Samstag, Oktober 06, 2007

Mit der Spinnrute auf Frühjahrshechte



Hi @ all,

mit Beginn des Frühjahrs so ab Ende Februar bis - je nach Witterung - weit in den April hinein ziehen die Hechte in das flache ufernahe Wasser, um sich zu vermehren.
Früher waren die Laichplätze bevorzugt die vom Frühjahrshochwasser überschwemmten Wiesen, heute im Zuge der Gewässerverbauung legen sie den Laich mangels Überschwemmungsflächen an flachen Stellen mit reichlich Planzenbewuchs ab.
Mit ein wenig Glück und Ausdauer kann man sie dabei sogar beobachten, denn sonderlich scheu sind sie zu dieser Zeit nicht, da haben sie anderes im Kopf…

Da das Laichgeschäft eine Menge an Energie nach der eh schon harten Winterzeit kostet, sind die Hechte nach dem Laichen ziemlich hungrig und wenig wählerisch im Bezug auf ihre Beute.
Gerade diese flachen Stellen erwärmen sich auch recht schnell und damit erwacht dort generell das Unterwasserleben am schnellsten.
Mit der dort aufkommenden Flora kommen hier auch reichlich Fischnährtiere auf und im Schlepptau Futterfische in die flachen Regionen, zum einen zum Fressen, zum anderen um ebenfalls für Nachwuchs zu sorgen.Infolgedessen verbleiben auch die Hechte eine ganze Zeitlang in den flachen Bereichen, um sich ohne viel Aufwand an diesen Futterfischen gütlich zu tun, sie schwimmen ihnen quasi direkt vor das Maul.
Auch der eigene Nachwuchs ist dabei nicht vor ihnen sicher, Hechte sind in dieser Beziehung nicht wählerisch und durchaus kannibalisch veranlagt.

Je nach Witterung und Wassertemperatur, nach der sich ja die Laichzeiten richten, bleiben auch die großen Hechte nun bis teilweise Mitte/Ende Mai ufernah im Flachen, bevor sie sich wieder in das Freiwasser oder andere Reviere zurückziehen.

Da in den meisten Bundesländern die Hechtschonzeit Mitte April oder Anfang Mai endet, sind die Chancen auf eine erfolgreiche Hechtpirsch außergewöhnlich gut, ähnlich wie im Herbst von Ende September bis oft weit in den November.

Die beste und erfolgreichste Angelmethode ist nun eindeutig das Spinnfischen. Zwar wird ein Hecht auch einen stationär angebotenen Köderfisch nicht verschmähen, aber bedingt dadurch, dass man beim Spinnfischen eine wesentlich größere Wasserfläche absucht und der Hecht nun auf der Lauer liegt, sind die Erfolgsaussichten beim Spinnfischen um ein Vielfaches größer.
Auch werden mit Kunstködern durch den sofortigen Anschlag wesentlich weniger Fische verangelt wie mit Köderfischen.



Man sollte aber bedenken, dass die Hechte jetzt noch nicht so gut im Futter stehen und lange nicht diese Fleischqualität wie im Herbst haben. Deswegen meine Bitte, entnehmt nur wirklich so viel Fisch, wie ihr auch wirklich selbst schnell verwerten könnt und setzt den einen oder anderen gefangenen Fisch wieder zurück, gerade beim Spinnfischen im Frühjahr sind Mehrfachfänge keine Seltenheit und die Bestände können meist eh nur mit umfangreichen Besatzmaßnahmen aufrecht erhalten werden.

Auch sollte man das Angeln einstellen, wenn man sieht, dass die Hechte noch nicht abgelaicht haben und dies auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.

Stellensuche und Taktik:

Wie schon oben im Text erwähnt stehen die Hechte bis Mitte/Ende Mai im relativ flachen Wasser, oft direkt in Ufernähe, unabhängig von der Gewässerart. Das können stellenweise Plätze mit einer Wassertiefe von deutlich unter einem Meter sein, wo man den Hecht so schnell nicht vermuten würde.
Erfolgreiche Stellen sind nun eben diese Flachwassergebiete, vor allem wenn sie eine Menge an Planzenbewuchs aufweisen. Der Hecht steht jetzt in Deckung zwischen den Wasserpflanzen, umgestürzten Bäumen usw.





Ebenfalls Erfolg versprechende Stellen sind Abbruchkanten in der Nähe von diesen flachen Zonen. Der Hecht steht gerne in der Deckung unterhalb dieser Kanten und wartet auf Fische, welche die Kante auf dem Weg ins Flachwasser passieren müssen oder kommt zum Rauben ins Flache.
Weitere potentielle Hotspots sind die üblichen Einmündungen von Zuflüssen, ruhige Rückströmungen von Wehren, Buchten, über das Wasser hängende Schatten spendende Bäume aber auch die so genannten Barschberge, die oft mitten im Wasser bis knapp unter die Oberfläche reichen. Hier ist dann natürlich der Bootsfahrer im Vorteil.
Die erfolgreichsten Angelzeiten sind morgens und abends, allerdings ist auch Tagsüber immer mit Bissen zu rechnen, so warm ist das Wasser ja noch nicht und die Hechte sind hungrig und meist aggressiv.

Oft kann man durch reine Beobachtung schon aussichtsreiche Stellen finden:
Jagende Hechte machen sich oft durch auseinanderspritzende Weißfische bemerkbar und auch wenn dies nicht der fall ist, so kann man bei einem entdeckten Schwarm von Futter- und Brutfischen fast darauf wetten, dass ein Hecht in der Nähe lauert.

Wer nun stundenlang einen einzigen Hotspot anwirft, der vergibt wertvolle Zeit und Fangmöglichkeiten; Strecke machen ist das Mittel der Wahl, um die Hechte zu finden und fangen.
Mehr als 10-20 Wurf an einem Platz (kommt natürlich auch auf die Größe an) ist meiner Meinung nach sinnlos und führt in den allerwenigsten Fällen noch zum Erfolg. Die Hechte sind wie gesagt zu dieser Zeit hungrig und aggressiv und schnappen entweder gleich zu oder gar nicht.



Meine ersten Würfe versuche ich immer parallel zum Ufer bzw. dem Uferbewuchs zu machen, bevor ich fächerförmig das vor mir liegende Gebiet abfische.
Auch wechsele ich selten den Köder, ich benutze einen Köder meines Vertrauens (mit das wichtigste beim Spinnfischen), der dem Gewässer in Hinsicht auf Lauftiefe und Sichtigkeit angepasst ist. Erst wenn ich über eine längere Zeit keinen Biß verzeichnen kann, wechsele ich den Köder, oft erst auf dem Rückweg oder wenn die Gewässergegebenheiten dies verlangen.

Entgegengesetzt der weitläufigen Meinung, Hechte seien Einzelgänger, befische ich nach einem Fang die Umgebung noch einmal besonders intensiv, da ich festgestellt habe, dass geeignete Unterstände durchaus mehrere Hechte beherbergen können.

Die Köderführung kann im Gegensatz zum Spätherbst/Winter nun deutlich zügiger ausfallen und der Köder muss nicht in Grundnähe laufen sondern ruhig im oberen Wasserdrittel. Ein Hecht hat anatomisch bedingt den Blickwinkel nach oben, nimmt besonders über ihm laufende Köder wahr und attackiert im Frühjahr/Sommer auch gerne einen Köder, der 2 oder 3 Meter über ihm läuft. Mit diesem Wissen im Hintergrund lässt sich der eine oder andere kostspielige Hänger bestimmt vermeiden.

Folgendes Gerät ist denn für das Spinnfischen auf den Hecht empfehlenswert:

Spinnruten:

als Ruten empfehlen sich Spinnruten in der Länge von ca. 2,40 bis 3 Meter, mit einer harten bis semiparabolischen Aktion und einem Wurfgewicht von ca. 30-80 Gramm. Steckruten sind Teleskopruten dabei an Aktion und Verarbeitung deutlich überlegen. Letztendlich ist es aber mit beiden Rutenarten möglich, das WG wird durch die verwendeten Köderarten und Ködergrößen bestimmt. Die Rutenringe sollten gehärtet sein, so dass sie auch durch den Einsatz geflochtener Schnüre nicht beschädigt werden.

Spinnrollen:

An Rollen kommen neben kleineren aber leistungsfähigen Multirollen mit hoher Übersetzung vor allem qualitativ hochwertige Stationärrollen zum Einsatz. Gerade das Spinnfischen stellt die Rolle auf eine harte Belastungsprobe und billiges Gerät hält dem nicht lange stand. Die Rolle sollte über eine gut dosierbare, schnell und ruckfrei anlaufende Bremse verfügen, mit guten Kugellagern an den richtigen Stellen ausgestattet sein (nicht die bloße Anzahl ist entscheidend, sondern die Qualität) und über eine unendliche Rücklaufsperre verfügen.
Die Schnurfassung sollte mindestens ca. 120 Meter 0,30er Schnur betragen, ein wenig mehr schadet nicht.

Angelschnur:

Bei den Schnüren hat man heute die Qual der Wahl zwischen der guten alten Monofilen (einfädig) und den neueren Multifilen (geflochtenen).
Beide Schnurarten sind prinzipiell beim Spinnfischen einsetzbar, wobei einige Vor- und Nachteile zu beachten sind:

Der wohl größte Vorteil einer monofilen Angelschnur ist der wesentlich geringere Preis. Des Weiteren ist die Monoschnur weniger sichtbar als die Multifile und in der Regel nicht so empfindlich gegen Abrieb. Auch stellt eine Mono nicht so große Anforderungen an die Schnurverlegung der Rolle und die Abriebfestigkeit der Rutenringe. Weiterhin senkt die Eigenschaft der Mono, sich bis ca. 30% ihrer Länge unter Belastung auszudehnen etwas die Zahl der Drillaussteiger, da sie als zusätzlicher Puffer zur Rute fungiert.

