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Mittwoch, September 14, 2016

Das Twizzeln von Stahlvorfächern

Hi @ all,

hier mal eine Anleitung zum Twizzeln von Stahlvorfächern. Hatte die bislang immer mittels Quetschhülsen verarbeitet. Nun waren mir die Barschvorfächer ausgegangen und ich wollte mal das Twizzeln probieren, geht locker vom Hocker und ist kinderleicht. Vor allem ist das eine schnelle und gute Alternative.

Nun zum Twizzeln bzw. zu benötigten Materialien zum Vorfachbau, anbei auch mit Quetschhülsen. Folgende Materilaien werden benötigt, dazu noch eine scharfe Schere und ein Feuerzeug zum Twizzeln. Bislang habe ich meine Vorfächer immer gequetscht, doch gerade bei den dünnen Stahlvorfächern, wie ich sie auf Barsch benutze (Drennan 7Strand in 5,4 Kilo) ist, wenn langsam die Sehkraft nachlässt oder keine passenden Quetschhülsen zur Hand sind, das Twizzeln eine gute Alternative, klapppt natürlich auch bei stärkeren Vorfächern. Bestens zum Twizzeln geeignet ist hierbei nur das 7Strand, 7x7 ist i.d.R zu weich dafür.



Einen selbstgebastelten "Twizzelstick" seht ihr unten mittig im Bild, den habe ich aus einer Rouladennadel gebogen, die ich meinem Perlchen geklaut habe. Es gibt aber für um die 3 Euro fertige zu kaufen, zum Beispiel im Shop von Uli Beyer, wo man auch alle übrigen Materialien bekommt.

Solche Großspulen sind über ebay.com zu beziehen und sparen am Ende richtig Geld. Das AFW 7Strand ist das gleiche, welches der Ulli Beyer als ThinkBig-Vorfach vertreibt... ;)



Nun zum eigentlichen Twizzeln, ich habe das wegen der besseren Sichtbarkeit mal mit 18 Kilo 7Strand gemacht und entsprechend großem Wirbel und Karabiner.

Zuerst das Stahlvorfach 2x durch die Öse fädeln und das Ende ca. 4 cm überstehen lassen...



Dann mit einem Feuerzeug das abstehende Ende kurz ausglühen, geht sehr schnell. Dies trägt dazu bei, die Spannung aus dem Material zu nehmen und die Wicklungen gehen leichter und werden enger. Tragkraftmäßig macht das nichts aus, denn die Hauptlast liegt dort in der Öse.

Nun den Twizzelstick in die untere Öse des Wirbels einhaken und 2-3 lockere Drehungen machen.



Dann ganz wichtig, das überstehende Ende fast im 90Grad Winkel abknicken, damit die Windungen eng ananeinder liegen. Daumen und Zeigefinger pressen diese Stelle zusammen und mit dem Twizzelstick nun einfach den Wirbel drehen, bis das Ende aufgedreht ist oder etwa 2 cm zusammengedröselt sind. Steht noch etwas Material über, einfach bündig mit einer Schere abschneiden.
Gleiches kann man auch durch eine an das abstehende Ende festgeklemmte Arterienklemme erreichen, die man dann um das straff gehaltene Vorfach herumwirbeln lässt. Bei den dünnen Vorfächern ist mir das aber irgendwie nicht geheuer und wenn sich die Klemme löst, kann die umherfliegende Arterienklemme verloren gehen oder sonst etwas beschädigen.





Mit dem Karabiner verfährt man dann analog und fertig ist das Vorfach, wirklich eine sehr schnelle Art und Weise, um ein Vorfach zu basteln.
Wenn man dann den Karabiner in den Wirbel einhängt, kann man gleich eine anständige Zugkontrolle machen.



Hier mal ein Vorfach in 5,4 Kilo, einmal getwizzelt, einmal gequetscht mit einer Hülse mit 0,6 mm Innendurchmesser im direktem Vergleich, ist getwizzelt schon etwas unauffälliger.



Schnell ist so ein Dutzend Vorfächer fertig gemacht, ich rolle die immer folgendermaßen auf...





um sie dann in einer herkömmlichen Vorfachtasche mit mehreren Innenfolien sicher zu verstauen. Da sind glaube 10 Foilentaschen drin und darin sortiert haben bis an die 150 oder 200 Vorfächer Platz...



Probiert es mal aus, die Vorfächer halten einwandfrei und zumindest bei den dünnen Durchmessern werde ich mir zukünftig die Quetschhülsen sparen.

Liebe Grüße,

euer Lahnfischer

Donnerstag, März 22, 2012

Frühjahrsbarsche auf Wurm am Dropshot

Hi @ all,

langsam wird es endlich Frühling, es juckt gewaltig in den Fingern, doch leider herscht hier in der Hechtschonzeit ein generelles Kunstköderverbot. Barsche sollten sich doch aber trotzdem fangen lassen, schlagen sie sich doch vor der anstrengenden Laichzeit noch mal die Bäuche voll, also wird aktiv mit Wurm am DS gefischt.
Allerdings fische ich nicht mit dem klassischen DS, bei dem der Haken starr am Vorfach befestigt ist, sondern am kurzen etwa 5 cm langen Seitenarm. Dabei können die Barsche den Köder viel leichter einsaugen, er spielt besser und die Fehlbisse sind deutlich weniger!

Den Seitenarm binde ich ganz einfach mit der sogenannten Springerschlaufe, man kann ihn aber auch mittels Stopperknoten einbinden. Daran kommt dann der Haken. Als Haken geht zwar auch ein normaler Wurmöhrhaken, aber bessere Bissausbeute gibts mit leichten DS-Wurmhaken mit weiterem Hakenbogen. Ich benutze neuerdings den Gamakatsu Drop Shot Hook Worm 39 Gr.4 oder 2, je nach Wurmgröße...


Es hat sich bewährt, den Wurm maximal 1-2 Mal durchzustechen, damit die freien Enden schön spielen können, entweder am Kopf, am Schwanz oder aber wacky in der Wurmmitte.
Das Vorfach knote ich dann direkt an die dünne geflochtene Hauptschnur mittels doppeltem Grinner. Ich nehme übrigens kein Fluorocorbon mehr, das ist mir zu steif, sondern einfach 025er Mono Stroft GTM. Ist viel leichter zu knoten, weil weicher und die Barsche störts eh nicht. Als Dropshotgewicht nehme ich die herkömmlichen Stabbleie, allerdings nicht zu leicht, mindestens 14-18 Gramm sollten es schon sein, auch bei keiner oder mäßiger Strömung. Sind die Bleie zu leicht, ziehst du ständig ungewollt die Montage zu dir heran.


Bei der Führung ist darauf achten, dass man einen leichten konrollierten Schnurbogen hat, damit die Bisse nicht voll in die Rute durchschlagen. Ich habe, wie beim Jiggen, immer den Finger in der Schnur, so merkt man auch zarteste Anfasser. Nach dem Auswerfen die Montage an gestraffter Schnur absinken lassen und mit erhobener Rutenspitze Fühlung aufnehmen. Da der Wurm selbst schon durch seinen Geruch und seine Bewegungen lockt, fällt bei mir die Führung recht dezent aus. Ich lasse den Köder oft einfach stehen, die Rutenspitze wackelt eh meist etwas, was völlig ausreicht. Alle 20-30 Sekunden ziehe ich die Montage entweder über die Rutenspitze oder durch langsame 1-2 Kurblumdrehungen näher zu mir. Bei einem Biss kurz die Rutenspitze senken und etwas verzögert leicht anschlagen. Hängt der Fisch nicht, die Montage einfach stehen lassen, meistens kommt dann gleich der nächste Biss.

Übrigens muss es keine spezielle Dropshotrute sein, ich fische das mit meiner normalen Barschspinnrute, einer etwa 2,10 langen Rute mit einem WG bis 30 Gramm, passender Stationärrolle und 5-Kilo tragende gelbe geflochtene Schnur.

Das schwierigste ist, die Barsche zu finden. Sucht nicht zu tief nach Futterfischschwarmen, da sind die Barsche meist nicht weit davon entfernt. Wenn die Barsche erst einmal gefunden sind, lassen sie sich meist nicht lange bitten.
Ausprobieren muss man lediglich, worauf die Barsche stehen. Den einen Tag wollen sie fette Tauwürmer, den nächsten Tag halbe Tauwürmer und dann wieder lieber kleinere Dendrobenas...



Hier mal ein paar Beifänge von heute, denn nicht nur Barsche stehen auf Würmer...






Versucht das ruhig einmal, ihr werdet sehen, das macht riesigen Spass und fängig ist es obendrein. Für mich ist das die beste Methode, um gegen den Schonzeitkoller anzugehen.

PS: selbstverständlich funktioniert diese Methode das ganze Jahr über, aber gerade im Frühjahr oder Spätherbst/Winter ist das oft die erfolgreichste Angelmethode ;)

Liebe Grüße,

euer Lahni

Dienstag, August 18, 2009

Das Jiggen mit Gummiködern

Das Jiggen mit Gummiködern





Eine der wohl erfolgreichsten Spinnangelmethoden auf Raubfische wie Hecht, Barsch und Zander ist der Jiggen mit verschiedenen Gummiködern wie Gummifisch, Twister, Fischtwister ect. am Bleikopf.

Die weiche Welle, wie das Gummifischangeln damals genannt wurde, schwappte in den 80ern nach Deutschland und revolutionierte nahezu das Spinnfischen auf Hecht, Barsch und vor allem Zander.
Gerade Zander galten damals als fast unfangbar mit Kunstködern, was sich aber sehr schnell ändern sollte...

Dieser Bericht hier soll eine kleine zusammenfassende Anleitung für das Jiggen mit Gummiködern sein und erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit oder stellt etwa eine revolutionäre neue Angelmethode dar. Sie soll einfach erklären, wie das Jiggen mit den Gummiködern funktioniert…

Das Jiggen an sich meint nichts anderes, als einen bleibeschwerten Gummiköder mit Sprüngen über den Grund hüpfen zu lassen, wobei regelmäßige Grundberührungen sich abwechseln mit einer Aufsteig- und Sinkphase.

Gerade diese Sinkphase ist dabei die wichtigste Komponente, kommen doch in dieser recht kurzen Zeit mehr als 90 % aller Bisse auf den Köder und sollte deswegen möglichst lange ausfallen.

Zielfische:







Die wichtigsten Zielfische beim Jiggen sind, wie oben schon beschrieben, der Barsch, Hecht und Zander. Jedoch lassen sich eigentlich alle gängigen Räuber mit dieser Angelmethode fangen, wie z.B. Döbel, Forellen, Waller, Rapfen usw.










Köder:

Gab es zu Anfang der Gummiwelle in Europa lediglich relativ kleine gelbe Twister als Gummiköder (Mister Twister“), so gibt es heute eine mittlerweile schier unüberblickbare Auswahl an den verschiedensten Köderformen, Farben und Größen.
Angefangen von Gummifischen in allen Größen mit oder ohne Hammerschwanz, Twister, Fischtwister, Gummifröschen, Gummikrabben und –Krebsen bis hin zu Fantasiegebilden ist alles erhältlich.
Eines aber haben sie alle gemeinsam, sie werden zum Jiggen auf einen Jighaken mit Bleikopf gezogen, evtl. dann zusätzlich noch mit zusätzlichen Drillingen, den so genannten Angstdrilling oder Stingern, bewehrt.

