Dienstag, Juli 10, 2012

Boddentour Juni 2012

Hi @ all,

endlich komme ich mal dazu, den Bericht von meiner vergangenen Boddentour zu schreiben. Viel Arbeit, zwischendurch Opa werden usw. hat das leider etwas verzögert.

Es begann damit, dass ich überraschend trotz Arbeitsplatzwechsel zum 1. Mai im Juni urplötzlich eineinhalb Wochen Urlaub bekam, mit dem ich so früh noch gar nicht gerechnet hatte.
Nach einem Anruf bei Andreas von www.Boddenabenteuer.de bei dem ich erfuhr, dass er durch Absage eines Kunden zufällig in besagter Zeit noch 4 freie Guidingtage am Stück offen hatte, sagte ich ihm spontan zu. Nun hieß es, obwohl es recht kurzfristig war, noch Mitfahrer zu finden, denn alleine wärs nicht nur doof, sondern auch zu teuer.... ;)
In diversen Angelforen fragte ich deshalb nach Mitfahrern, Marius, ein Angelkumpel hier von der Lahn sagte spontan zu. Harry, mit dem ich letztes Jahr an den Bodden war, besorgte noch einen 3. Mann und damit war die Tour komplett.

Die Vorfreude war schon riesig und am Sonntag, den 17.6. ging es schließlich morgens gegen 9 Uhr von Löhnberg in Richtung Barhöft. Wir hatten Zeit und fuhren gemütlich, so dass wir spätnachmittags dort ankamen. Zunächst fuhren wir bei Andreas vorbei, um den Schlachtplan für den nächsten Tag festzulegen. Danach bezogen wir unsere Ferienwohnung direkt am Hafen in Barhöft, gingen lecker frischen Dorsch essen und waren pünktlich zum Spiel Deutschland gegen Dänemark wieder in der Ferienwohnung.

Am nächsten Tag hieß es früh aufstehen, wir hatten uns mit Andreas schon um 5.30 Uhr verabredet, der erste Tag sollte den Zandern gewidmet sein. Für den Nachmittag war ein Unwetter angekündigt, vor diesem wollten wir den 1. Angeltag beenden.

Das frühe Aufstehen fiel deutlich leichter, als wenn die Arbeit ruft und pünktlich um 5.30 Uhr stachen wir in See. Die Vorfreude war riesig und schon war der erste Angelplatz erreicht. Andreas setzte den Anker, während ich anfing, die Rute zu montieren. Noch bevor ich das Vorfach fertig angebunden hatte, war Andreas Rute schon krumm, der erste Zander war beim ersten Wurf eingestiegen. Bis zur Landung war ich dann auch endlich fertig und konnte einen etwa mittsiebziger Zander bestaunen. Das machte Mut und es wurde munter gefischt.

Wieder war es Andreas, der den nächsten Zander landete, mit glaube 83 cm schon ein Kapitaler...



Auffallig war, dass Andreas nur einen Köder durchgängig fischte, einen Prototyp von Savage Gear, den Canibal2 in 12,5 cm in weiß mit schwarzem Rücken und rotem Schaufelschwanz.

Um es abzukürzen, jeder An Board fing den einen oder anderen Zander...





...Andreas legte sogar noch einen 86er Zander vor...



Es gab auch den einen oder anderen Hecht und einen guten Barsch, nur ich blieb Schneider. Egal, was ich auch versuchte, welchen Köder ich fischte, außer 2 Fehlbissen mit abgebissenem Schaufelschwanz ging bei mir rein gar nichts.

Gegen 14 Uhr beendeten wir dann den 1. Angeltag ob des bevorstehenden Unwetters.
Marius und ich nutzten den Nachmittag, um mal einen Abstecher nach Stralsund zu machen. Hier wurde natürlich das örtliche Angelgeschäft besucht und ich legte mir ein paar Gummis zu, die zumindest grössen- und farbtechnisch dem Canibal von Andreas ähnelte, 11 cm lange Kopytos mit gleicher Farbe, die vielen Fische von Andreas fuchsten mich doch bei eigenem Schneider ein wenig und etwwas abkucken hat noch niemals geschadet... ;)
Während wir dann am Hafen lecker Fischbrötchen futterten, zog das angekündigte Gewitter auf und wir machten uns im strömendem Regen zurück nach Barhöft. Dort angekommen, sahen wir, dass wir mächtig Glück gehabt hatten, hier hatte es massiv gehagelt, die Wiese hinter der Ferienwohnung war schneeweiß, knöcheltief fast war alles voller Hagelkörner, teilweise so gross wie Tischtennisbälle! Später in den Nachrichten sahen wir dann, wie der Hagel rundum gewütet hatte...