Die Vorteile der multifilen Schnur liegen bei einer wesentlich höheren Tragkraft bei gleichem Durchmesser im Vergleich zur Mono was bewirkt, dass ich die Schnur wesentlich dünner wählen kann und damit größere Wurfweiten erziele.
Außerdem hat eine multifile Schnur keine bis sehr wenig Dehnung. Dadurch ist gerade beim Spinnfischen ein viel direkterer Köderkontakt vorhanden, man spürt jede Bewegung des Köders und auch die kleinste Berührung, sei es durch Kontakt mit dem Grund/Hindernissen oder eben durch einen Biß. Auch kommt ein Anhieb durch die fehlende Dehnung auf Distanz viel besser durch, was gerade beim Spinnfischen von größter Bedeutung ist.Fazit: beide Schnüre haben ihre Berechtigung und Platz beim Spinnfischen. Kommt es aber auf genaue Köderkontrolle an wie z.B. beim Jiggen mit Gummifischen, kommt man kaum an den multifilen Schnüren vorbei.
Generell reicht eigentlich eine Tragkraft von ca. 5-6 Kilo aus, wobei die multifilen Schnüre ruhig etwas stärker sein können, da sie meist weniger Abrieb vertragen und damit ein Sicherheitspuffer eingebaut wird.
Auch hier gilt die Devise, Qualität hat seinen Preis und man sollte sich lieber an Markenschnüre halten, egal ob monofile oder multifile Schnur.

Vorfach inklusive Komponenten:

Da Hechte mit bis zu 700 rasiermesserscharfen Zähnen ausgestattet sind, muss man zwingend zwischen Hauptschnur und Köder ein bissfestes Vorfach vorgeschaltet werden. Dieses sollte beim Spinnfischen mindestens 40-50 cm lang sein, länger schadet nicht.

Als Material kann ich einzig und alleine Stahl und Titanit empfehlen, da das als einzigstes Material 100 % sicher den Hechtzähnen standhält.
Alle anderen neuartigen Vorfachmaterialien die in der Fachpresse immer öfters angepriesen werden wie Hardmono, Fluocarbon, Kevlar usw. sind nicht bissfest oder erst dann einigermaßen in enorm dicken Durchmessern, was sie meiner Ansicht nach automatisch wieder disqualifiziert.
Modernes Stahlvorfach, egal ob 1x7, 1x19 oder 7x7 ist heute bei geeigneter Tragkraft sehr dünn und flexibel, kein Vergleichmehr zu den dick ummantelten „Kabeln“ von früher und stört den Hecht meist überhaupt nicht.
Allerdings sollte man darauf achten, dass es dunkel eingefärbt (brünniert) ist, damit es kein Licht reflektiert und die Tragkraft des Vorfaches sollte an die der Hauptschnur angepasst werden.
Sehr wichtig sind auch die dabei verwendeten Komponenten wie Wirbel und Karabiner. Diese sollten ebenfalls sorgfältig ausgesucht werden, denn das Tackle ist insgesamt nur so stark wie deren schwächstes Glied und es wäre jammerschade, wenn der Hecht des Lebens abkommt, weil z.B. ein minderwertiger Karabiner aufgebogen oder ein Wirbel gebrochen ist.
Gerade die Karabiner sollten beim Spinnfischen neben einem sicheren Verschluss auch über einen großen weiten Bogen verfügen, damit die Kunstköder ihr verführerisches Spiel voll entfalten können.

Da der Handel nur wenige geeignete fertige Vorfächer anbietet, ist es ratsam und auf Dauer auch wesentlich günstiger, sich seine Vorfächer selbst zu machen. Man braucht dazu lediglich Vorfachmaterial am Stück, geeignete Karabiner und Wirbel, Quetschhülsen, einen Seitenschneider und eine spezielle Quetschhülsenzange, am besten mit 5 Druckpunkten.

Weiteres nützliches Zubehör zum Hechtspinnfischen, das man dabei haben sollte:

geeigneter Hakenlöser (z.B. große Arterienklemme)
Seitenschneider (zum Kappen von schlecht lösbaren Haken)
geeignetes Landungsgerät (Großdimensionierter Kescher oder Lip-Grip, wenn keine Handlandung möglich ist)
Wathose oder Watstiefel (ermöglicht oft Stellen zu befischen, an die man sonst nicht herankommt)
Polarisationsbrille (erlaubt tiefe Einblicke ins Wasser – Hindernisse oder auch Nachläufer werden besser erkannt)
Maßband, Messer, Fischtöter zum betäuben (sollte eh selbstverständlich und immer beim Angeln dabei sein)
Fotoapparat oder Digicam für ein Erinnerungsfoto
Pflaster (Verletzungen kommen immer mal wieder vor)


Spinnköder:

Gerade seit dem Verbot des lebenden Köderfisches hat die Angelindustrie eine Vielzahl an verschiedensten Kunstködern für den Raubfischfang hervorgebracht, die einen schnell den Überblick verlieren lassen können.

Ich will hier einmal die wichtigsten Ködergruppen aufzeigen, die zum Hechtangeln geeignet sind und einige näher erklären. Diese Auflistung erhebt aber grundsätzlich keinen Anspruch auf Vollzähligkeit und dient nur der groben Übersicht.

Wobbler:

Diese Köder dürften mit die ältesten Kunstköder der Angelgeschichte darstellen. Sie ähneln von der Form her einem echten Futterfisch. Gab sie früher ausschließlich aus Holz, gibt es heute zusätzlich Wobbler aus den verschiedensten Kunststoffen bis hin zu Hybriden, bei denen der Kopf aus Kunststoff und der Körper aus einer Gummimischung besteht und die in ihrer Aktion kaum mehr von einem normal schwimmenden Fisch unterschieden werden können.
Es gibt sowohl schwimmende als auch sinkende Wobbler sowie „Suspender“, (verweilen/schweben bei einem Spinnstop quasi auf der Stelle bzw. in der augenblicklichen Wassertiefe) in unterschiedlichsten Größen, Formen, Farben und Tauchtiefen für praktisch jedes Einsatzgebiet und Zielfisch.
Ihre verführerische Aktion erhalten die Wobbler meist durch eine eingearbeitete Tauchschaufel, die dem Wobbler bei Zug zum Abtauchen und mehr oder weniger ins Taumeln, Wackeln, Flanken bringt und damit ein verletztes oder flüchtendes Beutetier imitiert.
Eingearbeitete Geräuschkugeln können einen zusätzlichen Reiz darstellen und an manchen Tagen erst den Ausschlag zum Erfolg bringen.
Anhand der Form der Tauchschaufel lässt sich schon in etwa voraussagen, wie und in welcher Tiefe in etwa der Köder laufen wird:
Eine lange und flache Tauchschaufel kennzeichnet einen Tiefläufer, je breiter und steiler die Tauchschaufel steht desto lebhafter und flacher wird der Wobbler laufen.
Durch die enorme Vielfalt der Wobbler sind sie universell einsetzbar, man findet immer einen für die jeweilige Situation geeigneten Wobbler.

Im Frühjahr bei den zu beangelnden flacheren Gewässerabschnitten sind eindeutig schwimmende, flachlaufende Wobbler angesagt, die geeigneten Größen liegen so ca. zwischen 8 und 15 cm, wobei auch noch größere Modelle selbst von kleineren Hechten genommen werden.



Bei der Farbwahl gehen gerade im Frühjahr sowohl naturgetreue Designs und gedeckte Farben als auch Schockfarben wie „Firetiger“ ziemlich gut, wobei ich bei klarem Wasser bevorzugt die natürlichen Farben versuche.
Aufgrund des ausgeprägten Kannibalismus/Revierverteidigung der Hechte ist ein Hecht-Imitat ebenfalls sehr empfehlenswert.

Führung: Wobbler können auf verschiedenste Art und Weise geführt werden. Dies fängt an beim einfachen Einkurbeln, welches auch schon durchaus fängig sein kann.
Noch besser ist aber eine abwechslungsreiche Führung mit Tempo- und Richtungswechseln und eine der fängigsten Führungsarten überhaupt ist das so genannte „Twitchen“, bei der der Wobbler über verschieden starke Rutenschläge mit eingestreuten Pausen geführt wird, ähnlich dem Jerken.
Hier gilt es einfach auszuprobieren und zu variieren, um herauszufinden, worauf die Hechte gerade abfahren.
Einen schwimmenden Wobbler kann man vor Hindernissen aufsteigen lassen und diese zu umfischen.

Blinker:

Spinnköder meist aus Metall, die in ihrer Form Fischen ähneln und durch verschiedene Formen/Wölbungen auf Zug ebenfalls einen Beutefisch imitieren.
Es gibt auch die Blinker in den verschiedensten Größen und Formen. Die Form und das Gewicht beeinflussen den Laufstiel und die Lauftiefe.
So gibt es kompakte schwere Blinker für tiefes Wasser und dünnblechige zum Angeln in flacheren Gewässern sowie spezielle „Krautblinker“ bei denen ein Einzelhaken durch einen Drahtbügel geschützt ist, um hängerfrei auch durch Krautbänke fischen zu können.
Hauptfarben sind hier Silber und Kupfer, es gibt aber mittlerweile auch Blinker mit naturgetreuen Hologrammaufklebern.
Ein roter Strich und/oder eine rote Plastikflosse am Blinker wirken meist fangfördernd.

Führung: Blinker lässt man nach dem Auswerfen auf die gewünschte Wassertiefe absinken und beginnt dann mit dem Einholen. Auch hier kann man die Fängigkeit deutlich steigern, indem man das Tempo variiert, Spinnstops einlegt usw. Allerdings sollte man hier in den flachen Strecken darauf achten, den Blinker nicht zu weit durchsacken zu lassen, sonst gibt es Hänger verbunden mit Köderverlust. Auch sollte man an flachen Gewässerabschnitten einen möglichst dünnblechigen Blinker wählen, sonst sinkt der beim normalen Einkurbeln schon bis zum Grund durch. Hier muss man eindeutig Kompromisse zwischen der Wurfweite und der Köderführung eingehen, lieber nicht so weit werfen, dafür aber gut kontrolliert führbar.