Ködergrößen:

Je nach Zielfisch und nach Jahreszeit/Temperatur variieren die verwendeten Ködergrößen deutlich. Eine pauschale Angabe von Ködergrößen ist deswegen nicht so einfach. Ich beschränke mich mal auf die 3 gängigsten Raubfische und meine bevorzugt verwendeten Ködergrößen.
Dabei gilt i.d.R.: je kälter die Jahreszeit, desto größer können die Köder sein und natürlich umgekehrt je wärmer das Wasser, desto kleiner die Köder.

Barsch: Köder von etwa 3-10 cm
Zander: Köder von etwa 8-15 cm, im Herbst/Winter auch noch größer
Hecht: Köder von 15 cm aufwärts, im Herbst/Winter durchaus auch weit über 20 cm


Jighaken:

Diese sind i.d.R. schon mit einem fest aufgegossenen Bleikopf beschwert, Die Hakengröße richtet sich dabei nach der Ködergröße und etwaigen zusätzlichen Angstdrillingen.

Da die Hakengrößen nicht irgendwelchen Normen unterliegen, hier mal eine ungefähre Angabe über das Verhältnis Ködergröße/Jighakengröße am Beispiel von VMC-Jighaken:

Ködergröße vs. Jighakengröße:

3 cm------------------------------------6
5 cm------------------------------------1 oder 1/0
6-7 cm----------------------------------1/0 oder 2/0
8 cm------------------------------------3/0
10 cm-----------------------------------4/0
12 cm-----------------------------------5/0
14-16 cm--------------------------------6/0
18-20 cm--------------------------------8/0
23 cm----------------------------------10/0


Stringer:

Die Zusatzdrillinge (Stinger oder Angstdrilling) verwende ich persönlich erst ab einer Ködergröße von etwa 12 cm.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Platzierung, vorne am Kopf, im hinteren Drittel oder beides. Am gebräuchlichsten ist sicherlich die Anbringung des Drillings im hinteren Köderdrittel.

Hier hat lediglich der Zusatzdrilling den Fisch gebracht und sicher gehakt:



Die Drillingsgrößen variieren ebenso stark wie die Jighakengrößen von Hersteller zu Hersteller, hier wieder meine bevorzugt verwendeten Größen anhand von VMC-Drillingen und abhängig von der Köderform. Große hochrückige Köder brauchen einen größeren Drilling als ein schmaler so genannter No-Action Shad:

Hier 23er Shads mit 2 Zusatzdrillingen:



Ködergröße vs. Drillingsgröße:

12 cm---------------------------6 oder 4
14-16 cm------------------------4 bis 2
18 cm---------------------------1 oder 1/0 (evtl. 2 Drillinge)
20-23 cm------------------------1/0 bis 2/0 (2 Drillinge)

Die Vorfachstärke der Stringer sollte nicht zu dünn gewählt werden, gerade beim Hechtfischen sind Tragkräfte von 15-20 Kilo nicht übertrieben und stören das Köderspiel auch nicht. Ich selbst habe kürzlich an den Bodden einen Hecht von gut 1,20 Meter durch den Bruch eines neuen selbstgebauten Stringers mit einer Tragkraft von 12,7 Kilo verloren und werde dort in Zukunft nicht mehr unter 40 LBs fischen.

Der Bleikopf:

Bleiköpfe gibt es nicht nur in den unterschiedlichsten Gewichten, sondern auch in verschiedenen Formen.

Allgemein bekannt und universell einsetzbar ist sicherlich der normale Rundkopfjig, doch daneben gibt es an wichtigen Hauptformen z.B. noch:

- den Eriekopf, der sich besonders für tiefe und stärker strömende Bereiche eignet, durch den tiefen Schwerpunkt bleibt er immer in Bodennähe (auch erhältlich mit Frontbefestigung als „Special Stand Up Erie-Jig“)



Hier der Special Stand-Up Erie-Jig
(Bilder mit weißem Hintergrund mit freundlicher Genehmigung von http://www.angel-technik.de )



- den Fischkopf, der sich vor allem für starke Strömungen eignet, bietet durch seine Stromlinienform wenig Wasserwiderstand



- den Bananenkopf, der sich besonders für flachere Abschnitte eignet, steigt durch die Frontbefestigung auf Zug sofort auf und durch die Frontbefestigung lassen sich Hänger deutlich besser lösen!


Das Jiggen mit Gummiködern

- den Football-Jig, der sich, ähnlich wie der Eiriejig, zum Fischen in tieferen Gewässern eignet



Daneben gibt es weitere Jigkopfformen wie Stand-UP-Jigköpfe, Jigköpfe mit Krautschutz, Wobbelköpfe, mit Spinnerblatt usw., auf die ich aber nicht weiter eingehen möchte.

Das verwendete Bleigewicht am Jighaken ist abhängig von einer Vielzahl an Faktoren, grundsätzlich gilt aber: So schwer wie nötig und so leicht wie möglich.

Faktoren, die das benötigte Jigkopfgewicht beeinflussen, sind:

- Gewässertiefe: je tiefer das Gewässer ist, desto schwerer muss der Bleikopf gewählt werden

- Strömung: Je stärker die Strömung ist, um so schwerer muss der Jigkopf sein, um einerseits ein ungewolltes Verdriften des Köders zu verhindern, anderseits den Grundkontakt halten zu können.

- Wind: starker Wind sorgt für einen Schnurbogen und erschwert die Köderkontrolle. Hier kann es nötig sein, den Jigkopf deutlich schwerer als überhaupt nötig zu wählen, um den Köder noch kontrolliert führen zu können.

- Ködergröße und –Form: je größer ein Köder ist, desto schwerer muss i.d.R. auch der Jigkopf gewählt werden, um eine gute Köderkontrolle und Laufverhalten zu gewährleisten. Dabei kommt es aber auch auf die Köderform und den Schwanz des Köders an. Hochrückige, breite Köder mit großem Schaufelschwanz benötigen deutlich mehr Bleigewicht als ein gleichgroßer Twister oder ein ganz schlanker No-Action-Shad gleicher Länge. Je mehr Wasserverdrängung ein solcher Köder hat, umso schwerer muss er bebleit werden! (siehe auch hier im Blog unter dem Titel: Jiggen mit Gummifisch - "die kleine Schwanzkunde" )

- Auch die Gummimischung beeinflusst das benötigte Bleigewicht. Köder aus festem hartem Material brauchen meist mehr Bleigewicht, um optimal zu spielen, wie vergleichbare Köder mit einer weichen Gummimischung.

- Manchmal überbleit man den Köder auch absichtlich, um durch die Erschütterungen, die das jeweilige Auftreffen des Köders auf den Boden verursachen, die Fische zum Biss zu reizen.

- Manchmal überbleit man den Köder auch, um damit auf genügend Wurfweite zu kommen

Letztendlich muss man sich durch Testen das jeweils für die gegebene Situation geeignete Jigkopfgewicht heraussuchen, mit ein wenig Erfahrung geht das aber recht schnell.
Anfänger sollten ihren Bleikopf lieber eine Nummer zu schwer wählen wie zu leicht, damit sie ein richtiges Ködergefühl entwickeln.

Es gibt übrigens neben den unlackierten Jigköpfen auch bunt lackierte. Ob jemand diese Mehrkosten auf sich nehmen will, sei ihm überlassen, ich bevorzuge die klassischen unlackierten Köpfe.


Das geeignete Gerät:

Die Rute:

Zum Jiggen eignen sich längst nicht alle gängigen Spinnruten, die richtige Rutenaktion ist entscheidend. Gerade wenn man sich die Attacken von Barsch und Zander anschaut, sieht man, dass diese den Köder durch Aufreißen ihres Maules mittels entstehenden Unterdrucks einsaugen. Dies geschieht in Sekundenbruchteilen und genauso schnell spucken sie den Köder auch wieder aus, wenn ihnen etwas spanisch vorkommt. Nun ist nicht jeder Biss richtig hart, oft halten die Fische den Köder auch nur zart fest, so genannte Festhaltebisse, also nichts, was einen richtigen Schlag oder das begehrte Tock auslöst.
Die Rute sollte deswegen einen schnellen Blank haben, der nicht nachschwabbelt und ein hartes Rückrad, Bestens geeignet sind Ruten mit Spitzenaktion, die sich erst bei stärkerer Belastung gerne bis ins Handteil durchbiegen lassen. Nur mit einer schnellen harten Rute kann man die feinen Bisse überhaupt wahrnehmen und schnell genug anschlagen.
Eine weiche Rute, die sich schon durch das Ködergewicht deutlich durchbiegt, hebt den Köder nicht oder nicht weit genug und nur verzögert vom Grund ab. Das hat eine schlechte Köderpräsentation und eine Menge an Hängern zur Folge, vom schlechten Ködergefühl oder den nur verzögert und in ihrer Wirkung verminderten Anschlägen gar nicht zu reden.
Die Rutenlänge sollte beim Uferangeln um die 2,70 bis etwa max. 3,00 Meter betragen, vom Boot aus darf es gerne etwas kürzer sein. Ich bevorzuge in jedem Fall eine Rutenlänge von 2,70 Meter, die 3-Meter-Ruten sind meist deutlich kopflastig, was auf Dauer ermüdend und anstrengend ist.
Das Wurfgewicht richtet sich nach den Ködern und der Zielfischart, entscheident ist das tatsächliche Wurfgewicht, das oft von dem angegebenen WG abweicht.
Für Barsche langt ein Wurfgewicht bis etwa 30 Gramm i.d.R. aus, wobei es bei Hecht- und Zanderfischen durchaus bis 80 Gramm oder schwerer sein darf.

Die Rolle:

An Rollen eignen sich hochwertige stabile Stationärrollen mit ordentlicher Bremse, kräftiger Achse und Getriebe. Eine saubere Schnurwicklung ist sehr wichtig, da fast ausschließlich geflochtene (multfile) Schnüre zum Einsatz kommen. Rollen, die hierfür geeignet sind, müssen nicht übermäßig teuer sein, aber billige Rollen halten den enormen Belastungen beim Jiggen nicht lange stand und verschleißen recht schnell.
Ich bevorzuge hier Rollen mit einem Wormshaftgetriebe, diese sind normalerweise sehr stabil und besitzen eine ausgezeichnete Schnurverlegung.
Fürs leichte Jiggen auf Barsch und co. Ist eine 2000er Rolle meist ausreichend, fürs Jiggen auf Hecht und Zander darf es ruhig eine 3000er oder 4000er Rolle sein.

Mein persönlicher Rollentipp:

Die RedArc von Spro erfüllt alle genannten Voraussetzungen und besitzt ein ausgezeichnetes Preis/Leistungsverhältnis. Ich fische sie in der Größe 10200 auf Barsch, in der Größe 10400 ist sie seit 4 Jahren mein treuer Begleiter auf Hecht und Zander. Man bekommt sie im Fachhandel für etwa 70-80 €, davon ist sie aber jeden einzelnen Cent wert!