Am 2. Tag trafen wir uns gegen 8 Uhr am Hafen. Es war geplant, bis gegen Mittag auf Hecht zu Fischen und dann nach einer Pause ab dem Nachmittag bis zum Dunkelwerden wieder auf Zander.

Wieder war es Andreas, der uns die ersten Fische vorlegte, nach einigen mittleren Hechten konnte er diesen Prachthecht von 1,08 Meter landen...





Köder war bei Andreas dieses Mal ein weiterer Prototyp, eine 25 cm lange Heringnachbildung von Savage Geaar.
Ich rüstete nun um auf einen der alten 22er Fox-Shads in ähnlicher Farbe Midnightshiner
und siehe da, bei der nächsten Drift konnte auch ich endlich den 1. Hecht der Tour landen, ein 45er Schniepel hatte sich in einem Anfall von Größenwahnsinn an dem Shad vergriffen. Aber der Anfang war nun gemacht und es folgten einige weitere kleinere und mittlere Hechte bei mir auf diesen Köder...



Am Nachmittag ging es schließlich wieder in die Zandergründe. Andreas hatte wirklich einen echten Lauf, denn es sollte nicht allzulange dauern, bis er wieder einen ü80er Zander an Board hatte...



Heute sollte es abr auch bei mir mit den Zandern klappen, lediglich die Größe war noch deutlich ausbaubar...





Was aber deutlich wurde, die Farbwahl stimmte dieses Mal bei mir ;)

Schließlich hatte ich nach einem brutalen Biss kurz vor dem Boot auch einen richtig großen Zander am Haken, leider stieg der nach kurzen Drill wieder aus, Shit happens... :(

Kurz darauf mächtiger Biss bei Marius, ebenfalls dicht am Boot. Die Rute krumm bis zum Handteil, kam ein mächtiger Hecht an die Oberfläche. Andreas war sofort mit dem Kescher zur Stelle und die erste Flucht führte den Hecht direkt in den Kescher. Das war nun eine richtige Klamotte, wie wir erst im Boot richtig sahen...



Das vermessen ergab 123 cm, dazu war die Dame wirklich rundgefressen, ein endgeiler Fisch, digges Petri nochmal an Marius an dieser Stelle!!!





Es biss einfach super an diesem Nachmittag, immer wieder hatten wir Doppel- und auch Dreifachdrills, mittlere Hechte und Zander gaben sich die Ehre.
Schließlich hatte ich dann auch wieder einen starken Fisch am Haken und nach aufregendem Drill kescherte Andreas diesen Hecht sicher für mich, mit 101 cm der 3. Meterfisch an diesem Tag...





Schließlich ging auch dieser Angeltag irgendwann zu Ende...



Der 3. Tag war ausschließlich den Hechten gewidmet. Leider strömte, wie zuvor erhofft, kein frisches sauberes Wasser in die Bodden, so dass das Wasser recht dreckig war. Wir fingen trotzdem alle unsere Hechte, alleine die Größe war nicht wie erhofft. Bester Köder bei mir waren der 22er Fox in Midnightshiner, solange die Sonne schien, war der Himmel bedeckt, punktete der 18er Fox im Barschdesign.
Ich verlor leider im Drill einen guten Meterfisch, welcher den Köder auf volle Distanz genommen hatte und der beim Heranpumpen an die Oberfläche kam und dort mit weit geöffnetem Maul den Köder losschüttelte. Dann hatte ich noch einen weiteren Hammerdrill, bei dem ich lange an einen neuen Hecht-PB glaubte. Immer wieder heftige lange Fluchten trotz sehr stramm gestellter Bremse, mein Puls war auf 200. Doch letztendlich stellte sich der Verursacher "nur" als ein etwa achziger Hecht heraus, der in der Brustflosse gehakt war.