Spinner:

Spinner ähneln keinem Beutefisch wirklich, sie sind in die Rubrik der Reizköder einzuordnen. Auf einer beschwerten oder unbeschwerten Stahlachse sitzt ein Spinnerblatt, das auf Zug um diese Achse rotiert und dadurch starke Schwingungen aussendet, welche die Raubfische mit ihrem Seitenlinienorgan aufnehmen und es werden durch das rotierende Spinnerblatt viele Lichtreflexe in die Umgebung abgegeben.
Auch Spinner gibt es in den unterschiedlichsten Größen und Gewichten, daneben unterscheiden sie sich durch ihre Spinnerblattform.
Schmale längliche Blätter rotieren sehr schnell und eng an der Achse und sind eher für schnell fließendes und tiefesWasser geeignet.
Je breiter und runder das Blatt ist, desto langsamer und mit größerem Abstand rotiert das Blatt zur Achse und umso langsamer und flacher können sie geführt werden.

Spinner sind Universalköder die immer für einen Fisch gut sind und oft gehen erstaunlich große Fische an relativ kleine Spinner, wohl weil sie wegen der starken Druckwellen für eine größere Beute gehalten werden.
Es gibt auch weitere Unterarten wie Bleikopfspinner, Tandemspinner (mit mehreren Spinnerblättern), große Bucktailspinner…
Man kann Spinner als zusätzlichen Reiz anderen Ködern wie z.B. Gummifischen oder Twistern vorschalten, dann wird der Haken des Spinners entfernt und mittels z.B. eines Sprengrings wird dann der mit Haken versehene Hauptköder dahinter geschaltet.
Für den Hechtfang empfehle ich Markenspinner der Größe 3-5, in stehenden oder langsam fließenden flachen Gewässern sollte das Spinnerblatt oval bis rundlich sein.

Führung: Spinner lässt man nach dem Auswurf bis in die gewünschte Tiefe absinken und beginnt dann mit dem gleichmäßigen Einholen. Individuell kann man ihm durch Heben und Senken der Rutenspitze einen wellenförmigen Lauf geben. Droht der Spinner zu tief zu laufen, kann man diesem mit Anheben der Rutenspitze entgegenwirken.
Durch die relativ einfache Führung ist gerade der Spinner für den angehenden Spinnfischer ein guter und fängiger Einstiegsköder.

Auch bei Spinnern sollte man sich lieber Qualitätsware kaufen, wichtig ist, dass das Blatt des Spinners schon beim leichtesten Zug anfängt zu rotieren, was bei vielen Billigprodukten leider nicht der Fall ist.

Gummifische:

Gummifische (Shads) eroberten die letzten Jahre zu Recht immer mehr die Köderkisten der Spinnfischer.
Sie sind in den verschiedensten Größen, Formen und Gummimischungen (weich, sehr beweglich/härter, dafür haltbarer) erhältlich und es gibt sie entweder fertig montiert mit Haken oder einzeln zu kaufen, wobei sie dann natürlich noch mit Haken ausgestattet werden müssen. Dazu bieten sich vor allem spezielle Jighaken oder aber auch Spinnsysteme an, am verbreitesten ist wohl das Aufziehen auf einen Jighaken.
Im Frühjahr würde ich Ködergrößen von ca. 10-15 cm bevorzugen, wobei 12 cm eine gute Mittellösung darstellt.

Führung: Gummifische (Shads) können auf verschiedene Art und Weise geführt werden:

Jiggen: hierbei werden die mit einem Jighaken versehenen Gufis nach dem Auswurf an gespannter Schnur bis auf den Grund absinken lassen und dann entweder durch Anheben der Rute und anschließendem Aufnehmen der freien Schnur oder aber durch 2-3 schnelle Kurbelumdrehungen der Rolle vom Boden angehoben um sie dann wiederum an gespannter Schnur bis zum Grund absinken zu lassen. Dieser Vorgang wiederholt sich dann bis zum Ufer. In tieferem Wasser kann man diese Führung auch durchaus im Mittelwasser anwenden.

Wobbeln: Man kann die Gufis auch nach dem Auswurf auf die gewünschte wassertiefe absinken lassen und dann einem Wobbler ähnlich im Mittelwasser führen

Twitchen: Gerade im flachen Wasser oder über Krautbänken kann man einen Gufi am unbeschwerten Jighaken twitchend führen, also mit verschieden starken Schlägen über die Rute.

Spinnsysteme für Köderfische:

Wer es beim Spinnfischen gerne „natürlich“ hat, für den gibt es im Fachhandel oder auch zum Selbstbauen eine Vielzahl von Wurfsystemen, die mit toten Köderfischen oder auch Gummifischen bestückt werden können.
Als bekannteste wären da wohl das Wikam-, Stocker- oder das Drachkovic-System zu nennen.
Während das Wikam-System mit einer Tauchschaufel ausgestattet ist und wobblerähnlich läuft, sind die anderen beiden eher dafür geeignet und bestimmt, hüpfend über den Grund geführt zu werden.

Daneben gibt es 2 selbst leicht herzustellende „Systeme“:
Da wäre zum einen das so genannte „Jan-Vincent-System“, bestehend lediglich aus einem langen (50, besser 70cm) Stahlvorfach mit einem großen Drilling, einem verschiebbaren Knopf und einer Schlaufe zum Einhängen. Dieses Vorfach wird nun dem Köderfisch (Barsch eignet sich am besten wegen der zähen Haut) vom Waidloch her durch den Körper gezogen so dass es aus dem Maul austritt. Der Knopf vor dem Drilling verhindert nun einfach, dass dieser in den Köderfisch gezogen wird, er hängt frei darunter und kann beim Anschlag sicher fassen.

Das andere System ist ähnlich aufgebaut, ist aber anstelle des Knopfes mit einem 2. verschiebbaren Drilling ausgestattet. Der Enddrilling wird hierbei im hinteren Drittel, etwa in Höhe des Waidloches seitlich eingestochen, der 2. Drilling sitzt vor dem Kiemendeckel, das Vorfach geht unter dem Kiemendeckel durch und kommt aus dem Maul heraus.
Je nach Spannung zwischen den 2 Drillingen ist der Köderfisch nun leicht gekrümmt und dreht sich wie ein Rotor beim langsamen Einholen um die eigene Achse.

Sonstige Köder:

Es gibt noch eine Vielzahl von verschiedenen anderen Ködern für das Hechtfischen wie z.B. Jerkbaits, diverse Oberflächenköder (Popper, Crawler, Spinnerbaits usw.), deren detaillierte Erklärung hier aber den Rahmen sprengen würde. Gerade aber in Gebieten, wo das Kraut bis dicht unter die Oberfläche ragt, sind Oberflächenköder oft die einzige Möglichkeit, an den Fisch zu kommen und Attacken darauf sind nichts für schwache Nerven und machen süchtig. Hier gilt es dann, nicht sofort anzuschlagen, sondern zu warten, bis man einen Ruck in der Rute spürt, sonst gibt es sehr viele Fehlbisse, da man dem Hecht den Köder vor bzw. aus dem Maul zieht.


Gruß und Petri Heil,

euer Lahnfischer

Spinnfischen auf Hecht in der kalten Jahreshälfte

Hi @ all,

sobald die ersten Herbststürme über das Land gezogen sind, die Bäume ihre Blätter verloren haben, die Wassertemperaturen deutlich gesunken sind und es draußen kalt und ungemütlich wird, packen viele Angler ihre Angelausrüstung in den Keller in der Annahme, jetzt eh nichts mehr fangen zu können. Dabei haben vielerorts die Hechte noch lange keine Schonzeit und fressen sich jetzt noch einmal so richtig den Bauch voll, denn im Frühjahr brauchen sie viel Energie für die Fortpflanzung. Wenn Hechte also fressen, dann lassen sie sich auch fangen, nur die Frage ist wann, wie, wo und womit. Einige Angler bedienen sich nun durchaus zu Recht des toten Köderfisches und bevorzugen das Ansitzangeln. Dies ist auch durchaus Erfolg versprechend, aber wer es lieber aktiv mag, für den möchte ich nun einige Alternativen aufzeigen.



Die Abkühlung des Wassers bewirkt folgendes:

Zum einen ziehen sich die Futterfische aus dem kalten flachen Wasser zurück und ziehen sich in tiefere wärmere Wasserschichten zurück. Dadurch ist Meister Esox gezwungen, ihnen zu folgen und ändert seinen Standplatz dementsprechend auch. Wir werden ihn in der Regel nun dort finden, wo sich auch sein Futter aufhält, nämlich im tieferen ruhigen Wasser. Auch sind die sommerlichen Unterstände in Ufernähe wie Kraut, Seerosen ect. meist abgestorben und er ist gezwungen, sich sein Futter zu suchen, er kann nicht mehr einfach abwarten, bis ihm eine potentielle Beute einfach vor das Maul schwimmt.

Zum anderen ist durch die niedrigen Wassertemperaturen auch der Stoffwechsel des Hechtes reduziert, Fische sind ja wechselwarme Tiere. Das heißt, er braucht zwar weniger Energie aufzuwenden, um seinen Grundumsatz zu decken, muss sich aber mehr bewegen um Futter zu finden.
Dementsprechend wird er sich eher nach lohnender, sprich größerer Beute umschauen, was bedeutet, dass er umherstreunt und auch keine anstrengenden Verfolgungsjagden mehr eingehen wird.

Plötzliche Kälteeinbrüche (aufziehende Hochdruckgebiete) bedeuten meist nichts gutes, bleibt das Wetter jedoch konstant kalt, haben sich die Fische nach ca. 3 Tagen daran gewöhnt und sie beißen wieder. Dagegen verspricht ein aufziehendes Tief nach einer Hochdruckphase verbunden mit ansteigenden Temperaturen, Wind und Regen eine ausgesprochen gute Fangzeit, jetzt aber nichts wie ab an das Wasser.