Die Schnur:

Wie bereits oben erwähnt, sind geflochtene (multfile) Schnüre zu bevorzugen. Sie haben bei gleichem Durchmesser eine wesentlich höhere Tragkraft gegenüber monofilen Schnüren, man kann also mit dünneren Schnüren bei gleicher Tragkraft fischen. Noch wichtiger aber ist eine andere Eigenschaft der geflochtenen Schnur: sie hat so gut wie keinerlei Dehnung. So wird jede Berührung des Köders, sei es durch Grundkontakt, Fischkotakt oder sei es nur, das sich Kraut oder ähnliches am Köder verfangen hat, sofort und deutlich an die Rute weitergemeldet und man kann entsprechend schnell reagieren.

Die Tragkraft der Schnur sollte beim Zanderfischen in etwa zwischen 6-9 Kilo liegen, beim Hechtjiggen je nach Ködergröße, Hindernissen im Wasser und zu erwartenden Hechtgrößen zwischen 9 und 20 Kilo und beim Barsch entsprechend weniger.

Bei der Schnurfarbe hat man mittlerweile die Qual der Wahl, es gibt weiße, grüne, gelbe, rote, rosa… Schnüre... Ich bevorzuge eindeutig eine gelbe Schnur, denn die ist in den meisten Fällen am besten sichtbar und den Fischen ist es i.d.R. egal, welche Farbe die Schnur hat. Skeptiker können sich ja die ersten Meter einer bunten Schnur mit einem Edding grün färben.
Außerdem kommt zwischen Hauptschnur und Köder ja noch das Vorfach, das aus Gründen der Waidgerechtigkeit, beim Vorkommen von Hechten im Gewässer, nur ein bißfestes Stahl- oder Titanvorfach sein kann. (siehe Bericht hier im Blog: Raubfisch- und Spinnangeln: "Die kleine Vorfachkunde" )

Lediglich bei kleineren leichten Ködern und dem Fischen im Nahbereich ist eine monofile Schnur manchmal angesagt. Hier ist der Faktor Dehnung nicht so wichtig und gerade schnurscheue Fische wie Barsche können in Verbindung mit kleinen Ködern leichter überlistet werden. Aber auch hier gilt die Stahlvorfachregel, am Markt gibt es ganz feine dünne Stahlvorfächer mit Tragkräften ab 3 Kilo, die aber einem Hechtgebiss standhalten.

Hier hat das abgestimmte und ausgewogene Gerät seine Stärke bewiesen: 89er Zander, mit tief inhalliertem 16 cm Gummifisch:




Die Köderführung:

Sicherlich fängt ein Gummifisch oder Twister auch bei gleichmäßigem einleiern den einen oder anderen Fisch, ihre Stärken spielen diese Köder aber erst richtig beim Jiggen über den Grund aus.

Kaum irgendwo wird so viel gestritten, wie über die richtige Köderführung beim Jiggen. Hier gibt es verschiedene Meinungen, die die bekannten Angelprofis strikt vertreten und als die einzig wahre propagieren, ja sogar teilweise für sich in Anspruch nehmen wollen, sie hätten diese Art der Führung und damit das Rad neu erfunden…*g*

Wichtig bei der Köderführung ist vor allem, ständigen Kontakt zum Köder zu haben, was man auf verschiedene Weise erreichen kann:

Beim Wurf sollte man vor dem Auftreffen des Köders auf der Wasseroberfläche bereits die Schnur abbremsen, damit man ohne großen Schnurbogen gleich den direkten Kontakt zum Köder hat. (Manchmal erfolgen Bisse auch direkt nach dem Auftreffen des Köders im Wasser.) Dann einen evtl. vorhandenen restlichen Schnurbogen durch 2-3 schnelle Kurbelumdrehungen beseitigen, schon kann der Köder an gespannter Schnur absinken.

Ist der Köder am Grund angekommen, merkt man das entweder in der Rute oder kann dies am Zusammenfallen der Schnur erkennen (hier kommt wieder der Vorteil der gut sichtbaren Schnur zum Tragen). Bei weichen, schlammigen Böden ist natürlich das Auftreffen des Jigkopfes schwerer in der Rute zu spüren wie auf hartem, gar steinigem Boden.

Ideal ist es, wenn man es schafft, in der Absinkphase einen Finger an die Schnur zu legen, denn dann entgeht einem nichts mehr. Dazu ist, zugegebener Maßen, etwas Übung nötig und es funktioniert nicht mit jeder Rolle, aber es lohnt sich eindeutig, sich dies anzueignen.

Ich stoppe zu diesem Zweck mit dem Zeigefinger der Rutenhand den Rotor der Rolle am Schnurlaufröllchen und habe den Finger sofort an der Schnur.


Der Köder ist also jetzt am Grund, nun beginnt die eigentliche Führung, die auf verschiedenste Art und Weise erfolgen kann:

Gerade für den Anfänger bietet sich die so genannte Faulenzermethode an, die überall in den Medien propagiert wird, ganz einfach aber mit der Abkürzung KKS (Kurbel, Kurbel, Stopp) beschrieben werden kann.

Hierbei wird die Rute parallel zur Wasseroberfläche in Richtung des Köders gehalten. Ist der Köder nach dem Wurf an gestreckter Schnur am Grund angekommen, erfolgen nun 2-3 schnelle Kurbelumdrehungen. Der Köder wird dabei vom Grund abgehoben, in der Stopp-Phase sinkt er wieder an gestreckter Schnur zum Grund. Hier ist dauernder Kontakt zum Köder gegeben, eigentlich also eine gute Variante, oder?

Meine persönliche Meinung dazu: Auch ich „faulenze“ hin und wieder, (habe das Jiggen auch so erlernt) allerdings halte ich die Rute mittlerweile nicht direkt zum Köder, sondern etwas nach links versetzt. Ich kann so die Schnur besser beobachten. Außerdem schlage ich meist nach links oben an und da kommt mir diese Rutenhaltung eher entgegen. Im Übrigen ist diese Führung sehr statisch, gleichmäßig und eintönig. Die Sprünge des Köders fallen eher flach und weit aus, und es gibt deswegen recht viele Hänger.

Die nächste Möglichkeit der Köderführung ist die über die Rute, hierbei kann man wesentlich variabler sein.
Durch Anheben der Rute wird gleichzeitig der Köder mit angehoben, das Ausmaß bestimme ich über die Rutenbewegung. Sofort anschließend wird die Rute wieder in die Ausgangsstellung (9-10 Uhr) gebracht, unter gleichzeitigem Aufkurbeln der losen Schnur. Dann wird der Köder wieder an der gestreckten Schnur absinken lassen und das Spiel erfolgt von neuem. Hier bei kann man die Sprunghöhe wunderbar variieren,
bis man die Vorliebe der Fische in etwa herausgefunden hat.
Man kann in der Absinkphase den Köder noch einmal anjiggen oder durch einen Ruck seitlich ausbrechen lassen, man kann den Köder etappenweise mit 2-3 kleinerer Rucken aufsteigen lassen, gleichzeitig mit dem Anheben der Rute zusätzlich kurbeln, was den Köder viel schneller beschleunigt usw.

Hier hat alles gepasst: Gut abgestimmtes Gerät und eine variable Führung über die Rute brachten mir diesen 1,09 Meter-Prachhecht auf den Bodden



Grundsätzlich ist die Führung über die Rute also viel variabler und aktiver, allerdings ist es gerade für den Anfänger deutlich schwerer, immer den Kontakt zum Köder zu halten. Auch muss man aufpassen, dass man den Köder nicht zu schnell und heftig führt, sonst kann es sein, dass ein den Köder verfolgender Räuber das Interesse an dem Köder verliert, weil er aus dessen Sichtbereich kommt.

Oftmals vereine ich auch die beiden genannten Methoden und gebe dem Köder beim ankurbeln einfach einen Ruck mit der Rutenspitze mit, damit er etwas höher und steiler aufsteigt.

Je näher der Köder am Ufer ist, desto höher ist die Hängergefahr, vor allem beim Angeln in Buhnenfeldern. Hier empfiehlt es sich, die Rute steiler zu halten und beim leichtesten Grundkontakt sofort wieder anzujiggen. Auch muss man bedenken, je näher der Köder kommt, desto heftiger wird er beim anjiggen/ankurbeln aufsteigen. Also in Ufernähe lieber etwas dezenter führen…

Eine weitere Methode der Führung ist das so genannte Schleifen, dabei wird der Gufi einfach langsam, über den Grund schleifend, eingeholt, Pausen sind hierbei durchaus bißfördernd. Diese Methode klappt natürlich nur über recht gleichmäßigem und hängerfreiem Grund, sonst verliert man ob der Verluste schnell den Spaß daran.

Im Wasser abfallende Kanten sind wahre Fischmagneten. Diese lassen sich eindeutig leichter und erfolgreicher von oben nach unten als umgekehrt befischen, bergab ist die Absinkphase viel länger.

Letztendlich muss sich jeder Jigger seine eigene persönliche Führung aneignen, mit der er am besten zurechtkommt und fängt. Hier gilt wieder einmal das alte Sprichwort: wer fängt, hat recht!
Hinzu kommt, das die Fische das eine Mal auf dezente Köderführung stehen, das andere Mal kann man sie nur mit einer aggressiven Köderführung reizen.

Übrigens kann man dieses Jiggen auch im Freiwasser betreiben, ohne jeglichen Grundkontakt. Man lässt den Köder einfach in die gewünschte Tiefe absinken (hierbei ist das Sekunden-Zählen sehr hilfreich), jiggt den Köder dann an, lässt ihn entsprechend wieder absinken …

Bisserkennung und Anschlag:

Wie oben schon erwähnt, gibt es die verschiedensten Arten von Bissen auf die gejiggten Köder, die sich nicht immer sofort und eindeutig bemerkbar machen.
Manchmal sind die Bisse unmissverständlich, es mach deutlich Tock oder es schlägt richtig in die Rute ein, dann ist der Fall klar. Oft ist es aber nur ein kurzes Verharren des Köders, die Schnur zieht leicht seitlich weg, oder die Schnur fällt zusammen, obwohl der Köder noch gar nicht am Grund angekommen sein kann, usw.…
Klar im Vorteil ist, wie schon oben beschrieben derjenige, der den Finger an der Schnur hat, denn der Finger ist der sensibelste Bißanzeiger überhaupt.
Von Vorteil ist es, wenn das mit dem Finger an der Schnur nicht klappt, den Finger zumindest an den Blank zu legen.
Also: entweder Finger an die Schnur, an den Blank und die Schnur über Wasser beobachten!

Prinzipiell ist bei jedem leisen Verdacht, bei jeder Unregelmäßigkeit im Köderlauf sofort ein kräftiger Anschlag zu setzen.

Merke: lieber einmal zu oft und umsonst angeschlagen, wie den vielleicht einzigen Biss des Tages mangels Anschlag nicht zu verwerten.

Der Köder auf dem folgenden Bild wurde volley inhaliert, der Biß war eindeutig:



Wichtig ist hierbei auch die richtige Einstellung der Bremse: sie darf unter keinen Umständen schon beim Anschlag Schnur freigeben, sonst verpufft dieser. Deswegen ist eine stramme Bremseinstellung vonnöten, man kann sie ja gegebenenfalls während des Drills etwas lockern.
Ich setze meinen Anschlag i.d.R. nach schräg links oben und habe damit beste Erfahrungen gemacht.

Hänger lösen:

Da das Jiggen ja, wie bereits beschrieben, überwiegend hart am Grund durchgeführt wird, gibt es regelmäßig den einen oder anderen Hänger und das lässt sich auch gar nicht vermeiden.