Auch an diesem Tag war das Fangergebnis 2-stellig und der letzte Tag brach an. Wir drifteten bei zunehmend starkem Wind zunächst über flache Bereiche. Die Hechte waren wieder bissig und es gab mehrfach Doppeldrills...



Jeder fing einige Hechte, Marius sogar 2 kleinere Zander. Nun konnten wir auch die neuen Real Eal von Savage Gear in Aktion erleben. Die Köder laufen wirklich einwandfrei und Andreas fing einen oder 2 Hechte damit.
Leider wurde der Wind immer stärker und der Sund drückte mit aller Macht dreckiges Wasser in die Rinnen, so dass das Angeln immer mühseliger wurde und man selbst mit 40 Gramm-Köpfen kaum mehr Grundkontakt halten konnte. Da wir eh noch am gleichen Tag die Heimreise antraten, beendeten wir gegen 15 Uhr diesen letzten Angeltag der diesjährigen Tour.





Es wurden lange nicht alle Fische fotografiert, jeder Tag hatte ein deutlich 2-stelliges Fagergebnis, es gab 3 Meterhechte, 3 Zander ü80, dazu einige grosse Drillaussteiger. Da sage einer, Die Bodden wären nur im Frühjahr und Herbst/Winter interessant. Auch im Sommer machts da oben mächtig Spass und ich komme spätestens nächstes Jahr sicher wieder.

An dieser Stelle nochmals einen großen Dank an unseren Guide Andreas, der wieder einmal bewiesen hat, dass er sich da oben bestens auskennt und einen sicher zum Fisch führt.

Die Rückfahrt verlief dann problemlos und gegen Mitternacht waren wir wieder wohlbehalten zuhause angekommen.

Liebe Grüße,

euer Lahnfischer

Montag, Juli 02, 2012

Ab jetzt doppelter Lahnopa

Hi @ all,

am vergangenen Donnerstag bin ich das 2. Mal Opa geworden. Hannah kam gegen 09.30 Uhr gesund und munter auf die Welt und brachte es bei einer Größe von 49 cm immerhin auf 2990 Gramm. Mutter und Kind sind beide wohlauf und mittlerweile auch schon Zuhause.

Hier ein Bild von Hannah herself...



Glücklichen Urgrosseltern mit Hannah...



...frohes Perlchen, auch Oma Hase genannt, mit Hannah...



...und meinereiner superstolz mit der kleinen Süssen...



Aus diesem Grund wird der Bericht über meine vorhergehende Boddentour auch noch ein paar Tage auf sich warten lassen, irgendwo muss man schließlich seine Prioritäten setzen... ;)

Bis bald,

euer stolzer und jetzt doppelter Lahnopa

Dienstag, Mai 29, 2012

Weiterhin eine super Raubfischsaison



Hi @ all,

wollte mich eigentlich schon viel früher hier melden, aber irgendwie hatte ich keine Zeit.

Der super Saisonstart scheint eine echt geile Raubfischsaison eingeläutet zu haben, denn die Fische bleiben bissig.
Zugegebenermaßen hatte ich auch den einen oder anderen Schneidertag erwischt, aber das gehört beim Angeln einfach dazu. Die Hechte sind nach wie vor bissig, wie z.B. dieser feine ü80er zeigt:


Hier noch ein 94er...




Auch kleine Köder gehen mittlerweile recht gut. Neben ein paar schönen Räucherbachforellen...


...und kleineren Barschen...


...hatte ich letzte Woche am leichten Barschgerät auch 2 harte Drills mit "ungewollten Beifängen"... ;)

Ein Übeltäter war dieser etwa 80er Waller, der den nur 4 cm kleinen Salmo Hornet in starker Strömung voll genommen hat...




...und der demnächst meinen Räucherofen kennenlernen wird, Perlchen freut sich schon drauf *g*

Der andere war dieser genau 80 cm lange und richtig fette Hecht...


...der nunächst in ebenfalls sehr schnellem Wasser 2 Fehlbisse verursachte, beim 3. Mal aber endlich hängen blieb.

Einige größere Drillaussteiger hatte ich ebenfalls noch, es läuft also echt nicht schlecht für mich an der Lahn.

Übermorgen gehts wieder ans Wasser und das kommende Wochenende hab ich auch frei, also mal sehen, wie sich das Angeln weiter entwickelt.