Für die Praxis bedeutet dies:

- Bei der Stellensuche sollten wir uns den tieferen strömungsberuhigten Bereichen intensiv widmen und eher grundnah fischen (Ausnahme: generell flache Gewässer mit Tiefen bis max. 2-3 Metern).
- Finden wir einen Platz, wo sich die Futterfische aufhalten, ist der Hecht nicht weit davon entfernt.
- Die Köder sollten deutlich größer als im Sommer gewählt werden und dazu auch möglichst langsam geführt werden.
- Früh aufstehen lohnt sich meist nicht, je kälter das Wasser ist, desto mehr verschieben sich die Beißzeiten in Richtung Tagesmitte oder sogar Abend.
- In größeren Seen gibt es keine Sprungschicht mehr, hier stehen die Hechte durchaus auch mal in 20 Metern Tiefe oder noch tiefer, hier hilft nunmehr meist nur noch ein Boot um an die Fische zu kommen.
- Bei intensivem Sonnenschein zieht es die Futterfische oft noch mal in die flachen Bereiche, wo sie sich von der Sonne aufwärmen lassen. Auch hier ziehen dann die Hechte gerne hinterher und es lohnt oft auch ein Versuch in den von der Sonne beschienenen Flachwasserbereichen.



- Die Hechte finden sich im Herbst/Winter oft schon zu Gruppen von mehreren Fischen zusammen. Wenn an einer Stelle ein Hecht gefangen wurde, lohnt es sich durchaus, diesen Bereich weiter zu befischen.

Erfolgversprechende Köder:

Wie schon oben erwähnt sollten die Köder ruhig eine bis zwei Nummern größer als im Sommer ausfallen.
Ob man dabei jetzt Gufis, Wobbler, Blinker, tote Köderfische am Spinnsystem, Jerkbaits, Softbaits usw. verwendet, liegt an dem jeweiligen Gewässer, der zu beangelnden Tiefe und der Vorlieben und Gerät des jeweiligen Anglers ab.
Als Ködergröße würde ich ca. 12-15 cm als untere Grenze empfehlen, nach oben setzt lediglich das Gerät und die nötige Wurfweite eine natürliche Grenze.
Wichtig ist, dass sich die Köder langsam und natürlich präsentieren lassen und auf der gewünschten Tiefe laufen.

Merke:

Es gibt für Hechte keine zu großen Köder, es gibt nur zu kleine Hechte, die auch die großen Köder oft heftig attackieren.

Kam mir früher ein 15 cm Wobbler, oder Jerkbait schon riesengroß vor, so erscheint er mir heute oft sehr klein, denn ich fische mittlerweile mit Ködern bis annähernd 40 cm und würde sie auch noch größer fischen, wenn ich sie denn gescheit und weit genug werfen könnte. Solch große und schwere Köder verlangen natürlich nach schwerem Gerät, ich verwende z.B. eine 2,70er Welsspinnrute in Verbindung mit einer schweren Stationärrolle, es geht natürlich auch (wenn nicht sogar besser) mit entsprechendem Multigerät.

Was bei den Ködern ebenfalls zu beachten ist, sind die vom Köder ausgehenden Druckwellen bzw. der Lauf.
Im Winter ist weniger oftmals mehr, denn die Beutefische bewegen sich im Winter auch eher wenig und langsam. Sendet ein Köder zu viele Druckwellen zu dieser Jahreszeit aus, kann es vorkommen, dass er völlig ignoriert wird (Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel), weswegen in meiner Köderaufzählung auch z.B. der Spinner fehlt.
Dagegen lösen in den Körper eingearbeitete Rasselkugeln oft den entscheidenden Beissreflex erst aus. Wird dort allerdings viel mit lauten Ködern gefischt, sind leise Köder oft besser.
Deswegen sollte man je kälter es wird, Köder mit weniger Aktion bevorzugt ausprobieren.
Anstelle des sehr harten Gufis mit der Hammeraktion vielleicht mal lieber eine weichere Gummimischung wählen oder einen der sogenannten No-Action-Shads, anstelle des wild wackelnden und ausschlagenden Wobblers lieber einen mit einer etwas ruhigeren Aktion, statt eines Gliders mit ewig langen Gleitbahnen, oder nervösem Ausschlagen lieber einen, der eher auf der Stelle spielt, oder einen vorbeschwerten Diver, statt schnell sinkende, oder schnell auftreibende Köder lieber Suspender...

Mein momentan favorisierter Köder sind die 30 cm langen Real Eel von Savage Gear, die mir viele schöne und auch gute Hechte brachten. Gerade mit dem original mitgelieferten leichten Jighaken lassen sich diese Köder sehr langsam und ruhig führen, die Bisse darauf sind meistens brachial und die 30er lassen sich noch problemlos mit einer 100 Gramm Hechtspinnrute werfen und führen. ..




Köderfarben:

Gerade in der kalten Jahreszeit sind die Gewässer meist sehr klar und sichtig. Dementsprechend sollten natürliche und gedeckte Farben Trumpf sein, grelle Farben wie Firetiger usw. probiere ich erst dann aus, wenn auf die natürlichen Farben nichts beißen will, oder aber, wenn durch Regen und Hochwasser das Gewässer stark eingetrübt ist.


Köderführung:

Wie schon vorher gesagt, sollten die jeweiligen Köder langsamer als in der wärmeren Jahreszeit geführt werden. Das gilt eigentlich für alle eingesetzten Köder unter Berücksichtigung ihres Laufstils. Zwischenzeitlich eingestreute Spinnstopps, in denen der Köder auf der Stelle verweilt, absinkt, oder auftreibt sind oft die Signalreize für eine Attacke auf den Köder, gerade das Twitchen ist sehr erfolgreich, wenn man genügend lange Twitchpausen einstreut. Extrem langsam lassen sich z.B. suspending, oder langsam sinkende Wobbler und Jerkbaits, sowie unbeschwerte Köderfische am Spinnsystem führen. Letztendlich sind das aber alles nur unverbindliche, wenn auch bei mir in der Praxis bewährte Tipps. Ein wenig variabel in der Köderführung sollte man schon sein, denn nicht immer beißt es lehrbuchmäßig, die Praxis schreibt oft eigene Gesetze…

Diese Hechtmama ging Ende November auf einen sehr langsam und flach geführten Squirrley Burt...



Das Spinnfischen mit totem Köderfisch:

Spinnfischen ist nicht nur mit Kunstködern sehr erfolgreich, oft ist sogar das Spinnfischen mit totem Köfi viel Erfolg versprechender. Besonders im Winter, wenn die Fische träge sind, gibt es kaum eine fängigere und langsamer zu führende Spinnart. Der tote Köfi fängt sogar dann noch, wenn man mal eine Pause macht und den Köfi einfach auf dem Grund liegen lässt.

An welchem System man nun den toten Köderfisch anbietet, muss jeder selbst entscheiden. Der Handel bietet dafür eine Vielzahl von käuflichen Systemen an.

Bsp.:
- Wurfsystem von Wikam
- Bleikopfsystem
- verschieden Klammersysteme
- Drachkowitch-System

Wer nicht soviel Geld ausgeben möchte und sich gerne kostengünstig, schnell und einfach seine Vorfächer und Systeme selbst mit Quetschhülsen herstellen möchte, für den bietet sich z.B. das Jan Vincent-System an, das lediglich aus einem Stahlvorfach(mindestens 50, besser 70 cm) und einem großen Drilling besteht.
Zum Anködern wird dem Köfi (sollte ruhig ca. 20-25 cm groß sein) einfach eine lange Arterienklemme ins Maul gesteckt und bis zum After durchgeschoben. Hier klemmt man dann das Vorfach ein und zieht es dem Köfi aus dem Maul heraus, fertig. Man kann das System noch verfeinern, in dem man z.B. dem Drilling einen einfachen Knopf (möglichst rot = Signalfarbe) vorschaltet, so hängt der Drilling frei unter dem Fisch und keine Hakenspitze verfängt sich im Fleisch des Köfis.
Gerade in Fließgewässern kann man das System noch fängiger machen, wenn man ein Spinnerblatt vorschaltet.
Selbst beim leichtesten Zupfer schwimmt nun der Köfi verführerisch auf, ganz wie ein angeschlagener Fisch. Die Schwimmblase sollte man hierbei vorher durchstechen, damit der Fisch auch schön langsam untergeht. Bei größeren Tiefen kann man auch ein, oder zwei Spaltbleie anbringen.
Am besten hierfür geeignet ist der Barsch, der durch seine zähe Haut etliche Würfe übersteht, auch in aufgetautem Zustand.
Allerdings sollte man bei einem Biß aufgrund der Größe des Köfis und dem lediglich einen Drilling hier nicht sofort anschlagen sondern dem Hecht etwas Zeit geben, den Köder richtig zu packen.

Es gibt noch eine andere Erfolg versprechende Art, den gesponnenen Köfi anzuködern.
Dazu bringt man am Stahlvorfach noch einen verschiebbaren 2. Drilling an, um flexibel für verschiedene Köfi-Größen zu sein. Den Enddrilling einfach im letzten Drittel des Köfis einhaken, den 2. kurz vor den Kiemendeckeln. Das Vorfach wird dann durch den Kiemendeckel gezogen und kommt dem Köfi aus dem Maul.
Hier sitzt der Köfi je nach Spannung durch die Haken leicht gekrümmt auf dem Vorfach und dreht sich je nach Krümmung in verschiedenen Radien beim Einholen um die eigene Achse. Diese Art der Köderführung reizt den Hecht besonders, es lässt sich auch langsam schleppen.
Vorteil: durch die 2 Drillinge ist ein sofortiger Anschlag möglich, einer der beiden Drillinge sitzt in der Regel immer.
Nachteil: Der Köfi hält weniger Würfe aus, die Hängergefahr durch 2 Drillinge ist höher.
Bevorzugter Köfi auch hier: der Barsch wegen seiner festen Haut
Tote Köfis lassen sich übrigens sehr gut mit mittelschweren Karpfenruten in einer Länger von ca. 3,60 Metern werfen und führen. Man kommt weiter heraus und der Köfis hält durch die etwas weichere Rute beim Auswurf länger am Haken.


