührung des Köders, sei es durch Grundkontakt, Fischkotakt oder sei es nur, das sich Kraut oder ähnliches am Köder verfangen hat, sofort und deutlich an die Rute weitergemeldet und man kann entsprechend schnell reagieren.
Die Tragkraft der Schnur sollte beim Zanderfischen in etwa zwischen 6-9 Kilo liegen, beim Hechtjiggen je nach Ködergröße, Hindernissen im Wasser und zu erwartenden Hechtgrößen zwischen 9 und 20 Kilo und beim Barsch entsprechend weniger.
Bei der Schnurfarbe hat man mittlerweile die Qual der Wahl, es gibt weiße, grüne, gelbe, rote, rosa… Schnüre... Ich bevorzuge eindeutig eine gelbe Schnur, denn die ist in den meisten Fällen am besten sichtbar und den Fischen ist es i.d.R. egal, welche Farbe die Schnur hat. Skeptiker können sich ja die ersten Meter einer bunten Schnur mit einem Edding grün färben.
Außerdem kommt zwischen Hauptschnur und Köder ja noch das Vorfach, das aus Gründen der Waidgerechtigkeit, beim Vorkommen von Hechten im Gewässer, nur ein bißfestes Stahl- oder Titanvorfach sein kann. (siehe Bericht hier im Blog: Raubfisch- und Spinnangeln: "Die kleine Vorfachkunde" )
Lediglich bei kleineren leichten Ködern und dem Fischen im Nahbereich ist eine monofile Schnur manchmal angesagt. Hier ist der Faktor Dehnung nicht so wichtig und gerade schnurscheue Fische wie Barsche können in Verbindung mit kleinen Ködern leichter überlistet werden. Aber auch hier gilt die Stahlvorfachregel, am Markt gibt es ganz feine dünne Stahlvorfächer mit Tragkräften ab 3 Kilo, die aber einem Hechtgebiss standhalten.
Hier hat das abgestimmte und ausgewogene Gerät seine Stärke bewiesen: 89er Zander, mit tief inhalliertem 16 cm Gummifisch:

Die Köderführung:
Sicherlich fängt ein Gummifisch oder Twister auch bei gleichmäßigem einleiern den einen oder anderen Fisch, ihre Stärken spielen diese Köder aber erst richtig beim Jiggen über den Grund aus.
Kaum irgendwo wird so viel gestritten, wie über die richtige Köderführung beim Jiggen. Hier gibt es verschiedene Meinungen, die die bekannten Angelprofis strikt vertreten und als die einzig wahre propagieren, ja sogar teilweise für sich in Anspruch nehmen wollen, sie hätten diese Art der Führung und damit das Rad neu erfunden…*g*
Wichtig bei der Köderführung ist vor allem, ständigen Kontakt zum Köder zu haben, was man auf verschiedene Weise erreichen kann:
Beim Wurf sollte man vor dem Auftreffen des Köders auf der Wasseroberfläche bereits die Schnur abbremsen, damit man ohne großen Schnurbogen gleich den direkten Kontakt zum Köder hat. (Manchmal erfolgen Bisse auch direkt nach dem Auftreffen des Köders im Wasser.) Dann einen evtl. vorhandenen restlichen Schnurbogen durch 2-3 schnelle Kurbelumdrehungen beseitigen, schon kann der Köder an gespannter Schnur absinken.
Ist der Köder am Grund angekommen, merkt man das entweder in der Rute oder kann dies am Zusammenfallen der Schnur erkennen (hier kommt wieder der Vorteil der gut sichtbaren Schnur zum Tragen). Bei weichen, schlammigen Böden ist natürlich das Auftreffen des Jigkopfes schwerer in der Rute zu spüren wie auf hartem, gar steinigem Boden.
Ideal ist es, wenn man es schafft, in der Absinkphase einen Finger an die Schnur zu legen, denn dann entgeht einem nichts mehr. Dazu ist, zugegebener Maßen, etwas Übung nötig und es funktioniert nicht mit jeder Rolle, aber es lohnt sich eindeutig, sich dies anzueignen.
Ich stoppe zu diesem Zweck mit dem Zeigefinger der Rutenhand den Rotor der Rolle am Schnurlaufröllchen und habe den Finger sofort an der Schnur.
Der Köder ist also jetzt am Grund, nun beginnt die eigentliche Führung, die auf verschiedenste Art und Weise erfolgen kann:
Gerade für den Anfänger bietet sich die so genannte Faulenzermethode an, die überall in den Medien propagiert wird, ganz einfach aber mit der Abkürzung KKS (Kurbel, Kurbel, Stopp) beschrieben werden kann.