Ich halte euch selbstverständlich auf dem Laufenden,

liebe Grüße,

euer Lahni



Samstag, April 21, 2012

Hammerwoche, die Hechte spielen mit...

Hi @ all,

so einen genialen Saisonstart hatte ich lange nicht mehr, bin total happy. Aber immer schön der Reihe nach...

Dienstag:

Heute haätte ich wirklich fast gekotzt. Habe auf den Squirrley-Nachbau von Sebastian aka Davis 2 gute Hechte ü80 am Band gehabt und beide sind mir vor den Füßen im Nahkampf ausgestiegen. Habe mir dann nach dem 2. Aussteiger den Köder noch mal betrachtet, das Epoxi hat gut gehalten, nur oberflächliche Kratzer. Dann noch ein Blick auf die von mir montierten Drillinge, die ich von gebraucht gekauften Burts schnell umgerüstet habe und schon fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Was ich Idiot nicht bemerkt habe, die Widerhaken sind sauber angedrückt. Wie dämlich, aber wer rechnet denn mit sowas...

Hier mal ein Bild des SQ-Hunters, wie wir den Köder getauft haben... ;)


Der Köder ist aus Abachi-Holz geschnitzt, genauso groß wie sein Vorbild, vor allem im hinteren Teil etwas schlanker und hat im Gegensatz zum Original keine Geräuschkugeln, ist also schön leise.

Mittwoch:

War heute Nachmittag doch noch mal für 3 Stunden unterwegs. Ergebnis waren an 2 Stellen 2 derbe Fehlattacken auf den SquiSQ-Hunter. Eine 3. Attacke saß dann und Dank neuer Drillinge mit Widerhaken konnte ich den 92er auch sicher landen...


Dank eines zufällig anwesenden Spinnfischers, welcher den Drill und die Landung beobachtete, gibts von dem Fisch ein wirklich schönes Porträtbild inkl. Fänger, Danke nochmal an dieser Stelle fürs Knipsen :)


Donnerstag:

Der Tag ist schnell erzählt; zusammen mit Kumpel Hendrik gut 6 Stunden lang gepeitscht und einen sauberen Schneider schwarz eingefahren. Keinerlei Kontakt, nicht mal einen Nachläufer.

Freitag:

Konnte doch den gestrigen Schneider nicht auf mir sitzen lassen, also bin ich wieder losgezogen.

Was soll ich lang drum herum reden; 2. Wurf oberhalb eines Wehres, ich stand auf der Wehrkrone und zuppelte den SQ-Hunter langsam dicht unter Oberfläche über ein aufkommendes Seerosenfeld. Plöztlich wie immer in einer Schlagpause - Bämmmmmmmm

Der Anschlag saß, die Piketime war sofort krumm bis ins Handteil. Nach einigen heftigen Fluchten kam der Hecht in Reichweite, aber anstatt sich mit der Hand landen zu lassen, sprang er vor meinen Füßen derbe in die Luft, klatschte auf die Wehrkrone und rutschte das Wehr herunter.
Glücklicherweise öffne ich vor der Landung immer die Bremse, die gab willig Schnur und unten angekommen, hing der Hecht tatsächlich noch dran. Ich hielt den Hecht auf Spannung und dessen Kopf über Wasser und stolperte und rutschte das Wehr auch runter. Natürlich hatte ich ausnahmsweise an dieser Stelle nur normale Gummistiefel an, die Beine und Füße waren sofort klatschnass, aber das war mir sowas von egal. Was ich kaum zu hoffen wagte, ich kam tatsächlich heil unten an und der Hecht hielt relativ still, so dass ich ihn gleich beim 1. Versuch zu fassen bekam.
Dann wieder hoch geklettert und ans Land, was zitterten mir die Knie...

And here we are...


Ich habe den Fisch 2x gemessen, aber es sollte nicht sein, das Maßband und die Skalierung der Piketime zeigten beide genau 99 cm an, also eigentlich ein Hecht, den es gar nicht gibt ;) Das war mir aber völlig Latte, das ist einfach ein traumhafter Fisch und ich hätte nach dem Wehrsprung nie und nimmer damit gerechnet, den noch landen zu können.

Von uns zusammen gibt es natürlich auch ein schnelles Selbstauslösebildchen...