Gerät:

Generell möchte ich eines hervorheben: Gerade das Spinnfischen beansprucht das verwendete Gerät in allerhöchstem Maße. Deswegen sollte man nur qualitativ hochwertige Geräte und Komponenten verwenden. Billiges Gerät wird auf die Dauer teuer, weil es sehr oft ersetzt werden muss und auch die Zuverlässigkeit und der Angelspaß leidet enorm unter ungeeignetem Gerät.
Zum Einsatz kommt eigentlich das gleiche Spinngerät wie auch im Sommer, allenfalls wegen der schwereren Köder auf etwas mehr Wurfgesicht ausgelegt.
Eine geflochtene Qualitätsschnur ermöglicht wegen ihrer fehlenden Elastizität einen viel besseren Köderkontakt, es können dünnere Schnüre bei vergleichbarer Tragkraft im Vergleich zu monofilen Schnüren eingesetzt werden.
Entsprechend sollte auch die Rolle neben einer guten und zuverlässigen Bremse und stabilem Getriebe/Spulenachse auch über eine sehr gute Kreuzaufwicklung der Schnüre verfügen, sonst bekommt man viele Perücken beim Werfen.
Nicht die Anzahl der Kugellager ist entscheidend, sondern die Qualität dieser Kugellager.
Zudem sollte die Rolle über eine sofortige bzw. unendliche Rücklaufsperre verfügen, 4-5 gute Kugellager und ein Walzenlager sind durchaus ausreichend.

Worauf man achten sollte, wenn man auch bei Frost ans Wasser will, ist dass die Schnur und Rutenringe gerne und schnell vereisen können.
Entgegenwirken kann man dem zum Teil durch großdimensionierte Rutenringe. Hilft das auch nicht weiter, kann man die Ringe mit etwas Vaseline einschmieren, eine versiegelte geflochtene Schnur benutzen, die kein Wasser aufnimmt, oder der Wechsel auf monofile Schnur. Hilft das immer noch nichts, ist es einfach zu kalt und man sollte entweder Zuhause bleiben, oder sich auf den Ansitz verlegen.
Außerdem sollte man seine Kleidung und Schuhwerk auf die äußeren Gegebenheiten ausrichten, denn nass und frierend macht das Spinnfischen keinen Spaß.


Wünsche euch ein dickes Petri Heil,
Gruß euer Lahnfischer

Kunstköder - die Qual der Wahl

Hy @ all,

zur beginnenden Raubfischzeit habe ich mir, auch angeregt durch sehr viele Fragen zu bestimmten Kunstködern, ein paar grundsätzliche Gedanken zu diesem Thema gemacht.

Ich denke hier jetzt nur mal an die gebräuchlichsten Ködergruppen wie Blinker, Spinner, Wobbler, Jerkbaits, Twister, Shads…
Die Auswahl an Formen, Farben, Größen Herstellern ist schier unerschöpflich, wer soll da noch durchblicken?
Wenn ich mir meine im Laufe der Jahre erworbenen Kunstköder anschaue und das ist eine ganze Menge, dann stelle ich fest, dass ich sehr oft einfach gekauft habe, was ich gesehen und mir gefallen hat. Vieles davon ist seit Jahren unberührt und wird es wohl auch in Zukunft bleiben.



Letztendlich habe ich meine eigenen Favoriten gefunden, denen ich blind vertraue und die ich eigentlich fast ausschließlich benutze.

Hier komme ich schon zum Kern meines Artikels: Vertrauen

Sehr oft lese oder erlebe ich, dass Angler eine Unmenge an Kunstködern mit sich herumschleppen, man will ja schließlich für alles gewappnet sein. Am Wasser wird dann ständig nach ein paar Würfen ohne Erfolg im Rucksack gekramt und ein neues oder anderes Modell an den Karabiner gehängt. Schnell ein paar Würfe, nächster Köder und so weiter und so fort…
Bei mir ist es anders: ich überlege vorher, an welchem Gewässer ich wie worauf angeln will. Dementsprechend nehme ich mir auch nur meine Gerätschaft mit ans Wasser. Angefangen von der richtigen Kombo (Rute/Rolle/Schnur/Vorfach) über die zu dem Gewässer und der Zielfischart passenden Köder.
Will ich leichtes Spinnfischen auf Forelle, Döbel und Barsch, dann nehme ich mir die entsprechende Rute und eine handvoll an kleinen Wobblern, denen ich mein Vertrauen schenke. Dabei beschränke ich mich z.B. auf ein Modell in unterschiedlichen Farben. Das gleiche gilt bei mir für das Spinnfischen oder Jerken auf Hecht oder die Gummiangelei.

Ich halte nichts mehr davon, die unterschiedlichsten Köder mitzuschleppen und meine Zeit mit Köderwechseln zu verplempern. Nur der Köder, der auch im Wasser ist fängt!

Wenn ich eine bestimmte Strecke abfischen will, tue ich dies sehr oft mit einem einzigen Köder, auch wenn ich dabei mal nichts fangen sollte. Fische ich die Strecke dann zurück, versuche ich es mit einem ähnlichen Köder, aber z.B. in einer anderen Farbe.

Wichtig ist dabei allerdings, dass man seinen Köder gut kennt, ihm vertraut und variantenreich führen kann. So kann man einen Wobbler in unterschiedlichen Geschwindigkeiten einholen, damit auch meist in unterschiedlichen Tiefen. Ändern sich hierbei die Tiefenverhältnisse gravierend, wechsele ich natürlich auch auf ein entsprechendes Modell.

Die Farbe der Köder wähle ich vorher anhand der Sichtigkeit des Wassers, der vorkommenden Futterfische und der herrschenden Lichtverhältnisse aus. Dabei bevorzuge ich ganz klar natürliche Dekors, erst wenn das Wasser zu trübe ist, werden grellere Designs benutzt.

Deshalb mein Rat für die kommende Raubfischsaison:
Sucht euch unter den Ködern eure Favoriten. Kauft nicht dutzende von verschiedenen Spinnern, Wobblern, Blinkern… sondern beschränkt euch auf wenige ausgesuchte Modelle.
Diese sollten dafür zum einen qualitativ hochwertig sein, jedes Modell in verschiedenen Größen, Farben und Lauftiefen.



Überlegt euch, wo ihr mit welcher Methode auf welche Fische angeln wollt. Stimmt euer Gerät auf die Köder und das Gewässer ab, es ist z.B. Unfug, mit einer viel zu schweren Kombo leichte Köder fischen wollen und umgekehrt. Auch, wenn es anfangs schwer fällt, bleibt eurem Köder treu und fischt konsequent damit weiter, auch wenn es mal eine Flaute gibt. Variiert stattdessen die Führung dieser Köder.

Die beste Zeit für Ködertests sind übrigens die Zeiten, in denen es sehr gut beißt und nicht anders herum.
Ihr werdet sehen, über kurz oder lang stellt sich der Erfolg ein, ihr werdet deutlich mehr fangen wie vorher und spart dabei langfristig noch Geld.

Gruß euer Lahnfischer

Die Handlandung von Hecht und Zander

Hi @ all,



es gibt sicher sehr viele Möglichkeiten, gehakte Raubfische wie Hecht und Zander zu landen. Am gebräuchlichsten ist sicher noch immer die Landung mit dem Kescher, aktuell modern ist der Lip-Grip und hoffentlich megaout ist das Gaff.





Kescher:



Dieser sollte großräumig sein und über ein großmaschiges tiefes knotenloses Netz verfügen. Mittlewrweile gibt es gummierte Keschernetze, die sehr Schleimhautschonend sind, aber noch andere große Vorteile haben. Die Haken verfangen sich nicht mehr hoffnungslos in den Maschen, man kann den Fisch sehr schnell aus dem Netz befreien und erspart auch sich die elende Pulerei. Ausserdem riecht so ein gummiertes Netz fast nicht mehr nach Fisch, einfaches Ausspülen reicht vollkommen aus.
Übrigens, an einem zu großen Kescher ist noch keine Landung gescheitert, wohl aber oft an einem zu kleinen. Eine Bügelweite von einem Meter ist sicher nicht übertrieben, denn man sollte immer vom größtmöglichsten Fisch ausgehen.



Lip-Grip:



Dieser sollte über ein drehbares Gelenk verfügen, die Greifbacken möglichst rund, noch besser mit Gummi, oder Kunststoff überzogen sein. Bitte unbedingt die Sicherheitsleine vor der Landung über das Handgelenk streifen, ein verloren gegangener Hecht mit einem anhängenden Lip-Grip geht jämmerlich ein.
Auch sollte ein Fisch nicht einfach nur an dem Lip-Grip aus dem Wasser gehoben werden, sondern man sollte dabei den Fisch mit der anderen Hand am Bauch unterstützen, um schweren Verletzungen vorzubeugen.



Die Handlandung:







Richtig angewandt ist die Handlandung die mit Sicherheit schonendste Landemöglichkeit für den Fisch, was ja besonders wichtig ist, will, oder muss man den Fisch zurücksetzen. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass man an den Fisch herankommt. Oft geht dies auf Grund hoher Uferböschungen ect. nicht, dann ist der Kescher das geeignete Mittel der Wahl.



Die einfachste Handlandung besteht aus dem Nacken- oder Genickgriff. Hierbei fasst man den ausgedrillten Fisch einfach mit einem beherzten Griff dicht hinter dem Kopf und hebt ihn aus dem Wasser. Allerdings funktionert das nur bei kleineren bis mittleren Fischen sicher. Viel größer als 65-70 cm sollte der Fisch nicht sein, sonst besteht die Gefahr, dass man ihn fallen lässt, sollte er anfangen zu schlagen.