Hierbei wird die Rute parallel zur Wasseroberfläche in Richtung des Köders gehalten. Ist der Köder nach dem Wurf an gestreckter Schnur am Grund angekommen, erfolgen nun 2-3 schnelle Kurbelumdrehungen. Der Köder wird dabei vom Grund abgehoben, in der Stopp-Phase sinkt er wieder an gestreckter Schnur zum Grund. Hier ist dauernder Kontakt zum Köder gegeben, eigentlich also eine gute Variante, oder?
Meine persönliche Meinung dazu: Auch ich „faulenze“ hin und wieder, (habe das Jiggen auch so erlernt) allerdings halte ich die Rute mittlerweile nicht direkt zum Köder, sondern etwas nach links versetzt. Ich kann so die Schnur besser beobachten. Außerdem schlage ich meist nach links oben an und da kommt mir diese Rutenhaltung eher entgegen. Im Übrigen ist diese Führung sehr statisch, gleichmäßig und eintönig. Die Sprünge des Köders fallen eher flach und weit aus, und es gibt deswegen recht viele Hänger.
Die nächste Möglichkeit der Köderführung ist die über die Rute, hierbei kann man wesentlich variabler sein.
Durch Anheben der Rute wird gleichzeitig der Köder mit angehoben, das Ausmaß bestimme ich über die Rutenbewegung. Sofort anschließend wird die Rute wieder in die Ausgangsstellung (9-10 Uhr) gebracht, unter gleichzeitigem Aufkurbeln der losen Schnur. Dann wird der Köder wieder an der gestreckten Schnur absinken lassen und das Spiel erfolgt von neuem. Hier bei kann man die Sprunghöhe wunderbar variieren,
bis man die Vorliebe der Fische in etwa herausgefunden hat.
Man kann in der Absinkphase den Köder noch einmal anjiggen oder durch einen Ruck seitlich ausbrechen lassen, man kann den Köder etappenweise mit 2-3 kleinerer Rucken aufsteigen lassen, gleichzeitig mit dem Anheben der Rute zusätzlich kurbeln, was den Köder viel schneller beschleunigt usw.
Hier hat alles gepasst: Gut abgestimmtes Gerät und eine variable Führung über die Rute brachten mir diesen 1,09 Meter-Prachhecht auf den Bodden

Grundsätzlich ist die Führung über die Rute also viel variabler und aktiver, allerdings ist es gerade für den Anfänger deutlich schwerer, immer den Kontakt zum Köder zu halten. Auch muss man aufpassen, dass man den Köder nicht zu schnell und heftig führt, sonst kann es sein, dass ein den Köder verfolgender Räuber das Interesse an dem Köder verliert, weil er aus dessen Sichtbereich kommt.
Oftmals vereine ich auch die beiden genannten Methoden und gebe dem Köder beim ankurbeln einfach einen Ruck mit der Rutenspitze mit, damit er etwas höher und steiler aufsteigt.
Je näher der Köder am Ufer ist, desto höher ist die Hängergefahr, vor allem beim Angeln in Buhnenfeldern. Hier empfiehlt es sich, die Rute steiler zu halten und beim leichtesten Grundkontakt sofort wieder anzujiggen. Auch muss man bedenken, je näher der Köder kommt, desto heftiger wird er beim anjiggen/ankurbeln aufsteigen. Also in Ufernähe lieber etwas dezenter führen…
Eine weitere Methode der Führung ist das so genannte Schleifen, dabei wird der Gufi einfach langsam, über den Grund schleifend, eingeholt, Pausen sind hierbei durchaus bißfördernd. Diese Methode klappt natürlich nur über recht gleichmäßigem und hängerfreiem Grund, sonst verliert man ob der Verluste schnell den Spaß daran.
Im Wasser abfallende Kanten sind wahre Fischmagneten. Diese lassen sich eindeutig leichter und erfolgreicher von oben nach unten als umgekehrt befischen, bergab ist die Absinkphase viel länger.
Letztendlich muss sich jeder Jigger seine eigene persönliche Führung aneignen, mit der er am besten zurechtkommt und fängt. Hier gilt wieder einmal das alte Sprichwort: wer fängt, hat recht!
Hinzu kommt, das die Fische das eine Mal auf dezente Köderführung stehen, das andere Mal kann man sie nur mit einer aggressiven Köderführung reizen.
Übrigens kann man dieses Jiggen auch im Freiwasser betreiben, ohne jeglichen Grundkontakt. Man lässt den Köder einfach in die gewünschte Tiefe absinken (hierbei ist das Sekunden-Zählen sehr hilfreich), jiggt den Köder dann an, lässt ihn entsprechend wieder absinken …
Bisserkennung und Anschlag:
Wie oben schon erwähnt, gibt es die verschiedensten Arten von Bissen auf die gejiggten Köder, die sich nicht immer sofort und eindeutig bemerkbar machen.