Hier ein paar gute Tipps zum Hängerlösen:

Rütteln und leicht schlagen: Hängt der Köder fest, dann sollte man erst einmal versuchen, diesen durch rütteln mit erhobener Rute und leichten Schlägen wieder frei zu bekommen.
Dabei wenn möglich etwas am Ufer lang laufen, um die Zugrichtung zu ändern.
Beim Bootsfischen ist das relativ einfach, dann einfach über den Hängerort drüber hinaus fahren und Zug von der entgegen gesetzten Richtung ausüben.

Die Schnalztechnik: Hängt der Köder richtig fest und löst sich nicht durchs rütteln, dann sollte man die Schnur an der Rolle mit dem Finger blockieren, den Schnurfangbügel öffnen, richtige Spannung mit der Rute aufbauen und dann die Schnur schnalzen lassen. Bei Nichtgelingen das Ganze mehrmals wiederholen. Durch den plötzlich nachlassenden Druck und das Zurückschnalzen der Rute kommt ein verkanteter Köder oftmals wieder frei. Erfolgsquote je nach Hängerart und Jigkopfform (Frontbefestigung) bis deutlich über 50 %

In Flüssen mit Strömung, vor allem an Buhnenköpfen hilft es oft, Schnur zu geben und die losen Schnur mit der Strömung abtreiben zu lassen. Hat sich dann ein etwas größerer Schnurbogen bis über den Hängerplatz gebildet, kräftig anschlagen. Durch den Schnurbogen kommt nun der Schnurzug aus der entgegen gesetzten Richtung und zieht oftmals den Köder aus dem Hindernis.

Sollten diese Tipps alle nicht geholfen haben, z.B. weil der Haken sich irgendwo rettungslos festgesetzt hat, hilft oft nur noch brachiale Gewalt. Diese sollte man allerdings nicht über Rute und Rolle ausüben, sondern man sollte die Schnur vor der Rute um z.B. einen Stock ect. mehrfach wickeln und dann langsam aber stetig Druck ausüben bis entweder der Köder freikommt oder abreißt. Macht man das über Rute und Rolle, sind Schäden vorprogrammiert. Damit hierbei nicht viele Meter der teuren Geflochtenen Schnur abreißen, benutze ich übrigens das Stahlvorfach als Sollbruchstelle und wähle es von der Tragkraft her etwas schwächer wie die Hauptschnur.

Ich hoffe, euch die wichtigsten Grundzüge des Jiggens hiermit ein wenig näher gebracht zu haben und wünsche euch dabei viel Spaß und ein kräftiges Petri Heil!

Euer Lahnfischer

Donnerstag, September 11, 2008

Popperbarsche

Hi @ all,

jetzt ist die heiße Zeit gekommen, in der sich die Barsche sehr gut mit Oberflächenködern wie Popper fangen lassen. Die Brut ist gut abgewachsen und die Barsche schlagen sich damit die Mägen voll.
Bestens geeignet sind Popper von ca. 7-9 cm Länge, einige Federn am Heck können nicht schaden...

An Ruten bieten sich eigentlich relativ kurze und leichte Spinnruten zwischen 1,80 und 2,40 Meter an, ich fische die hier an der Lahn aber mit meiner 2,70er Skelli, da ich zum einen weiter werfen kann und zum anderen oft hohe Uferböschungen und viel Bewuchs am Ufer habe, mit ein wenig Übung klappt auch das einwandfrei. Ne kleine passende Stationärrolle und eine dünne Geflochtene Schnur (ich fische die 0,12er Spiderwire Stealth), runden die Kombo ab. Übrigens, auch Hechte lassen sich einen Popper nicht entgehen, also ist ein dünnes Stahlvorfach Pflicht, das stört die Barsche auch nicht wirklich!

Die Führung der Popper ist recht einfach: Nach dem Auswurf einfach leicht in die etwas lose Schnur schlagen, der Popper macht dann einen Satz nach vorne, durch die Ausbuchtung im Popperkopf wird das Wasser plötzlich verdrängt, spritzt und bei richtiger Führung hört man ein Geräusch, das sich wie ein Plopp anhört. Die Schlagfolge ist variabel und man sollte immer schauen, worauf die Räuber an dem Tag stehen. Bewährt haben sich ca. 3-5 Plopps hintereinander, worauf dann eine Pause von mehreren Sekunden folgen sollte. Oft kommt genau hier die Attacke oder beim nächsten Anrucken nach der Pause.
Die Bisse kommen oft brachial und machen einfach süchtig nach mehr!

Sollte ein Biss daneben gehen, einfach weiter poppen, der Barsch fasst gerne noch einmal nach. Hört ihr aber mit dem Plopp auf, verliert er das Interesse an dem Köder.

Habt ihr flachere Stellen gefunden, an denen Bewuchs ist und sich Fischbrut tummelt, dann lohnt sich dort immer ein Versuch. Auch verraten sich raubende Barsche oft durch ein ebenfalls "Plopp-ähnliches" Geräusch, die kann man gezielt anwerfen, ein Biß wird nicht lange auf sich warten lassen.
Übrigens den Anschlag sollte man erst setzen, wenn man einen Ruck in der schur spürt, sonst zieht man den Barschen den Köder oft vor dem Maul weg, weil man die Bisse sehen kann.

Durch die Ähnlichkeit der Geräusche von jagenden Barschen und dem durch den Popper erzeugten Geräusch kommen die futterneidischen Barsche oft erst richtig in Freßlaune, wenn ihr eine Weile gepoppt habt.
Hat man die Barsche gefunden, kann man richtige Sternstunden erleben.

Hier einige "gepoppte" Barsche aus den letzten Tagen:













Versucht es einfach mal, es macht irre Spaß und ist durchaus erfolgreich...


Viele Grüße,

euer Lahni

Samstag, Oktober 06, 2007

Lahnfischers kleine Jerkfibel

Hi @ all,

das Jerken - Kunstköderfischen auf Raubfische, vor allem den Hecht mit einem ruckartigen Führungsstil (to jerk = rucken) und speziell dafür ausgelegten und entwickelten Ködern – wird nun auch hierzulande immer bekannter und populärer.



Viele von euch haben sicher schon mal mit dem Gedanken gespielt, dieses zu versuchen, schrecken aber ob des für sie ungewöhnlichen Tackels oder einfach, weil sie niemanden kennen oder in ihrer Nähe haben, der es ihnen beibringen kann, zurück. Damit euch diese sehr spannende und äußerst fängige Angelmethode nicht entgeht, will ich hier einmal ein paar kurze aber hoffentlich informative Tipps zur Ausrüstung, dem Werfen mit der Multi, der richtigen Rutenhaltung sowie zur Führung der Jerks geben.

Die Jerks der älteren Generation waren alle durch die Bank weg relativ groß und vor allem schwer, da damit dem Muskie, dem großen Verwandten unseres Esox Lucius nachgestellt wurde. Um diese überhaupt vernünftig werfen und führen zu können, sind zum einen eine kurze (ca. 1.80-2.00 m) Rute und eine robuste Multirolle nötig. Durch die dauernde Belastung, hervorgerufen durch die schlagende Führung wären sowohl die Achse und das Getriebe einer Stationärrolle schnell überlastet, was zwangsläufig zu kapitalen Schäden an der Rolle führen würde. Moderne Jerks laufen eindeutig leichter und die kleineren Modelle bis ca. 60 Gramm WG sowie viele so genannte Twitchbaits lassen sich auch mit einer steifen Spinnrute bis max. ca. 2.70 und einer qualitativ hochwertigen Stationärrolle werfen und führen. Bei der Uferangelei kommt man sogar manchmal bedingt durch ungünstiges Gelände nicht darum herum.
Da man aber, wenn man erst einmal beim Jerken Blut geleckt hat, irgendwann auch einmal größere Köder fischen will, beschränke ich mich in meinen Erklärungen hier auf die traditionelle Jerkfischerei mit der kurzen harten Rute und Multirolle auf den Brotfisch des Jerkers, den Hecht.

Die Multirolle:

Eine Multirolle wird im Gegensatz zu Stationärrollen stehend auf der Rute montiert, was allerdings eine dafür taugliche und ausgelegte Rute voraussetzt. Ihre Achse liegt quer zur Rute was den Vorteil hat, das die Schnur ohne umgelenkt werden zu müssen aufgespult wird, und das die Kraftübertragung direkt auf die Rolle geht, zum anderen wird dadurch wirkungsvoll ein Verdrallen der Schnur alleine schon durch das Aufspulen verhindert.
Allerdings gilt gerade auch im Bereich der Multirollen: es gibt viele unterschiedliche Marken und Modelle auf dem Markt. Qualität hat ihren Preis und wer hier am falschen Ende spart, der legt im Anschluss drauf, denn billig ist ein Unterschied zu günstig.
Von mangelnder Haltbarkeit, Verarbeitung und schlechtem Handling abgesehen unterscheiden sich viele Rollen alleine schon gravierend durch die Wurfeigenschaften und die Schnuraufwicklung. Ist diese mangelhaft, so wird man neben einer viel geringeren Wurfweite auch oft Schnurstopper, verursacht durch schlecht aufgewickelte Schnur und damit viele Köderverluste erleiden.
Mit einer Multirolle sind ab einem gewissen Ködergewicht auch weitere und vor allem zielgenauere Würfe im Vergleich zu Stationärrollen möglich.
Ein Überschlagen der Köder im Flug, wie dies häufig bei der Verwendung von Stationärrollen vorkommt, ist durch die während des Wurfes stets gestreckte Schnur verbunden mit einer kontrollierten Schnurabgabe sehr selten.

Die modernen Multirollen haben verschiedene Bremssysteme:

- zumeist eine große Sternbremse, mit der ihr den Abzugswiderstand der Schnur für den Drill einstellen könnt
- eine so genannte Wurfbremse, die ihr auf das jeweilige Ködergewicht einstellen könnt
- eine Überlaufbremse oder Fliehkraftbremse, die verhindern soll, dass sich während des Wurfs die Spule schneller dreht als Schnur genommen wird, um Perückenbildung vorzubeugen.

Für das Jerken sind handliche Multirollen mit Schnurführung zu empfehlen, die Schnurfassung sollte so um die 150-200 Meter 0,30er Schnur bewegen. Mittlerweile gibt es die meisten Rollen auch als Linkshandmodell (LH), so dass man sich als Rechtshänder beim Werfen und Kurbeln nicht umgewöhnen muss.


Werfen mit der Multirolle:

Auf die verschiedenen Systeme will ich nicht weiter eingehen, hier aber eine kurze Anleitung, wie Anfänger bei den ersten Wurfversuchen vorgehen sollten:

Vor dem Wurf und analog bei Köderwechseln mit unterschiedlichem Gewicht sollte man seine Wurfbremse so einstellen, dass der Köder beim Hochhalten der Rute gerade so eben langsam Schnur von der geöffneten Rolle zieht. Für den Anfang sind Wurfgewichte von 50 Gramm aufwärts zu empfehlen. Anschließend die Rute nach hinten führen, wobei der Köder nicht viel mehr als 50 oder 60 cm unter der Rutenspitze hängen sollte.
Die Spule wird nun mittels Knopfdruck freigegeben, während der Daumen die Spule blockiert.