Größere Hechte und Zander kann man sehr sicher mit dem Kiemengriff landen, den ich nachfolgend ein wenig genauer beschreiben möchte:

Voraussetzung ist, der Fisch ist reif für die Landung und man hat sich vorher davon überzeugt, wo die Haken im Maul sitzen. Nichts ist ärgerlicher und schmerzhafter, als wenn man sich einen Haken in die Hand rammt, an dessen anderen Ende ein großer Fisch schlägt, oder tobt. Kann man die Haken nicht genau vor der Landung lokalisieren oder sitzen diese ungünstig, sollte man lieber zu einem Kescher greifen.



Sowohl der Hecht als auch der Zander verfügen über einen großen wuchtigen Schädel mit großem Maul. Demzufolge nach sind die Kiemendeckel und die Kiemenspalte groß und bieten eine gute Angriffsfläche. Die Kiemenbögen der Fische sind äußerst empfindlich und gerade beim Hecht sind diese auch noch mit nadelscharfen Zähnen bewehrt. Diesen gilt es auszuweichen, um weder den Fisch, noch sich selbst ernsthaft zu verletzen.



Beim Kiemengriff fährt man dem Fisch deshalb an der unteren glatten Innenseite des Kiemendeckels, beginnend von der Kiemenspalte an der Unterseite des Kopfes, mit mindestens 2 Fingern (Zeige- und Mittelfinger)entlang bis zur Kehle/Ende der Kiemenspalte des Fisches. Hier kann man den Fisch nun beherzt greifen (der Daumen dient als Widerlager) und aus dem Wasser ziehen.







Dabei sollte man vor allem größere/schwerere Fische unbedingt mit der anderen Hand am Bauch unterstützen, damit nicht das gesamte Gewicht des Fisches an der einen Stelle hängt, was zu schwerwiegenden Verletzungen des Fisches führen kann.











Sollte der Fisch jetzt anfangen zu schlagen, dann einfach richtig festhalten, das geht schnell vorbei. Hierbei kann es übrigens hin und wieder vorkommen, dass man doch mit den zahnbewehrten Kiemenbögen der Hechte in Berührung kommt. Das ergibt allerdings nur oberflächliche kleine, wenn auch oft stark blutende Kratzer, die ich stolz wie einen Studentenschmiss hinnehme. Pflaster sollten prinzipiell stets mitgeführt werden.







Wer unsicher und ängstlich ist, für den hält der Fachhandel so genannte Landehandschuhe bereit, welchen man sich einfach vor der Landung überstreift. Diese Handschuhe sind ähnlich einer Metzgerschürze aufgebaut und weder Haken noch Zähne können einem etwas anhaben. Allerdings können diese Handschuhe bei unsachgemäßem Gebrauch die Schleimhaut des Fisches verletzen.



Wenn man den Fisch nun richtig im Griff hat, kann man meist die Haken mit einem geeigneten großen Hakenlöser (z.B. Arterienklemme) durch das nun offene Maul lösen. Hierbei kann man helfend mit dem Daumen der Haltehand gegen den Oberkiefer drücken, um das Maul zu öffnen. Sitzen die Haken zu tief, sollte man den Fisch schonend auf einer weichen feuchten Ablage (Abhakmatte, feuchtes Gras) ablegen. Niemals auf Steinen oder hartem trockenem Untergrund, sonst erleidet er schwerste Verletzungen der Schleimhäute. Hebt man nun den Kiemendeckel an, öffnet der Fisch automatisch das Maul und der oder die Haken können von vorne, oder bei zu tiefem Sitz auch von hinten, durch die Kiemenbögen entfernt werden. Ein kleiner Bolzenschneider leistet hier oftmals sehr gute Dienste und sollte stets mitgeführt werden, denn lieber einen billigen Drilling abzwicken als den Fisch schwer verletzen. Verschiedenste wissenschaftliche Untersuchungen haben bewiesen, daß die Mortalität (Sterblichkeit) tief gehakter Fische deutlich geringer ausfällt, wenn man den tief sitzenden Haken einfach dort beläßt bzw. abkneift.



Wichtig: bei Fischen, die mitgenommen werden, sollte der Fisch schon vor dem Hakenlösen waidgerecht betäubt und getötet werden.



Wird der Fisch zurückgesetzt, ist schnelles Handeln erforderlich, um den Fisch vor Folgeschäden zu bewahren. Man lässt diesen vorsichtig in das Wasser und hält ihn dabei an der Schwanzwurzel fest. Der mit der anderen Hand unterstützen und leicht im Wasser hin- und herbewegen, dass ausreichend Wasser durch die Kiemen strömt. Kräftige Bewegungen des Fisches signalisieren, dass er sich erholt hat und man kann ihn nun loslassen.







Für mich persönlich gibt es kaum einen schöneren Anblick, als einen kapitalen Hecht, der majestätisch zurück in seine Freiheit schwimmt. Bilder sind für mich die schönsten Trophäen…







Gruß euer Lahnfischer

Anleitung zum Herstellen von Stahlvorfächern und Systemen

Hi @ all,

dass zum Spinnfischen und dem Angeln mit Köderfisch ein Stahlvorfach/Titanvorfach oberste Bürgerpflicht ist, ist euch sicher bekannt.
Leider ist es aber so, dass die meisten fertigen Stahlvorfächer relativ kurz sind (beim Spinnfischen sollten es ca. 50 cm sein, ein Vorfach für Köderfische lieber um die 70 cm) und keine guten Haken, Wirbel und Karabiner haben. Billig sind die meist auch nicht.
Was nutzt einem die höchste Schnurtragkraft, wenn die Komponenten minderwertig sind.

Merke: Das gesamte Takle ist nur so stark wie das schwächste Teil der Montage

Genau so sieht es mit Köderfischsystemen aus, zudem kosten die fertigen Vorfächer relativ viel Geld.
Hier will ich einmal zeigen, wie man sich schnell, einfach und kostengünstig seine Stahlvorfächer und Köderfischsysteme in beliebiger Länge mit Quetschhülsen selbst herstellt. Ihr könnt die Vorfächer/Systeme Zuhause bereits montieren und habt dann immer einen entsprechenden Vorrat beim Angeln dabei. Am Wasser selbst ist es etwas fummelig.

Bevor ihr die Vorfächer/Systeme einsetzt, solltet ihr sie allerdings immer vorsichtshalber einem Zugtest unterziehen.


Benötigtes Material und Zubehör:



- Stahlvorfach oder Titanit als Meterware, z.B.1x7 (7Strand) oder 7x7 (Flexonit)
- Quetschhülsen mit passendem Innendurchmesser
- Markenkarabiner (z.B. Duo-Cross-Lock-Snap)
- Markenwirbel (z.B. US-Hochleistungswirbel)
- Einzelhaken und/oder Drillinge
- Seitenschneider oder Schere
- Quetschhülsenzange mit möglichst 5 Druckpunkten


Vorfach zum Spinnfischen oder mit Haken:

Die Herstellung ist denkbar einfach: Ihr schneidet euch die gewünschte Länge des Vorfachs einfach mit einem scharfen Seitenschneider ab. Nun nehmt ihr 2 vom Innendurchmesser dazu passenden Quetschhülsen und eben einen Wirbel und einen Karabiner oder Haken in der passenden Stärke/Größe.
Zuerst wird auf das Vorfach eine Quetschhülse aufgezogen, danach folgt z.B. der Wirbel.
Nun einfach das freie Ende des Vorfachs noch mal durch die Quetschhülse ziehen. Dann schiebt ihr die entstandene Schlaufe mit der Quetschhülse nach oben, bis sie eng an dem Wirbel anliegt. Das in die Hülse geschobene Ende des Vorfachs sollte nicht überstehen.
Nun darauf achten, dass vor dem Zusammendrücken der Hülse die beiden Vorfachstränge darin parallel nebeneinander liegen und kräftig mit der Quetschhülsenzange zudrücken.
Auf der anderen Seite des Vorfaches verfahrt ihr dann mit dem Karabiner oder Haken analog dazu und schon ist das Vorfach einsatzbereit.



Kleiner Tipp am Rande:
Wenn der Innendurchmesser der benutzten Quetschhülse es zuläßt, dann knickt einfach das dem in die Hülse geschobenen Ende des Vorfaches in Hülsenlänge um, dann sind 3 Vorfachstränge in der Hülse und es gibt einen besseren Halt (bitte nur bei Stahl, nicht bei Titanit, da es zu steif ist)



Montage Angstdrilling:

Auf die gleiche Weise könnt ihr euch auch den Angstdrilling für Gummifische herstellen. An das eine Ende des Vorfachstückes einen Drilling montieren, am anderen Ende eine Schlaufe formen, die aber nicht viel größer als die Öse sein darf, da sie sonst im Drill über den Karabiner rutschen kann. Diese wird dann einfach über die Öse am Bleikopf geschoben, gesichert wird sie dann durch den Karabiner. Den Drilling in den Schwanzbereich des Gufis einstechen, fertig.