Nach einem Zigarettenpäuschen und Telefonat mit dem Köderbauer Sebastian machte ich noch ein paar Wurf an gleicher Stelle. Beim 3. Wurf gab es schon wieder einen Biss, der mir fast die Rute aus der Hand gerissen hätte. Wieder tobte ein ü90er Hecht am Band und ich hatte ihn auch kurz mal vor den Füßen. Dabei konnte ich deutlich den Grund für den Hammerbiss sehen: vom Köder schaute nur noch der Twisterschwanz aus dem Maul heraus, der Hecht hatte den frontal, Kopf voran, volley inhalliert.
Leider konnte ich den Hecht nicht von einem gewaltigen Sprung im flachen Wasser abhalten und wild mit dem Kopf schüttelnd warf er mir den Köder vor die Füße. Normalerweise wäre ich da echt sauer gewesen, aber ich nahm es ausnahmsweise recht gelassen, genau wie 2 Fahlattacken an einem anderen Spot, den ich danach noch mal anfuhr. Dieses Mal war der Hecht aber auch deutlich kleiner, dürfte so um die 70 cm gehabt haben.

Bin dann nach Hause gefahren und habe bei Perlchens Auto noch schnell die Sommerreifen aufgezogen. Dabei habe ich mir dummerweise irgendwie den Mittelfinger der rechten Wurfhand derbe gezerrt, so dass ich nicht mal richtig eine Faust machen kann. Also haben die Hechte zwangsweise wohl einige Tage Ruhe vor mir, aber ich hoffe doch, dass es nächste Woche wieder weitergehen kann, ihr erfahrt es hier ganz sicher... ;)

Liebe Grüße,

euer Lahnfischer

Dienstag, April 17, 2012

Gelungene Saisoneröffnung

Hi @ all,

gestern war es endlich soweit, 16. April und damit Start in die neue Hechtsaison, zufälligerweise hatte ich auch noch Urlaub... *g*

Bin so am späten Vormittag an die Lahn gestartet und wie jedes Jahr war die Spannung groß. Wo werden die Hechte stehen, beißen sie, sind sie durch mit dem Laichgeschäft?

Die Voraussetzungen waren alles andere wie optimal, die Temperaturen waren deutlich gefallen, es gab Tageshöchstwerte um die 7 oder 8 Grad, dazu wehte ein frischer und eiskalter Nordwind, der mich dazu veranlaßt hatte, noch mal die langen Unterbuxen rauszuholen... ;)

Da trotzdem zunächst die Sonne schien, suchte ich zunächst eine weitläufige flache Kurve mit mäßiger Strömung auf, in der das Kraut und die Seerosen schon anfingen zu wachsen. Als Köder dienten mir entsprechend diverse flachlaufende Wobbler und Jerks, doch was ich auch versuchte, es wollte partout nichts beißen.

Also Stellenwechsel, ein Wehr wurde angefahren. Doch weder ober- noch unterhalb irgendeinen Kontakt. Dafür nahm der eisige Wind immer mehr zu, ich hätte sogar Handschuhe vertragen können.

Nächste Stelle angefahren, hier ging in der Vergangenheit doch immer etwas, aber Pustekuchen...

Schließlich nochmals Stellenwechsel an eine ruhige Stelle, von der ich wußte, dass da ein großes Seesosenbeet entsteht, Wassertiefe deutlich unter einem Meter.