Manchmal sind die Bisse unmissverständlich, es mach deutlich Tock oder es schlägt richtig in die Rute ein, dann ist der Fall klar. Oft ist es aber nur ein kurzes Verharren des Köders, die Schnur zieht leicht seitlich weg, oder die Schnur fällt zusammen, obwohl der Köder noch gar nicht am Grund angekommen sein kann, usw.…
Klar im Vorteil ist, wie schon oben beschrieben derjenige, der den Finger an der Schnur hat, denn der Finger ist der sensibelste Bißanzeiger überhaupt.
Von Vorteil ist es, wenn das mit dem Finger an der Schnur nicht klappt, den Finger zumindest an den Blank zu legen.
Also: entweder Finger an die Schnur, an den Blank und die Schnur über Wasser beobachten!
Prinzipiell ist bei jedem leisen Verdacht, bei jeder Unregelmäßigkeit im Köderlauf sofort ein kräftiger Anschlag zu setzen.
Merke: lieber einmal zu oft und umsonst angeschlagen, wie den vielleicht einzigen Biss des Tages mangels Anschlag nicht zu verwerten.
Der Köder auf dem folgenden Bild wurde volley inhaliert, der Biß war eindeutig:

Wichtig ist hierbei auch die richtige Einstellung der Bremse: sie darf unter keinen Umständen schon beim Anschlag Schnur freigeben, sonst verpufft dieser. Deswegen ist eine stramme Bremseinstellung vonnöten, man kann sie ja gegebenenfalls während des Drills etwas lockern.
Ich setze meinen Anschlag i.d.R. nach schräg links oben und habe damit beste Erfahrungen gemacht.
Hänger lösen:
Da das Jiggen ja, wie bereits beschrieben, überwiegend hart am Grund durchgeführt wird, gibt es regelmäßig den einen oder anderen Hänger und das lässt sich auch gar nicht vermeiden.
Hier ein paar gute Tipps zum Hängerlösen:
Rütteln und leicht schlagen: Hängt der Köder fest, dann sollte man erst einmal versuchen, diesen durch rütteln mit erhobener Rute und leichten Schlägen wieder frei zu bekommen.
Dabei wenn möglich etwas am Ufer lang laufen, um die Zugrichtung zu ändern.
Beim Bootsfischen ist das relativ einfach, dann einfach über den Hängerort drüber hinaus fahren und Zug von der entgegen gesetzten Richtung ausüben.
Die Schnalztechnik: Hängt der Köder richtig fest und löst sich nicht durchs rütteln, dann sollte man die Schnur an der Rolle mit dem Finger blockieren, den Schnurfangbügel öffnen, richtige Spannung mit der Rute aufbauen und dann die Schnur schnalzen lassen. Bei Nichtgelingen das Ganze mehrmals wiederholen. Durch den plötzlich nachlassenden Druck und das Zurückschnalzen der Rute kommt ein verkanteter Köder oftmals wieder frei. Erfolgsquote je nach Hängerart und Jigkopfform (Frontbefestigung) bis deutlich über 50 %
In Flüssen mit Strömung, vor allem an Buhnenköpfen hilft es oft, Schnur zu geben und die losen Schnur mit der Strömung abtreiben zu lassen. Hat sich dann ein etwas größerer Schnurbogen bis über den Hängerplatz gebildet, kräftig anschlagen. Durch den Schnurbogen kommt nun der Schnurzug aus der entgegen gesetzten Richtung und zieht oftmals den Köder aus dem Hindernis.
Sollten diese Tipps alle nicht geholfen haben, z.B. weil der Haken sich irgendwo rettungslos festgesetzt hat, hilft oft nur noch brachiale Gewalt. Diese sollte man allerdings nicht über Rute und Rolle ausüben, sondern man sollte die Schnur vor der Rute um z.B. einen Stock ect. mehrfach wickeln und dann langsam aber stetig Druck ausüben bis entweder der Köder freikommt oder abreißt. Macht man das über Rute und Rolle, sind Schäden vorprogrammiert. Damit hierbei nicht viele Meter der teuren Geflochtenen Schnur abreißen, benutze ich übrigens das Stahlvorfach als Sollbruchstelle und wähle es von der Tragkraft her etwas schwächer wie die Hauptschnur.
Ich hoffe, euch die wichtigsten Grundzüge des Jiggens hiermit ein wenig näher gebracht zu haben und wünsche euch dabei viel Spaß und ein kräftiges Petri Heil!
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