Montage Doppeldrillinge für große Gummifische:

Bei großen Gummifischen über 15 cm ist es oft ratsam, 2 Zusatzdrillinge zu verwenden. Diese werden sinnvoller Weise je im vorderen und hinteren Bereich eingestochen. Dieses geht ganz einfach mitr einem einzigen Stück Vorfach zu bewerkstelligen:

Ein genügend langes Stück Vorfachmaterial nehmen, an ein Ende einen ausreichend großen Drilling auf bekannte Weise anbringen. Dann eine Quetschhülse auffädeln, das freie Ende des Vorfachs noch einmal durchziehen, damit sich eine Schlaufe bildet, aber noch nicht quetschen. Nun an das andere Ende des Vorfachs ebenfalls einen Drilling anquetschen, die Montage richtig ausrichten und dann díe Hülse an der schlaufe ebenfalls quetschen. Das richtig montierte System sieht dann so aus:



und montiert am Köder sieht das dann so aus:




Köderfischsystem mit 2 oder 3 feststehenden Haken/Drillingen:

Hier geht ihr zunächst genauso vor wie beim einfachen Vorfach und Befestigt an dem einen Ende den Wirbel, denkt aber daran dass ihr dieses System länger macht (ca. 70 cm).
Pro Anzahl der gewünschten zusätzlichen Haken müsst ihr nun analog dazu jeweils eine Quetschhülse zusätzlich auf das Vorfach fädeln.
An das andere Ende kommt nun, wie ihr es wollt, entweder ein Drilling oder Einzelhaken mit der beschriebenen Methode.
Nun schneidet ihr je Zusatzhaken ein kurzes Stück (5-6cm) Vorfach von der Rolle. Dieses wird nun durch die Öse des Zusatzhakens geführt und von unten (also von dort, wo der Endhaken bereits montiert ist) durch die noch frei bewegliche Zusatzhülse geschoben. Dann legt ihr durch Verschieben der Hülse den gewünschten Abstand zum Endhaken fest, wieder darauf achten, dass die nun 3 Vorfachstränge parallel nebeneinander liegen und Festdrücken.
Schon habt ihr ein Köderfischsystem mit mehreren Haken in der gewünschten Länge und mit dem für euren Köderfisch passenden Hakenabstand fertig.





Wollt ihr lieber ein Vorfach mit 2 freihängenden Haken, die jeweils alleine für sich einen eigenen Vorfachstrang haben, auch kein Problem. Einfach an beide Enden des Vorfaches einen Wirbel befestigen, an den unteren dann 1 Vorfachstück durch die Wirbelöse, dieses mit einer Hülse sichern und an den Enden die Haken befestigen.



Einen verschiebbaren Haken auf dem Vorfach bekommt ihr, indem ihr über den zu verschiebbaren Haken ein passendes Stück Schrumpfschlauch auffädelt. An der gewünschten Stelle den Drilling durch 3-4 Wicklungen des Stahlvorfachs um den Hakenschenkel fixieren, den Schrumpfschlauch drüberschieben und etwas erhitzen, hält auch bombenfest

Gruß euer Lahnfischer

Spinnfischen auf Flußdöbel


Mit der Spinnrute auf Flußdöbel



Der Döbel, auch Aitel genannt gehört zur Familie der Cypriniden, ist also aus der Familie der „Karpfenartigen“.
Er bevorzugt fließende Gewässer, sein Vorkommen reicht von der schnellfließenden Äschenregion bis zur Brassenregion und ist auch in vielen stehenden Gewässern zuhause.
Der Döbel ist ein echter Allesfresser und in Salmonidengewässern als Laichräuber gefürchtet und verpönt. Mit zunehmender Größe entwickelt er sich aber zu einem gefräßigen Räuber und ist daher erfolgreich mit der Spinnrute zu beangeln. Dabei erweist sich der Döbel als nicht wählerisch und ist oft sogar als Beifang beim Hechtangeln mit großen Ködern wie Blinker, Wobbler und Co., wobei ihn auch dicke Schüre und Stahlvorfächer (er gilt eigentlich als vorsichtig und schnurscheu) nicht abschrecken.



Je nach Gewässer sind die Döbel durchschnittlich zwischen 35 und 45 cm groß. Ab 60 cm sind sie als durchaus kapital zu bezeichnen und Ausnahmefische liegen bei ca. 70 cm.



Beim gezielten Spinnfischen auf den Dickkopf, wie der Döbel auch oft genannt wird, empfiehlt sich natürlich ein dem Fisch nach angepasstes Gerät und Ködergröße zu verwenden, dazu später mehr.

Während kleinere und mittlere Fische vorzugsweise in Schulen zusammenleben, sind die kapitalen Döbel eher Einzelgänger, die sich lieber etwas abseits ihrer Artgenossen, aber durchaus in deren Nähe aufhalten.
Dabei sind die besten Plätze meist von großen Fischen besetzt, kleinere Artgenossen werden dabei resolut vertrieben, wenn sie dem Platz zu nahe kommen, wie ich schon oft von diversen Lahnbrücken aus beobachten konnte.

Stand-, bzw. Fangplätze:

Döbel findet man in Fließgewässern eigentlich überall. Besonderes Augenmerk sollte man aber vor allem in der warmen Jahreszeit auf die flacheren und schneller fließenden Bereiche werfen.
Hotspots sind hier vor allem unterhalb der Wehre, wo sie sowohl in der Deckung von Steinen direkt im Wehrschuss stehen können als auch im Auslauf, in den Rückströmungen, in Gumpen, hinter und unter Wasserpflanzen, Dreh- und Kehrströmungen, unter Brücken, besonders gerne stehen sie unter überhängenden Bäumen und Sträuchern.
Auch flache Rieselstrecken bringen immer wieder erstaunlich große Fische hervor.
Schwärme von Brutfischen ziehen Döbel geradezu magisch an, oft stehen sie mitten zwischen der Brut.





Ich habe es oft beim Watangeln unter den Lahnwehren erlebt, dass Brutfische vor mir her vom ganz flachen in das etwas tiefere Wasser geflüchtet sind und dort sofort von lauernden Döbeln angegriffen wurden.
Wo man also in Ufernähe Brutfischschwärme ausmachen kann, da lohnt sich das Angeln immer, denn die Döbel sind nicht weit davon entfernt.

Fangzeiten:

Döbel lassen sich fast das ganze Jahr über fangen, selbst bei Eis und Schnee.



Mit der ersten Wassererwärmung Anfang März kommen die Fische schon in die flachen Gewässerabschnitte zurück, wo sie dann auch zwischen ca. April und Mai (je nach Witterung) ablaichen.
Wo das Spinnfischen ab März schon erlaubt ist, wird man entsprechend auch schon seine ersten Fische fangen können. Die Döbel sind nun hungrig nach dem langen Winter und brauchen Energie für die bevorstehende Hochzeit.
Nach der Laichzeit, die für eine kurze Beißflaute sorgt, geht sofort wieder das große Fressen los, denn nun wimmelt es überall nur so von Brutfischchen und Liebe machen macht ebenfalls hungrig.
Kann man im Frühjahr und Herbst den gesamten Angeltag über mit guten Bissen rechnen (oft fängt diese erst am frühen Nachmittag an), liegen im Sommer wie eigentlich bei allen Fischen die besten Beißzeiten am Morgen und gegen Abend.

Das Gerät:

Obwohl wie oben im Text schon erwähnt der Döbel auch vor großen Ködern nicht Halt macht, sind zum gezielten Fang doch eher kleinere Köder von etwa 4-max. 8 cm Größe ratsam.
Dementsprechend sollte man hier auch seine Ausrüstung zusammenstellen:

Die Spinnrute sollte, je nach Gewässer und dem Platz zum Auswerfen, zwischen ca. 2.10 – 2.70 Meter lang sein, eine schnelle semiparabolische Aktion besitzen und vom Wurfgewicht bei ca. 10-30 Gramm liegen. Zu leicht sollte man die Rute nicht wählen, denn ein 50+ Döbel in starker Strömung bringt schon ordentlich Druck auf die Rute, allerdings sollten auch sehr leichte Köder noch ausreichend weit geworfen werden können.



Bei der Rolle sollte es sich um eine Stationärrolle mit einer Schnurfassung von ca. 100-150 Meter 0.20er Schnur handeln, sie sollte neben guten Kugellagern, wie bei allen Stationärrollen zum Spinnfischen auch über eine unendliche Rücklaufsperre sowie eine fein dosierbare und ruckfrei anlaufende Bremse verfügen. Eine etwas größere Rolle schadet auch nicht, wenn sie gewichtsmäßig zur Rute passt, denn der größere Spulendurchmesser ermöglicht damit größere Wurfweiten.

Bei der Schnur favorisiere ich hier im Gegenteil zum schwereren Spinnfischen eher eine monofile Schnur in der Stärke von ca. 0.18-0,20 mm, allerdings bei höherem Wasserstand und hängerreichem Untergrund weiche ich auch auf eine dünne geflochtene (multifile) Schnur aus, da ich damit den einen oder anderen Hänger noch lösen kann.
Für Döbel selbst braucht man kein Stahlvorfach, wenn allerdings Hechte im Gewässer vorkommen, dann sollte man unbedingt ein dünnes Stahlvorfach vorschalten, auch größere Hechte vergreifen sich gerne an sehr kleinen Ködern….

Spinnköder:

Obwohl wie schon erwähnt der Döbel auch vor großen Ködern nicht zurückschreckt, sollte man beim gezielten Spinnfischen auf die Dickköpfe auf kleinere Köder zurückgreifen, die seinem gewöhnlichen Beuteschema entsprechen.
Meist stehen Döbel zumindest relativ flach, so das man beim gezielten Spinnfischen auf sie eher flach laufende Köder verwenden sollte.

Die Auswahl an geeigneten Ködern ist sehr groß und beinahe unüberschaubar, weswegen ich mich hier auf die von mir gefischten Köder beschränken werde. Diese Auflistung erhebt deswegen keinen Anspruch auf Vollständigkeit und es gibt sicher viele andere Köder, die ebenso fängig sind.

Ein sehr fängiger und vor allem für Neulinge leicht zu führender Köder ist der Spinner.
Geführt werden diese durch einfaches Einkurbeln und empfehlenswert in der Größe 1-3.
Für das Fischen in stärkerer Strömung empfehlen sich eigenschwere Spinner mit schmalem länglichem Blatt.
Wichtig ist hierbei, dass das Spinnerblatt schon bei dem kleinsten Zug anfängt zu laufen, deswegen lieber auf Markenprodukte bekannter Hersteller zurückgreifen. Ich vertraue bei Spinnern vor allem der Marke Mepps.

Ein weiterer guter Köder ist der Blinker.
In der Strömung werden auch diese Köder durch einfaches Einkurbeln geführt, allerdings kann man diesem durch Rucke über die Rutenspitze und durch Wechsel der Einholgeschwindigkeit noch zusätzliche Reize verleihen.
Bestens geeignet sind schmale längliche Blinker wie z.B. der ABU-Toby.