Der Wurf sollte weich und durchgehend sein, während des Vorschwunges dann einfach den Daumen lüften und die Schnur freigeben. Seitliche Würfe sind dabei für Anfänger einfacher, warum auch immer.
Den Daumen lässt man über der Rolle schweben, dann kann man eventuell auftretender Perückenbildung durch sanftes Abbremsen der Spule entgegenwirken.
Vor dem Auftreffen des Köders auf das Wasser langsam die Spule mit dem Daumen abbremsen, dann landet der Köder an gestreckter Schur im Wasser und die Spule dreht nach dem Wurf nicht weiter, was sonst ebenfalls zu Perücken führen würde.
Durch eine kleine Kurbelumdrehung rastet die Spule dann ein und die Rolle ist einsatzbereit.
Hat man dann genügend Übung, so kann man nach und nach die Wurfbremse immer weiter öffnen, was zu deutlich weiteren Würfen führt.


Jerkruten:

Jerkruten sollten möglichst kurz (ca. 1.80-2.00 Meter) sein und über ein relativ starkes Rückrat verfügen. Warum das so ist, wird später bei der Erklärung zur Führung deutlich. Das WG solcher Ruten sollte je nach verwendeten Ködern bis ca. 120 Gramm betragen, so dass auch größere Jerks problemlos geführt und vor allem geworfen werden können. Eine Auslegung für die Multirolle halte ich für selbstverständlich.
Gab es früher nur sehr wenige geeignete Modelle, von denen manche in der Aktion eher einem Besenstiel denn einer Angelrute glichen und die auch recht teuer waren, so gibt es heute eine Vielzahl von geeigneten Ruten zu vergleichsweise günstigen Preisen, mit denen man auch kleinere leichtere Jerks vernünftig und mit Gefühl werfen und präsentieren kann. Auch der Drill macht mit einer gefühlvolleren Rute wesentlich mehr Spaß.
Durch die neueren recht kleinen und leichten Jerks kann es auch sinnvoll sein, sich 2 oder mehr verschiedenen Ruten zu bedienen:
Eine leichtere für kleine Jerks und eine schwerere für die großen und schweren Jerks.
Ob die Rute nun dabei einteilig oder zweiteilig ist, ist eher Geschmacksache und ein Transportproblem, die Aktion moderner geteilter Ruten steht denen einer einteiligen heute kaum mehr nach.
Sehr unterschätzt wird m.E. nach auch die Länge des Griffstücks. Hier gilt: in der Kürze liegt die Würze, ansonsten bekommt man eine richtig federnde Führung, die oft den letzten Ausschlag zwischen Erfolg und Pleite ausmacht, nicht dauerhaft hin. Die für mich optimale Griffstücklänge liegt bei ca. 20-22 cm, Gründe dafür könnet ihr dem Kapitel Führung/Haltung entnehmen.

Die Schnur:

Beim Jerken kommt nur eine dehnungsarme und damit multifile geflochtene Schnur zum Einsatz, da eine monofile Schnur durch die eingebaute Dehnung, die bis 30 % ausmachen kann, die Schläge abpuffern würde und so die Führung erheblich beeinträchtigt, schließlich muss man einen zum Teil über 100 Gramm schweren Köder mit seiner Massenträgheit erstmal ruckartig im Wasser in Bewegung versetzen.
Sie sollte über eine Tragkraft von wenigstens 12-15 Kilo verfügen, für Anfänger sind höhere Tragkräfte bis ca. 20 Kilo ratsam, da bei plötzlichen Schnurstoppern während des Wurfes ungeheure Fliehkräfte freiwerden und eine zu schwache Schnur dabei leicht reißt. So etwas führt dann meistens zum Verlust der zugegebenermaßen nicht ganz billigen Köder.
Auch sollte die Schnur relativ unempfindlich gegenüber Abrieb sein, da oft an und in Hindernissen wie z.B. Seerosenbeeten gefischt wird. Abrieb schwächt die Tragkraft einer Schnur ungemein.

Vorfach, Wirbel und Karabiner:

Das dem Köder ein entsprechendes bissfestes Vorfach vorzuschalten ist, dürfte jedem, der schon mal in ein Hechtmaul geschaut hat, klar sein.
Bei den Vorfächern gehen die Meinungen auseinander. Viele Angler schwören noch immer auf steife Spinnstangen, andere und auch ich tendieren eher zu flexiblen geflochtenen Vorfächern. Die Tragkraft des Vorfachs sollte analog der Schnurtragkraft liegen.
Es mag immer noch große Köder geben, bei denen die Verwendung von Spinnstangen als Vorfach Sinn macht, um ein Überschlagen des Köders beim Wurf zu verhindern oder um zu vermeiden, dass bei der Führung des Jerks dieser das Vorfach überholt und dann der Bauchdrilling das Vorfach einfängt. In den allermeisten Fällen aber kommt man gerade durch das Werfen mit der Multi aber ohne Spinnstange aus.
Die Spinnstangen sind für meinen Geschmack zum einen oftmals zu auffällig, zu kurz und bei kleineren Jerks oder gerade bei welchen, die mehr können als nur hin und her schwimmen behindern sie nicht unerheblich den Lauf.
Ich bin der Meinung, dass das Vorfach ruhig flexibel sein sollte, um dem Jerk nicht seiner Bewegungen zu berauben.
Jetzt gibt es Jerker, die nehmen dafür nylonummanteltes 1x7-Vorfachmaterial und sind damit zufrieden, andere verwenden lieber das etwas teurere 7x7-Geflecht, da es robuster ist und nicht so schnell zu Knicken neigt, was die Tragkraft wiederum erheblich mindert. Wegen der Neigung des 1x7-Vorfaches zu Knicken sind nichtummantelte Vorfächer dieses Typs zum Jerken vor allem mit Glidern ungeeignet!
Neuerdings gibt es im Handel auch Vorfachmaterial aus einer Titanlegierung (Titanit). Diese kosten zwar das Mehrfache eines guten Stahlvorfachs, doch diese Mehrkosten amortisieren sich mehrfach durch die wesentlich längere Haltbarkeit. Dieses Material knickt fast nicht sondern kehrt immer wieder in seine Ursprungsform zurück. Sollte doch mal ein Knick entstehen, dann einfach unter Spannung mit dem Feuerzeug kurz erhitzen, dann wird es schnell wieder richtig glatt ohne die Tragkraft spürbar zu mindern.

Als Wirbel und Karabiner kommen bei mir nur hochwertige Komponenten in Betracht, da das Tackle nur immer maximal so stark ist, wie das schwächste Glied. Wichtig bei den Karabinern ist neben dem sicheren Verschluss und der Tragkraft, dass diese einen großen weiten runden Bogen haben, damit wiederum das Köderspiel nicht eingeschränkt wird.
Da ich mir gerne meine Vorfächer selbst herstelle, benutze ich ausschließlich Quetschhülsen in Verbindung mit einer vernünftigen 5-Punkt-Quetschhülsenzange.
Das fertige Vorfach sollte so aussehen, dass an dem einen Ende lediglich ein Karabiner stramm angebracht ist, am anderen Ende ein stabiler Wirbel, an den die Hauptschnur angeknotet wird.



Die Länge des Vorfachs sollte hierbei zum Hechtangeln mindestens 50 cm betragen, damit auch bei tief inhalierten Ködern und wegen der Neigung des Hechtes, sich während des Drills in die Schnur einzuwickeln, sichergestellt ist, das die Hauptschnur nicht mit den scharfen Zahnreihen und/oder den scharfen Rändern der Kiemendeckel in Berührung kommt.

Jerkbaits/Köder:

Kaum ein anderer Kunstköder lässt sich so verführerisch langsam und dabei so aufreizend durch das Wasser und über Krautfelder führen wie ein Jerkbait.
Jerkbaits sehen aus wie Wobbler ohne Tauchschaufel, haben kaum Eigenaktion, sondern alleine der Angler hat es in der Hand, diesen mittels geschickter Führung ein für den Raubfisch unwiderstehliches Leben einzuhauchen.

Bei den Ködern für das Jerken stehen uns grob gesehen (es gibt die verschiedensten Bezeichnungen für die jeweiligen Köder) 3 große Gruppen zur Verfügung, die ich hier nachfolgend ein wenig beschreiben will:


Twitchbaits:

Diese Köder sind im klassischen Sinne normale Kunstköder, die sich aber sehr gut für die ruckartige Führung im Stile des Jerken eignen, es handelt sich hierbei z.B. um Wobbler und die immer mehr aufkommenden neuartigen Gummiköder. Auch Popper zähle ich mal zu dieser Kategorie dazu. Viele dieser Köder entfalten erst durch die ruckartige Führung mit eingestreuten Pausen den Lauf, der zum Erfolg führt.
Dafür muss man sich auch keine spezielle Ausrüstung kaufen, die normale Spinnrute ist dafür vollkommen ausreichend. Probiert es einfach mal aus, ich bin mir sicher, ihr werdet mehr fangen als wenn ihr euren Wobbler beispielsweise nur einfach einkurbelt.

„Echte Jerbaits“

Die „echten Jerkbaits“ wurden früher ausschließlich aus Holz hergestellt, mittlerweile gibt es aber auch hervorragende Köder aus Kunststoff, die mindestens genauso gut laufen, aber in der Regel wesentlich widerstandsfähiger als Holzmodelle sind. Holz hat neben verschiedener Dichte den Nachteil, dass es sich bei Beschädigungen der Lackschicht mit Wasser voll saugt und aufquillt, was den Köder zerstören kann.

Die Jerks werden grob gesagt in 2 verschiedene Gruppen aufgeteilt wobei Puristen noch viele Untergruppen davon unterscheiden (Pullbait, Darter….) und auch z.B. in den USA, dem Mutterland der Jerks nicht immer zwischen Jerks und Twitchbaits unterschieden wird. Der Einfachheit halber unterscheide ich die Jerks aber einfach in diese 2 Gruppen:

Diver:








Diese Köder zählen zu den ursprünglichsten aller Jerkbaits. Ihr Lauf ist in der Regel vertikal geradlinig, aber horizontal gesehen laufen sie im Zick-Zack, dem so genannten Sägezahnmuster. Beim Schlag/Zug tauchen sie ab, in den Pausen steigen sie wieder in Richtung Oberfläche. Gerade diese Pausen sind die Momente, in denen die meisten Attacken erfolgen.
Viele Diver gibt es sowohl schnell auftreibend als auch vorbebleit (Weighted). Während die schnell auftreibenden relativ flach und schnell geführt werden und eher aggressive Hechte ansprechen, lassen sich die „Weighted-Modelle“ sehr langsam und auch wesentlich tiefer führen, die so fängigen Auftauchphasen fallen viel länger aus.
Auch sind manche Diver mit einer Tauchschaufel am hinteren Ende ausgestattet, bei der man durch Verbiegen die Tauchtiefe verändern kann.