Der erste Wurf mit einen 10 cm Fatso Crank im Barschdesign, der Köder kommt an das entstehende Seerosenbeet, als auch schon ein guter Hecht draufschießt. Leider schlug ich wohl zu früh an oder der Hecht hatte kein Zielwasser getrunken, er blieb jedenfalls nicht hängen. Fluchend die Stelle noch mehrmals abgeworfen, aber der Hecht schien Lunte gerochen zu haben. Also Köderwechsel, ein Fatso im Rotaugendesign sollte es richten, klappte aber nicht. Also wieder gewechselt auf einen 5er Buffalo-Jerk im Barschdesign. Erster Wurf, Bammm, der Hecht schoss wieder drauf, blieb aber abermals nicht hängen. Langsam wurde ich sauer auf mich selbst, denn der Anschlag kam eindeutig zu früh, man ist halt etwas aus der Übung nach der langen Schonzeit. Wechsel nun auf 12er Salmo Slider in Rotauge, aber auch hier keine Resonanz.
Ich kramte in den Köderboxen, sollte der Hecht etwa nur auf Barsche stehen? Da hatte ich aber noch einen Trumpf im Ärmel, einen 10 cm langen Glider im Barschdesign, der mir am Seeweiher schon ein paar Hechte gebracht hatte. Wieder erster Wurf, der Köder kam in die fängige Zone und wieder eine Fehlattacke, so ein verfluchter Mist.
Mit zitternden Händen steckte ich mir erst einmal eine Zigarette an, zu allem Überfluss klingelte nun auch noch mein Handy. Dran war Kumpel Sebastian, der wissen wollte, wie es läuft. Er war auch mit einem anderen Kumpel unterwegs, seit 7 Uhr morgens schon, aber beide waren noch Schneider. Ich erzählte ihm von den 3 Fehlattacken und sagte noch, dass ich es hier jetzt noch ein letztes Mal versuchen würde, obwohl ich insgeheim nicht mehr daran glaubte, dass der Hecht noch ein 4. Mal zuschlagen würde.
Recht lustlos, aber aufreizend langsam wurde der kleine Barschglider nochmals über das Seerosenbeet gezuppelt und Petrus hatte doch ein Einsehen mit mir. Der Hecht kam wirklich noch mal angeschossen und dieses Mal saß auch der Anschlag. Nach heftigem Drill konnte ich schließlich diese Prachtdame sicher mit der Hand landen...


Schnell noch ein kurzes Selbstauslösebildchen geschossen...


und schon durfte die Hechtdame, die sichtlich noch nicht abgelaicht hatte, wieder schwimmen.

Petrus sei Dank, der Tag war gerettet. Hatten sich der häufige Stellenwechsel und die Ausdauer doch noch gelohnt, mittlerweile war ich fast 6 Stunden unterwegs.

Das sollte auch der letzte Fischkontakt bleiben, aber ich fuhr dennoch hochzufrieden nach Hause...

Mal schauen, was die nächsten Tage noch bringen, ich habe nämlich noch bis Ende April Urlaub. Ich halte euch auf dem Laufenden, versprochen.

Liebe Grüße,

euer Lahni

Donnerstag, März 22, 2012

Frühjahrsbarsche auf Wurm am Dropshot

Hi @ all,

langsam wird es endlich Frühling, es juckt gewaltig in den Fingern, doch leider herscht hier in der Hechtschonzeit ein generelles Kunstköderverbot. Barsche sollten sich doch aber trotzdem fangen lassen, schlagen sie sich doch vor der anstrengenden Laichzeit noch mal die Bäuche voll, also wird aktiv mit Wurm am DS gefischt.
Allerdings fische ich nicht mit dem klassischen DS, bei dem der Haken starr am Vorfach befestigt ist, sondern am kurzen etwa 5 cm langen Seitenarm. Dabei können die Barsche den Köder viel leichter einsaugen, er spielt besser und die Fehlbisse sind deutlich weniger!

Den Seitenarm binde ich ganz einfach mit der sogenannten Springerschlaufe, man kann ihn aber auch mittels Stopperknoten einbinden. Daran kommt dann der Haken. Als Haken geht zwar auch ein normaler Wurmöhrhaken, aber bessere Bissausbeute gibts mit leichten DS-Wurmhaken mit weiterem Hakenbogen. Ich benutze neuerdings den Gamakatsu Drop Shot Hook Worm 39 Gr.4 oder 2, je nach Wurmgröße...


Es hat sich bewährt, den Wurm maximal 1-2 Mal durchzustechen, damit die freien Enden schön spielen können, entweder am Kopf, am Schwanz oder aber wacky in der Wurmmitte.
Das Vorfach knote ich dann direkt an die dünne geflochtene Hauptschnur mittels doppeltem Grinner. Ich nehme übrigens kein Fluorocorbon mehr, das ist mir zu steif, sondern einfach 025er Mono Stroft GTM. Ist viel leichter zu knoten, weil weicher und die Barsche störts eh nicht. Als Dropshotgewicht nehme ich die herkömmlichen Stabbleie, allerdings nicht zu leicht, mindestens 14-18 Gramm sollten es schon sein, auch bei keiner oder mäßiger Strömung. Sind die Bleie zu leicht, ziehst du ständig ungewollt die Montage zu dir heran.