Glider:







Diese Jerkbaits arbeiten im Gegensatz zu den Divern eher horizontal, d.h. sie gleiten bei jedem Schlag von einer Seite zur anderen. Zusätzlich gibt es Glider, die dazu auch noch vertikal nach oben oder unten ausbrechen. Es ist schon erstaunlich, was man mit einem guten Glider alles anstellen kann.
Glider gibt es sowohl schwimmend als auch sinkend mit verschiedenen Sinkgeschwindigkeiten, so dass man sich der jeweiligen Gewässertiefe bis zu einer gewissen Grenze anpassen kann.
Gute Glider zeichnen sich vor allem dadurch aus, das sie immer waagerecht im Wasser liegen, egal ob sie sinkend oder schwimmend ausgelegt sind. Man kann sie, da sie während der Gleitphase nicht absinken, auch kontrolliert im Oberflächenbereich führen. Hier trennt sich schnell die Spreu vom Weizen. Auch das Umfischen und Ausweichen von Hindernissen ist mit einem vernünftigen Glider problemlos machbar.
Generell lassen sich Glider hervorragend von direkt an der Oberfläche bis in mehrere Meter Tiefe einsetzen, ab einer gewissen Tiefe aber wird es schwieriger, was schon durch den Anstellwinkel der Schnur zum Köder erklärbar ist.
Auch bei den Glidern sind die Pausen zwischen den Schlägen äußerst wichtig, hier erfolgen die meisten Attacken.


Geeignetes Landungsgerät:

Um einen gehakten Hecht oder anderen Raubfisch sicher landen zu können, gibt es neben der Möglichkeit der Handlandung, die sicher die schonendste Möglichkeit für den Fisch darstellt eine Reihe von Landungshilfen:

Kescher: dieser sollte ausreichend dimensioniert sein (Stabilität, Länge, Bügelgröße, Netztiefe) und das Netz aus möglichst knotenfreiem Material bestehen, so das untermäßige Fische oder Fische, die ich zurücksetzen will möglichst kaum Schäden an der empfindlichen Schleimhaut davontragen. Mittlerweile gibt es Kescher mit gummiertem Netz, in denen sich die Drillinge nicht mehr verhaken und die die Schleimschicht optimal schützen. Ich will meinen "Balzer Metallica Premium" nicht mehr missen.

Gaff: diese Landungshilfe besteht aus einem an einem Griffstück angebrachten spitzen Stahlhaken, der dem zu landenden Fisch aber gerade bei ungeübten Anwendern schwerste Verletzungen zufügen kann und deshalb nur bei Fischen angewendet werden sollte, die man auch entnehmen will.

Lipgripps: neu entwickelte Landungshilfen, die mittels einer beweglichen Zange am vorderen Ende eine schonende Landung ermöglichen sollen. Die Enden der Greifbacken sollten aber abgerundet oder besser mit Kunststoff überzogen sein. Diese wird bei Hechten am Unterkiefer angesetzt und hält den Fisch sicher, beim Herausheben größerer Fische sollte man diese allerdings am Bauch unterstützen, um so Wirbelverletzungen und Kieferbrüchen vorzubeugen und die Sicherheitsleine sollte immer um das Handgelenk geschlungen sein, denn ein Hecht, der mit einem anhängenden Lip-Grip entkommt geht jämmerlich zugrunde.

Handlandung:

Die wohl schonendste Art und Weise, einen gefangenen Hecht zu landen, um ihn zurückzusetzen. Bei Hechten, die entnommen werden sollen, ist dies nicht so wichtig, aber gerade der Hecht ist vielerorts einem immensen Befischungsdruck unterworfen und die Bestände können oft nur durch intensive Besatzmaßnahmen aufrecht erhalten werden. Von daher hoffe und appelliere ich an den Leser, dass nicht alle gefangenen maßigen Fische einfach abgeschlagen werden sondern das sich das Zurücksetzen unverletzter Fische zum Wohl des Fischbestandes durchsetzt. Gegen eine selektive Entnahme zum Eigenverzehr ist natürlich nichts einzuwenden.

Übrigens: ein schönes Bild/Foto ist eine wunderschöne Trophäe und Erinnerung und um ein vielfaches billiger als ein ausgestopftes Präparat an der Wand.



Nun aber zur Technik: kleinere bis mittlere Hechte kann man ganz einfach, sofern man an das Wasser heran kann, mittels einem kräftigen Griff in den Nacken greifen und aus dem Wasser heben.



Bei größeren Hechten hat sich der so genannte Kiemengriff bewährt.



Hierbei fährt man dem ausgedrillten Hecht mit der freien Hand an der Innenseite des Kiemendeckels entlang nach vorne Richtung Kehle. Man sollte sich aber vorher vergewissern, wo die Haken des Köders im Maul sitzen, denn nichts ist unangenehmer, als wenn ein Hecht anfängt zu toben, während man selbst mit der Hand im Haken hängt. Nun faßt man einfach beherzt zu und kann den sicher gehaltenen Hecht aus dem Wasser ziehen/heben. Wenn man an der Kiemendeckelinnenseite bleibt, kommt man nicht mit den Zähnen auf den Kiemenbögen in Berührung und verletzt sich entsprechend nicht. Wenn das doch mal passieren sollte, dann sind dies höchstens ganz oberflächliche Kratzer, die ich aber als Auszeichnung, einem Studentenschmiss gleichend, gerne in Kauf nehme.
Wer sich dieses aus Angst vor den Hechtzähnen nicht zutraut, der kann sich einen im Handel entsprechend angebotenen Landehandschuh überziehen.

Wird der Fisch zurückgesetzt, ist schnelles Handeln erforderlich, um den Fisch vor Folgeschäden zu bewahren. Man lässt diesen vorsichtig in das Wasser und hält ihn dabei an der Schwanzwurzel fest.



Eventuell den Bauch mit der anderen Hand unterstützen und leicht im Wasser hin- und herbewegen, dass ausreichend Wasser durch die Kiemen strömt. Kräftige Bewegungen des Fisches signalisieren, dass er sich erholt hat und man kann ihn nun loslassen.

Zielfische:

Des Jerkers liebste und am meisten gefangene Beute ist zweifelsfrei der Hecht. Jedoch lassen sich, gerade auch durch die Innovationen an Ködern und Gerät auch eine Vielzahl von anderen Raubfischen erbeuten wie z.B. Waller, Zander, Barsch, Rapfen und Döbel, hier gibt es noch genügend Raum für Experimente und Einsatzmöglichkeiten.







Rutenhaltung und allgemeines zur Führung:

Wenn ich meinen Köder nun ausgeworfen habe, stehe ich als Anfänger vor der Frage, was nun? Hierbei ist mir aufgefallen, dass eigentlich alle Neueinsteiger, denen ich das Jerken beibringen wollte, die Rute analog wie eine Spinnrute einfach am kurzen Handgriffstück der Rute festhalten und irgendwie anfangen zu „rühren“
Das ist schlichtweg falsch, man bringt so keine vernünftige Führung zustande, man verkrampft und letztendlich kann es einem auch leicht passieren, dass ein anbeißender Fisch einem die Rute schlichtweg aus der Hand reißt.

Im Idealfall steht man auf einem leicht erhoben Standort direkt am oder auf dem Wasser, sei es auf einem Boot oder an einer flachen Uferböschung und kann gerade aus werfen.
Beim Auswurf hält man die Rute so, dass die Außenseite der Multirolle (die Seite gegenüber der Kurbel) in der Handinnenfläche liegt, die Finger halten die Rute vor dem Triggergriff fest (bei Stationärrollen war das immer der Rollenfuß), der Daumen blockiert die freigeschaltete Spule. Die andere Hand nutzt man zum Festhalten, Stabilisieren und Führen der Rute am unteren Ende des Rutengriffs.
Nach dem Wurf behält man dies im Prinzip bei, allerdings ist es praktisch für das Gefühl beim Führen, den Zeigefinger ausgestreckt entlang des Rutenblanks zu legen, die andere Hand liegt an der Kurbel.



Den Rutenarm hält man nun leicht angewinkelt ca. in Hüfthöhe, kippt das Handgelenk leicht nach vorne ab, so dass die Rutenspitze dicht über dem Wasser schwebt und das Handteil der Rute hinten über den Unterarm herausragt. Spätestens jetzt wird einem bewusst, wofür das kurze Griffstück gut und wichtig ist, ist es zu lang, wird man laufend in der Ellenbeuge hängen bleiben. Ein leichtes Schräghalten der Rute durch Drehen der Hand mit dem Handrücken in Richtung Boden ist meistens angenehmer und erleichtert die Führung ohne zu ermüden oder zu verkrampfen.

Es ist für die meisten viel leichter und bequemer, sich etwas seitlich schräg zur Wurf- und Führungslinie zu stellen.
Die Schnur zum Köder sollte gestreckt auf dem Wasser liegen, Schnurbögen sind möglichst zu vermeiden um einen direkten Kontakt zum Jerk zu haben. Bei einem schwimmenden Köder kann man nun sofort mit der Führung anfangen, einem sinkenden Köder sollte man die benötigte Zeit einräumen, um auf die gewünschte Tiefe abzusinken.

Nun beginnen wir mit der Führung, ich erkläre sie an einem schwimmenden Glider, da es gerade für den Anfänger sehr wichtig ist, den Köder während der Führung genau zu beobachten um zu sehen, auf welche Rutenbewegung er wie reagiert. Erst wenn man sich damit vertraut gemacht und dies verinnerlicht hat, wird man auch in der Lage sein, ein ähnliches Köderspiel bei einem nichtsichtbaren sinkenden Jerk hinzubekommen.
Hierbei hat fast jeder Jerk ein leicht abweichendes Laufverhalten, was einfach durch Fertigungstoleranzen dieser oft noch in Handarbeit aufwändig hergestellten Köder zu erklären ist.
Die meisten Jerks lassen sich hervorragend durch seitlich schräg nach unten gerichtete Schläge/Zupfer führen, einige wenige spezielle allerdings verlangen eine senkrecht nach unten gerichtete Führung. Deswegen auch die kurze Rute, mit einer längeren würde man zum einen aufgrund des langen Hebels die Schläge/Zupfer nur schwer kontrollieren können, zum anderen würde man mit abwärts gerichteten Schlägen ständig auf die Wasseroberfläche schlagen.

Gut, es ist ausgeworfen, die Schnur liegt ohne nennenswerten Schnurbogen zum Köder auf dem Wasser, die Spule ist durch Drehen der Kurbel arretiert, wie geht’s weiter?
Hebt einfach die Rute ein Stückchen an und führt sie dann ruckartig aus dem Handgelenk, der Arm an sich bleibt dabei locker und muss nicht weiter bewegt werden, wieder zurück und schlagt kurz gegen die Schnur. Schaut darauf, was der Köder nun macht.
Probiert dies mehrfach in verschiedenen Stärken und mit verschieden weitem Ausschlag und beobachtet die Reaktion.
Ein Glider wird nun vermutlich von links nach rechts schießen oder umgekehrt, evtl. taucht er dabei ab oder er kommt gerade auf euch zu, dann war der Schlag vermutlich zu stark.
Testet aus, wie sich der Köder auf welche Rutenbewegung verhält und versucht nach und nach, einen Rhythmus zu finden, mit dem ihr den Jerk schön in den Zick-Zack-Lauf bringt.
Zwischendurch müsst ihr natürlich nach jedem Schlag einen Teil der nun überschüssigen Schnur einkurbeln, aber Vorsicht, nicht zu viel, sonst nehmt ihr dem Jerk die Bewegungsfreiheit die er braucht, um ausbrechen zu können oder ihr habt soviel Schnur eingekurbelt, dass ihr nicht mehr gegen die Schnur schlagen könnt sondern den Jerk daran heranzieht.
Nach 3-4 Schlägen macht ihr dann, jeweils eine kurze Pause, denn die bringen die meisten Attacken, selbst wenn der Jerk zwischendurch bewegungslos an der Oberfläche dümpeln sollte. Die Schläge sind dann perfekt, wenn die Rute dabei richtig federt, was ihr genau in der Hand spürt.

Diver und auch Twitchbaits führt ihr ähnlich, oft angefangen mit einem längeren Rutenzug mit gleichzeitigem Schnureinkurbeln, um diesen ein wenig auf Tiefe zu bringen, dann Pause zum Aufsteigen geben, wieder einen Schlag oder einen Zug, ein Patentrezept gibt es nicht, dazu sind auch die Köder zu verschieden genau wie die Geschmäcker der Raubfische, die von Tag zu Tag wechseln können. Hier hilft nur probieren und üben.
Ich bin sicher, nach ein paar wenigen Stunden habt ihr den Bogen raus, um den Köder vernünftig und fließend zum Laufen zu bringen, dann kann man sich an weitere Feinheiten der Köderführung heranwagen und anfangen zu experimentieren, was man aus seinem Jerk noch rausholen kann.

Köderführung und Köderwahl:

Eine generelle optimale Köderführung gibt es nicht, diese ist stark vom Beißverhalten der Hechte sowie auch der Jahreszeit und der damit verbundenen Wassertemperaturen abhängig.
Während in der wärmeren Jahreszeit bedingt durch den erhöhten Stoffwechsel der Hechte oft eine zügige Köderführung, allerdings immer wieder mit eingestreuten Pausen angesagt ist, so ändert sich dies mit den abnehmenden Wassertemperaturen meist deutlich. Sowohl für Glider als auch für alle anderen Köder gilt jetzt: weniger ist oft mehr
2-3 leichte Zupfer, keine richtigen Schläge mehr, dann eine längere Pause einlegen, die durchaus 5-10 Sekunden dauern kann.
Wie schon erwähnt kommen die meisten Attacken auf unseren Köder in eben diesen Pausen, in denen der schwimmende Jerk auftreibt oder an der Oberfläche schwimmt, der sinkende in Richtung Grund sinkt.
Im kalten Wasser stehen die Hechte nun auch oft deutlich tiefer, so dass eher langsam sinkende Köder zum Einsatz kommen sollten.
Ausnahme: in generell flachen Gewässern mit einer maximalen Wassertiefe von ca. bis 2.5 Meter hat der Hecht keine Möglichkeit, sich in tiefere Gewässerschichten zurückzuziehen. Hier kann man auch im Winter immer noch mit Attacken auf den langsam und oberflächennah geführten Köder rechnen.

Gerade die „Weighted-Diver“ lassen sich im Winter aufreizend langsam anbieten und sind dann oft der Köder, der noch Hechte verführt, wenn auf Glider nichts läuft.

Da jedoch Ausnahmen bekanntlich immer die Regel bestätigen, sollte man am Wasser immer wieder experimentieren, worauf die Hechte gerade stehen.

Ich habe es schon oft erlebt, das absolut nicht beißen wollte, egal ob langsam oder etwas schneller geführt. Aus purer Verzweiflung hatte ich dann einmal den Jerk richtig mit Wut, Wucht und wahnsinnig schnell durch das Wasser geprügelt und siehe da, das wirkte scheinbar wie ein Wachmacher: ich bekam auf einmal heftigste Attacken, wo sich vorher absolut nichts tat.
Sicher gab es dabei auch viele Fehlattacken, aber die Hechte waren nun wach und die nächsten Würfe brachten dann den nun aggressiven Hecht doch noch an die Angel.
Seitdem verlasse ich keinen Platz, ohne den Jerk wenigstens 2-3-mal auf die oben beschriebene Weise beharkt zu haben.

Bezüglich der Ködergröße kann man sagen, dass im Frühjahr/Sommer oft die etwas kleineren lebhafteren Köder eine bessere Ausbeute bringen, je kühler das Wasser wird, desto größer dürfen die Köder dann sein. Wobei auch große Köder von deutlich mehr als 20 cm Länge ganz ungeniert von 40er Hechten attackiert und genommen werden.
Es gibt keine zu großen Köder, nur zu kleine Hechte.

Bisserkennung und Anhieb:

Hechtattacken (Bisse) auf schwimmende Jerkbaits zählen zu den wohl spektakulärsten Erlebnissen eines Anglers im Bereich Kunstköderangeln. Urplötzlich gibt es einen riesigen Schwall, das Wasser spritzt an der Stelle, an der eben noch unser Jerk war auseinander oder ein Hecht schießt in voller Länge mit dem Köder im Maul aus dem Wasser; ein unvergleichlicher Anblick und wahrlich nichts für schwache Nerven.
Diese gilt es aber nun zu bewahren, denn man neigt gerne dazu, voreilig und zu schnell anzuschlagen. Der Anschlag sollte erst dann, allerdings hart und konsequent erfolgen, wenn man einen Widerstand bzw. Ruck in der Rute fühlt. Ansonsten kann es oft vorkommen, dass man dem Hecht die sicher geglaubte Beute aus/vor dem geöffneten Maul wegzieht.

Bei sinkenden Jerks ist es so, dass sich diese nach jedem Schlag am Ende der Gleitphase in eine Sinkphase begeben, in der sie sich nach der Zugrichtung her ausrichten und so selbst die Angelschnur auf Spannung halten. Eine Attacke macht sich nun durch einen deutlichen Schlag/Ruck in der Rute bemerkbar oder die Schnur zieht weg (deshalb immer gut im Auge behalten), beides ist mit einem sofortigen harten Anschlag zu beantworten.
Aus diesen Gründen und weil man mit einer relativ kurzen Rute einen kleineren Hebel für den Anschlag hat, ist es wichtig darauf zu achten, dass man keinen größeren Schnurbogen hat, da man sonst entweder den Biß nicht registriert oder den Anschlag nicht durchbringt.

Fehlattacken:

Das Erkennen und Verhalten bei einer Attacke habe ich eben beschrieben.
Trotzdem wird man bei keiner anderen Angelart so viele Fehlattacken erleben wie beim Jerken. Dies liegt aber vor allem daran, dass einem solche Attacken beim normalen Spinnfischen einfach nicht bewusst werden, wir bemerken sie oft gar nicht, da sich das Geschehen meist im Verborgenen unter der Wasseroberfläche abspielt, wobei einem gerade beim Jerken mit schwimmenden Ködern nichts verborgen bleibt.
Nach einer Fehlattacke gibt es aber keinen Grund sich zu ärgern, im Gegenteil, zeigt es einem doch, dass Fische da sind und auch beißen. Solange der Hecht nicht kurz am Haken hing und dadurch vergrämt ist, wird er nun erst recht auf der Lauer liegen und sowohl er als auch der Angler ist mit frischem Adrenalin versorgt und eine eventuell aufkommende Langeweile ist wie weggepustet.
Ich hatte schon oft 2-3 Fehlattacken hintereinander von ein und demselben Hecht bis dieser schließlich doch am Haken hing.
Diese Fehlattacken lassen sich auch recht einfach erklären: während herkömmliche Spinnköder lediglich gerade aus schwimmen, zieht vor allem der Glider eine sehr abwechslungsreiche Zick-Zack-Bahn mit ständigen Richtungswechseln. Diese sind für einen Hecht schwer berechenbar, vor allem die kleineren unerfahrenen Hechte schießen deshalb gerne mal am Köder vorbei oder wir machen gerade in diesem Moment einen Schlag, in dem der Hecht losschießt und ziehen den Köder vor dem Maul weg.
Habe ich eine Fehlattacke oder auch einen Nachläufer registriert, dann verhalte ich mich zunächst vollkommen ruhig, damit mich der Hecht nicht bemerkt und er seinen Standplatz wieder einnehmen kann. Ich gönne ihm ruhig eine Pause von 5 Minuten, in der Zeit kann ich ja in eine andere Richtung werfen oder ich mach einfach mal gar nichts und genieße die Natur um mich herum.
Der Hecht wird nun noch sichtlich aufgeregt auf der Lauer liegen, denn sein Jagdinstinkt ist nun geweckt.
Fische ich nach der Pause die gleiche Strecke wieder ab, so wird sehr oft eine erneute Attacke die Folge sein und der Hecht dabei hoffentlich gehakt. Sollte auf den gleichen Köder keine Reaktion kommen, dann wechsele ich diesen und/oder ändere die Führung.
Ist auch dieses erfolglos geblieben, dann merke ich mir die Stelle und befische sie eben zu einem späteren Zeitpunkt wieder.


Tipps und Tricks:

Durch verschieden starke und teils kurz hintereinander folgende Schläge kann man den Glider z.B. in eine bestimmte Richtung lenken und so Hindernisse umschiffen. Schwimmt der Jerk auf ein Hindernis zu, gebe ich ihm einen stärkeren Schlag, um ihn in die von mir gewünschte Richtung zu bringen. Ich lasse ihn eine lange Bahn gleiten, ticke ihn kurz an, das er die Richtung wechselt und setze sofort wieder einen kräftigeren Schlag hinterher, so dass er nach erneutem Richtungswechsel wieder eine längere Gleitbahn in die von mir gewünschte Richtung macht usw. Auf die gleiche Art und Weise gelingt es mir auch, in der (nicht zu starken) Strömung eine von mir kontrollierte Bahn abzufischen, ohne das dabei der Köder zu sehr an das Ufer gedrückt wird: einfach die längere Gleitphase flussaufwärts nutzen, flussabwärts nur kurze Bahnen ziehen lassen.

Sinkende Glider kann man ähnlich vor Hindernissen aufsteigen lassen, indem man mit erhobener Rute ein paar kurze aufwärts gerichtete Schläge hintereinander macht, Ruck-Zuck ist der Jerk eine Etage höher. Des Weiteren ist bei sinkenden Glidern unbedingt darauf zu achten, diesem nach ein paar Schlägen immer wieder genügend Pause zum Absinken auf die gewünschte Tiefe zu geben, sonst zieht man diesen unbemerkt und ungewollt Stück für Stück weiter nach oben.

Beim Jerken vom Ufer aus kann ich nicht immer in die gleiche Richtung schlagen, hier kommt es darauf an, in welche Richtung ich geworfen habe.
Werfe ich beispielsweise rechts die Uferkante lang, dann stelle ich mich auch schräg in diese Richtung, die Rutenhaltung hatte ich ja schon beschrieben und schlage von schräg rechts oben nach schräg links unten.
Bei Würfen nach links genau umgekehrt, man kann die Rute wie einen Tennisschläger mit Vorhand und Rückhand führen, alles Übungssache.

Geeignete Gewässer:

Grundsätzlich ist jedes Gewässer, egal ob flach, tief, stehend oder fließend zum Jerken geeignet.
Zu beachten sind dabei zum einen die über das Jahr unterschiedlichen Standplätze der Zielfische/Hechte, die maximal noch gut zu befischende Gewässertiefe und Strömung.
Da gerade beim Jerken zur Zeit sehr viele neue Köder und Gerätschaften entwickelt wurden und werden, steigen die Einsatzmöglichkeiten ständig.
Ideal und am einfachsten ist das Jerken in stehenden Gewässern vom Boot aus, aber auch der Uferangler an einem Fließgewässer muss deswegen nicht auf das Jerken verzichten, im Gegenteil, auch hier eröffnen sich dem ambitionierten Angler ungeahnte Möglichkeiten.
Näheres entnehmt einfach dem weiteren Text in den diversen Kapiteln.