Bei der Führung ist darauf achten, dass man einen leichten konrollierten Schnurbogen hat, damit die Bisse nicht voll in die Rute durchschlagen. Ich habe, wie beim Jiggen, immer den Finger in der Schnur, so merkt man auch zarteste Anfasser. Nach dem Auswerfen die Montage an gestraffter Schnur absinken lassen und mit erhobener Rutenspitze Fühlung aufnehmen. Da der Wurm selbst schon durch seinen Geruch und seine Bewegungen lockt, fällt bei mir die Führung recht dezent aus. Ich lasse den Köder oft einfach stehen, die Rutenspitze wackelt eh meist etwas, was völlig ausreicht. Alle 20-30 Sekunden ziehe ich die Montage entweder über die Rutenspitze oder durch langsame 1-2 Kurblumdrehungen näher zu mir. Bei einem Biss kurz die Rutenspitze senken und etwas verzögert leicht anschlagen. Hängt der Fisch nicht, die Montage einfach stehen lassen, meistens kommt dann gleich der nächste Biss.

Übrigens muss es keine spezielle Dropshotrute sein, ich fische das mit meiner normalen Barschspinnrute, einer etwa 2,10 langen Rute mit einem WG bis 30 Gramm, passender Stationärrolle und 5-Kilo tragende gelbe geflochtene Schnur.

Das schwierigste ist, die Barsche zu finden. Sucht nicht zu tief nach Futterfischschwarmen, da sind die Barsche meist nicht weit davon entfernt. Wenn die Barsche erst einmal gefunden sind, lassen sie sich meist nicht lange bitten.
Ausprobieren muss man lediglich, worauf die Barsche stehen. Den einen Tag wollen sie fette Tauwürmer, den nächsten Tag halbe Tauwürmer und dann wieder lieber kleinere Dendrobenas...



Hier mal ein paar Beifänge von heute, denn nicht nur Barsche stehen auf Würmer...






Versucht das ruhig einmal, ihr werdet sehen, das macht riesigen Spass und fängig ist es obendrein. Für mich ist das die beste Methode, um gegen den Schonzeitkoller anzugehen.

PS: selbstverständlich funktioniert diese Methode das ganze Jahr über, aber gerade im Frühjahr oder Spätherbst/Winter ist das oft die erfolgreichste Angelmethode ;)

Liebe Grüße,

euer Lahni

Montag, Januar 16, 2012

Die ersten Fische in 2012

Hi @ all,

wünsche allen Lesern noch ein frohes, gesundes und fischreiches Jahr.

Bin seit 2 Wochen wieder aus der Reha zurück und heute ist nun mein 1. Arbeitag. Hier an der Lahn gabs ein richtig fettes Hochwasser und ich versuchte noch mehrmals mein Glück auf Zander. Diese ließen mich aber total im Stich. Im Gegensatz zu den letzten Jahren mit Winterhochwasser, wo es regelmäßig den einen oder anderen guten Zander gab, blieb mir das dieses Mal verwehrt.

Allerdings gab es als Trostpflaster 2 Hechte, so dass zumindest die ersten Fische im neuen Jahr gefangen werden konnten.

Hier der 1. Hecht, nicht sonderlich groß, aber eben als 1. Fisch des neuen Jahres dennoch etwas besonderes:



Der 2. Hecht war schon deutlich besser, war etwa Mitte bis Ende 70 cm...



und hatte einen auffallend verkümmerten Oberkiefer. Der scheint den Hecht aber nicht sonderlich behindert zu haben, er war in guter Konstitution.





Beide Hechte sowie ein Dritter, der sich leider im Drill verabschieden konnte, bissen jeweils auf einen 15 cm SlottieS in der Farbe Flusskönig, alle anderen Köder wurden in den 5 Angeltagen komplett verschmäht.

Nun ist die Hechtschonzeit, in der hier das Spinnfischen komplett verboten ist, nicht mehr fern. Mal schauen, ob ich es vorher noch einmal an die Lahn schaffe, ansonsten werde ich es sicher bei gesunkenem Wasserstand öfters mal mit halben Tauwürmern am Dropshot auf Barsch versuchen.

Ich halte euch auf dem Laufenden und verbleibe mit lieben Grüßen,

euer Lahnfischer