Schwieriges Gelände:

Nicht immer finde ich die oben beschriebenen idealen Geländevoraussetzungen zum Jerken. Oft habe ich es mit höheren, zum Teil bewachsenen Uferböschungen zu tun.
Auch dann, natürlich bis zu einer gewissen Grenze, kann ich geeignetes Landegerät vorausgesetzt, noch vernünftig Jerken.
Es gibt bei einem deutlich erhöhten Standort ein Problem bei der Führung durch den steilen Winkel der Schnur zum Jerk, was dazu führen kann, das gerade ein schwimmender Jerk, je näher er kommt, nicht mehr richtig läuft sondern mehr an der Oberfläche schliddert. Hier kann man sich ganz einfach dadurch behelfen, dass man stattdessen einen sinkenden Jerk flach anbietet. Durch das höhere Gewicht und die Möglichkeit, den Jerk in den Pausen jeweils etwas absinken zu lassen, lässt sich dieser nun vernünftig und fängig bis vor die Füße führen. Analog gilt dies auch, wenn man in etwas stärkerer Strömung jerkt, womit ich schon wieder bei einem neuen Thema wäre.


Jerken in der Strömung:

Am einfachsten lässt sich ein Fluss mit Würfen gegen und mit der Strömung bejerken. Gerade gegen die Strömung kann man den Jerk sehr langsam und fast auf der Stelle führen, hier klappt das auch noch bei relativ starker Strömung. Ich befische sogar sehr stark strömende Bereiche direkt unterhalb von Wehren, da sich hier gerade im Sommer durch den erhöhten Sauerstoffgehalt des Wassers sehr viele Fische versammeln und diese manchmal dicht an dicht stehen. Dieses erfordert zwar meist den Einsatz von Wathosen, die einem aber nicht nur zum Fischen, sondern auch bei der Rettung von Ködern durch Hänger sehr nützlich sind und in jedem Fall eine lohnende Investition für den Uferangler darstellt.
Stehe ich mitten im Wasser und kann in einer geraden Bahn gegen die Strömung Jerken, habe ich sehr viele Möglichkeiten zur Führung und die zu befischende Strömung kann hier weitaus größer sein als wenn ich am Ufer stehend fischen muss. Ich kann den Jerk sogar sehr erfolgreich abtreibend anbieten und an Erfolg versprechenden Stellen quasi verweilen und in der Strömung hin und her schießen lassen.
Die kontrollierte Führung des Jerks beim Uferangeln in der Strömung und wie ich verhindern kann, dass der Jerk durch die Strömung an das Ufer gedrückt wird, habe ich im Kapitel Glider schon beschrieben, die Glider sind in der Strömung vom Ufer aus den Divern deswegen überlegen.
Bei mäßiger Strömung kann man auch sehr erfolgreich schräg zur Strömung fischen sowie auch quer dazu.
Hier ist es dann oft erforderlich, den Jerk mit erhobener Rute zu führen, damit einem die Strömung keinen allzu großen Schnurbogen zieht und dadurch den Jerk sowohl beschleunigt als auch unsere Schläge verpuffen lässt. Eine generelle Aussage bezüglich der noch geeigneten Strömungsgeschwindigkeit lässt sich nicht pauschal machen, da dies zum einen durch den Köder als auch die Köderführungskünste jedes einzelnen zu unterschiedlich ist, hier hilft nur ausprobieren und üben.
Was man allerdings beachten sollte ist, dass sich kompakte sinkende Glider in der Strömung besser führen lassen als schwimmende und hochrückige.
Beim Jerken vom driftenden Boot aus (ist nicht überall erlaubt) gilt das gleiche Prinzip wie an fließenden Gewässern.

Die richtige Köderwahl:

Wann setze ich welche Köder wo ein? Diese Frage ist ebenfalls nicht pauschal zu beantworten, hier aber ein paar wichtige Grundregeln und Denkanstöße:

Diver vs. Glider: ich kann und will nicht behaupten, dass Glider fängiger sind als Diver, obwohl ich persönlich lieber mit Glidern fische, da diese variabler anzubieten sind. Auch fischt man mit Glidern eine durch den eher horizontalen Lauf bedingte breitere Bahn ab, die je nach Gleiteigenschaften schon mal bis ca. 1.50 Meter Breite betragen kann. Ihre Stärken spielen die Diver deswegen vor allem dort aus, wo ich schmale und schmalste Schneisen z.B. in Seerosenbeeten befischen will.
Allerdings gibt es auch mittlerweile Glider, die diese Voraussetzungen erfüllen, da sich diese fast auf der Stelle drehend bis über 180 Grad ohne längere Gleitbahnen fischen lassen.
In der kälteren Jahreszeit dagegen sind große langsam geführte und vorbebleite Diver
Oft ein echter Trumpf der dann noch sticht, wenn auf Glider nichts mehr zu holen ist.
Beim Jerken quer und schräg zur Strömung ist der Glider ebenfalls wie schon beschrieben im Vorteil, mit und gegen die Strömung sowie auch beim Driften vom Boot aus lassen sich auch Diver gut einsetzen. Zuletzt ist es bedingt durch die erforderlichen längeren Schläge/Züge, die viele Diver bei der Führung im direkten Vergleich mit Glidern benötigen, oft anstrengender mit diesen zu fischen.

Angeltiefe: Wie schon beschrieben lassen sich mit Jerkbaits die verschiedensten Gewässertiefen bis zu einer gewissen Grenze befischen. Während die Hechte im Frühjahr/Sommer oft sehr flach stehen, werden wir sie mit zunehmender Abkühlung oft erst in tieferen Bereichen antreffen.
In stehenden Gewässern ist hier vor allem die so genannte Sprungschicht zu beachten, aufgrund des darunter herrschenden Sauerstoffmangels stehen die Fische alle darüber. Deshalb sind gerade im Frühjahr und Sommer auch tiefere Gewässer wie z.B. Talsperren noch mit Erfolg zu bejerken, Meist liegt diese Sprungschicht zwischen 4-6 Metern Tiefe und lässt sich auf einem guten Echolot erkennen.
Es gibt eine Vielzahl von fängigen Glidern mit den unterschiedlichsten
Sinkgeschwindigkeiten. So wird man für jede noch beangelbare Tiefe einen entsprechend geeigneten Köder finden.
Gerade diverse schwimmende Jerkbaits lassen sich aber hervorragend langsam und fängig dort anbieten, wo die meisten anderen Kunstköder schon zu tief laufen: direkt
an oder unter der Oberfläche über Krautfeldern, welche bevorzugte Standorte von Hechten sind. Hierbei reichen einigen Modellen schon ca. 15 cm freies Wasser aus.

Auch hier gilt wieder: Probieren geht über Studieren, aber als generellen Anhaltspunkt sollte man dieses einfach beachten.

Ködergröße: Grundregel: zu groß gibt es nicht, aber im Frühjahr/Sommer sind oft eher kleinere, ca.10-15cm lange Köder erfolgreich, da sich die Räuber (auch Kapitale) nun eher auf den Fischnachwuchs einschießen. Je kälter das Wasser, desto größer dürfen die Köder dann auch sein.

Köderfarbe: Jerkbaits gibt es in den unterschiedlichsten Farben, angefangen von naturgetreuen Nachbildungen, gedeckte Farben bis hin zu sehr grellen Farben. Je klarer das Wasser ist, desto eher sollte man die natürlichen und gedeckten Farben verwenden. Analog dazu sollte man bei zunehmender Trübheit des Wassers den grelleren Farben den Vorzug geben.
Aber auch hier gibt es kein Patentrezept, beißt es auf die nach der o.g. Regel verwendeten Farben nicht, ist oftmals ein Farbwechsel zu einem grellen oder naturgetreuen Modell von Erfolg gekrönt.

Wichtiges/nützliches Zubehör:

Wathose: Sehr nützlich sowohl um damit seinen Aktionsradius beim Uferfischen zu erweitern als auch zur Köderrettung bei Hängern im flacheren Uferbereich

Köderretter: Konstruktion aus einem schweren Gewicht und Ketten. Diese werden bei einem Hänger auf die Angelschnur gefädelt und an einer starken Schnur zum Köder gleiten gelassen. Hier soll sich dieser dann am Köder oder Hindernis verfangen und der Köder kann so geborgen werden. Gerade beim Bootsangeln eine sehr empfehlenswerte Sache, die richtig Geld spart. Beim Uferangeln dagegen ist oft der Winkel der Schnur zum Köder zu flach und damit der Köderretter wirkungslos.

Polarisationsbrille: Sehhilfe, die die Spiegelung der Wasseroberfläche stark reduziert und einem einen tiefen Einblick in das Wasser gestattet. Gerade zum Kunstköderangeln sowie zu Waten sehr zu empfehlen

Hakenlöser: Wichtig zum schonenden Hakenlösen, Pflichtzubehör! Es gibt unendlich viele verschiedene Modelle, wichtig ist, dass sie sowohl lang als auch stabil genug sind, um auch fest- und tiefsitzende Haken sicher und schnell zu entfernen, z.B. Arterienklemmen

Seitenschneider: praktisch zum Kappen von Stahlvorfächern sowie dem Abkneifen von Drillingen, die sonst kaum lösbar sind.

Hakenschleifer: Gerade beim Kunstköderangeln sind rasiermesserscharfe Hakenspitzen extrem wichtig. Durch Hänger usw. verlieren Haken oft ihre Schärfe und müssen nachgeschliffen werden. Tipp: Saphirnagelfeile, billig und sehr wirksam

Quetschhülsenzange und passende Hülsen: Sehr nützlich und auf lange Sicht auch wirtschaftlich, man kann seine Vorfächer aus günstiger Meterware schnell und passend auf die eigenen Bedürfnisse selbst herstellen.

Sprengringe: gehören an jede Frontöse eines Jerks, sind dort aber nicht immer beim Kauf schon angebracht. Sie vermindern wirkungsvoll ein Hakenaushebeln durch den Hecht, sorgen für mehr Köderspiel durch die bessere Beweglichkeit. Man kann auch einen evtl. zu starken Auftrieb eines schwimmenden Jerks durch den Austausch der Sprengringe an den Haken beeinflussen (einfach 2 schwerere Sprengringe/Haken hintereinander schalten), ohne dessen Aktion nennenswert zu beeinträchtigen.

Echolot: beim Jerken vom Boot aus ein sehr zu empfehlenswertes Hilfsmittel, nicht
unbedingt um einzelne Hechte zu finden, wohl aber zum Auffinden von Untiefen, Krautbänken und Futterfischschwärmen, also den potentiellen Hechtstandplätzen.

Abhakmatte: Schleimhautschonende Matte zum Ablegen von Fischen, die man zurücksetzen will, beim Bootsangeln leicht mitzuführen.


Ich hoffe, ich habe euch nun ein wenig neugierig auf das Jerken gemacht und alles verständlich erklärt.
Ich kann euch aus eigener Erfahrung nur ermuntern und dazu raten, diese faszinierende und extrem erfolgreiche Art des Kunstköderfischens einmal auszuprobieren.

Aber Vorsicht: wer davon einmal infiziert ist, kommt nie mehr davon los...

Wünsch euch ein kräftiges Petri Heil,

Gruß euer Lahnfischer