Auch kleinere Gummifische oder Twister eignen sich in Größen bis etwa 8 cm für die gezielte Döbeljagd, allerdings würde ich hier in der starken Strömung und den dadurch zu erwartenden vielen Hänger nicht zum Jiggen raten sondern sie eher durch normales Einkurbeln führen.
Ich persönlich habe schon einige auch kapitale Döbel auf Gufis gefangen, allerdings eher als Beifang beim Barsch- oder Zanderjiggen in ruhigeren Abschnitten.





Meine allerliebsten Spinnköder für Döbel sind aber eindeutig Wobbler.

Wobbler gibt es in allen möglichen Größen, Formen, Farben und für jede zu befischende Tiefe, es gibt sie sowohl schwimmend als auch sinkend.
Ich bevorzuge bei der Döbelpirsch schwimmende, kleine Wobbler von ca. 4-8 cm Größe. Diese kann ich sowohl werfen als auch mit der Strömung an verdächtige Stellen treiben lassen, die nicht oder nur sehr schlecht anzuwerfen sind (überhängende Bäume und Büsche).
Hierbei ist mein absoluter Lieblingswobbler der Salmo Hornet in 4 cm, 3 Gramm Gewicht, ein absoluter Topköder, der selbst beim Einholen gegen starke Strömung einwandfrei läuft und sich sehr stark vibrierend Richtung Grund bohrt, währenddessen im Gegensatz dazu so mancher Wobbler anderer Hersteller schon längst unkontrolliert an der Oberfläche schliddern.





Auch kleine Jerkbaits wie der 7cm Salmo Hornet sind eine echte Bank auf die Dickköpfe, wie der Fang dieses 63ers beweist



Meinen bislang größten Döbel von 67 cm fing ich im Übrigen vor vielen Jahren auf einen kleinen, 7 cm langen Popper (leider war das vor der Digicamzeit) beim Barschangeln und auch heute gehen mir immer wieder gute Döbel auf diese Köder, wie folgendes Bild zeigt...



Taktik und Köderführung:

Auch wenn der Döbel gerade beim Rauben nicht gerade wählerisch ist, so ist er aber sehr empfindlich und vorsichtig, was Störungen und Bewegungen am Ufer angeht. Dadurch dass er meist relativ flach steht, bekommt er diesbezüglich eine Menge mit.

Aus diesem Grund sollte man sich schon rein äußerlich nicht vom Hintergrund abheben, also keine grellen Sachen anziehen. Es kann sogar angebracht sein, sich bei flachen Ufern regelrecht an verdächtige Stellen anzuschleichen, damit man sich nicht als Silhouette gegen den Himmel abhebt.



Des Weiteren sollte man vorsichtig am Ufer auftreten, um Erschütterungen zu vermeiden, die sich im Wasser schnell fortpflanzen und den Döbel warnen.

Wenn es das Gewässer und die Gewässerordnung zulassen, ist das Watfischen sehr hilfreich.
Zum einen kann man damit seinen Aktionsradius deutlich erweitern und Stellen befischen, an die man vom Ufer nicht herankommt, zum anderen wird ein vorsichtig watender Angler nicht so leicht als Gefahr wahrgenommen. Allerdings sollte man dies nur bei geeignetem Wasserstand und Strömung machen und das Gewässer sollte einem möglichst bekannt sein.
Hier gilt es äußerst vorsichtig zu sein und jeden Schritt genau abzuwägen.
Eine Polarisationsbrille und/oder ein Watstock sind hier eine große Hilfe, kein Fisch der Welt ist es wert, sein Leben dafür zu riskieren.

Taktik:

Bevor ich an einer geeigneten Stelle ins Wasser steige, fische ich die nähere Umgebung erst einmal gründlich ab, es könnte sich ja ein Döbel in der Nähe aufhalten, den ich sonst vergrämen würde.
Beim Waten sollte man ebenfalls bedenken, dass die Strömung aufgewirbeltes Sediment nach unten wegspült, auch das kann die Fische warnen.

Döbel stehen eigentlich immer mit dem Kopf gegen die Strömung, von daher sind Würfe stromauf meist erfolgreicher wie stromab. Sie sind es gewohnt, dass die Nahrung auf sie zutreibt oder -schwimmt, ein von hinten an ihnen vorbeiziehender Köder könnte sie argwöhnisch werden lassen.
Aus diesem Grund platziere ich gewöhnlich die ersten Würfe stromauf, dann schräg stromauf, quer zur Strömung und letztlich schräg stromab.
Kurz vor Ende des Wurfes bremse ich die Schnur ab und lege den Schnurfangbügel der Rolle um. Dadurch landet der Köder an gestreckter Schnur auf dem Wasser und ich kann sofort mit dem Einholen beginnen, bzw. bin sofort für einen Anschlag bereit.

Beim Wurf stromauf muss ich schnell Kontakt zum Köder herstellen und mit dem Einholen beginnen. Die Einholgeschwindigkeit sollte hierbei schneller sein als die Strömung, damit der Köder vernünftig laufen kann, er benötigt dafür einen gewissen Wasserwiderstand. Bisse kommen jetzt meist sehr deutlich bis brachial und erfordern einen sofortigen Anschlag. Natürlich sollte man die Bremse vor dem Angeln auf die Schnurstärke optimal einstellen, durch die mangelnde Dehnung bei multifilen Schnüren empfiehlt sich bei deren Verwendung eine etwas weichere Bremseneinstellung gegenüber der Monoschnur, die ja als zusätzlicher Puffer dient.

Die Köderführung beim Wurf schräg stromauf ist weitestgehend mit der stromauf identisch.
Irgendwann, je nach Wurfweite, Einholgeschwindigkeit und Strömungsstärke unterschiedlich kommt ein Punkt, an dem der Köder kurz innehält bzw. aufhört zu arbeiten, dies merkt man deutlich in der Rute. Das ist der Punkt, an dem er quer zur Strömung nach stromab gedrückt wird.
Hier heißt es jetzt besonders gut aufpassen, denn genau jetzt kommen sehr viele Bisse. Ansonsten weiterhin den Kontakt halten und nur langsam weiter einspinnen, damit der Köder quer Strömung in einem Bogen an meine Seite gedrückt wird.
Auch hier kommt jetzt noch mal ein kurzer Moment, in dem der Köder verharrt, bevor ich ihn nun gegen die Strömung einhole und der oft von heftigen Bissen begleitet ist.
Bei den Würfen quer zur Strömung und schräg stromab nehme ich ebenfalls sofort Kontakt zum Köder auf, kurbele aber relativ langsam. Gerade so schnell dass ich spüre dass der Köder vernünftig arbeitet und lasse ihn wiederum von der Strömung in einem Bogen auf meine Uferseite zutreiben. Dieses „in der Strömung treiben und arbeiten lassen“ gelingt am besten mit schwimmenden Wobblern, deswegen meine Vorliebe dafür bei dieser Angelart.

Kann ich das gegenüberliegende Ufer direkt anwerfen, kommen auch viele Bisse unmittelbar in dem Moment, in dem der Köder kurz vor dem Ufer auf das Wasser auftrifft, also immer schön wachsam sein und den Köder mit geschlossenem Schnurfangbügel an gestreckter Schnur eintauchen lassen, sonst kann man nicht anschlagen bzw. der Anhieb geht ins Leere.
Kann ich einen vermeintlichen Standplatz im Fluss nicht anwerfen, gibt es mit den schwimmenden Wobblern immer die Möglichkeit, den Köder über diese Stelle hinweg treiben zu lassen und dann mit dem Einholen anzufangen.




Anhieb, Drill und Landung:

Der Anhieb beim Biß sollte hier immer sofort und konsequent kommen, sonst hat man eine Vielzahl an Fehlbissen und Drillaussteigern, weil die Haken nicht richtig fassen.

Nach dem Anhieb reagiert der Döbel meist mit einer heftigen Flucht stromab, begleitet von wütenden Kopfstößen. Hier zeigt sich noch einmal die Wichtigkeit der vorherigen Bremseneinstellung, ist sie zu stark, kann der Döbel die Schnur sprengen oder ausschlitzen.
Schwimmt der Döbel dabei auf ein Hindernis zu, so sollte man auf alle Fälle versuchen ihn davor abzuhalten.

Generell sollte die Rute im Drill in etwa einen Winkel von 90 Grad zum Fisch halten, damit dieser gegen die Federkraft der Rute arbeiten muss. Will ich den Fisch in eine andere Richtung zwingen, bietet es sich an, die Rute zwar im gleichen Winkel, allerdings flach über das Wasser zu halten. Dadurch wird der abziehende Fisch gezwungen, einen Bogen zu schwimmen und kommt aus der Richtung.

Zwischen den Fluchten versteht es der Döbel meisterlich, die Strömung auszunutzen, er legt sich einfach quer zur Strömung und lässt diese für sich arbeiten, dabei schlägt er immer wieder mit dem Kopf, was bis in das Handteil der Rute zu spüren ist. Dadurch kommt nun gerade bei einem größeren Fisch ein ordentlicher Druck auf die Rute und man sollte ihn nun vorsichtig zu sich heranpumpen. Dies geschieht durch Anheben der Rute mit gleichzeitigem Heranziehen des Fisches, danach senkt man die Rute wieder, währenddessen man die gewonnene Schnur aufspult. Dabei muss aber immer ein direkter Kontakt zum Fisch vorhanden sein, sonst kann er den Haken abschütteln.

Ist der Fisch ausgedrillt, so legt er sich meist auf die Seite und kann zu sich oder an das Ufer herangezogen werden.
Kleinere bis mittlere Fische lassen sich nun mit der Hand landen (Nackengriff),



größere Fische sollten besser gekeschert werden. Dafür empfiehlt sich beim Watangeln ein spezieller Watkescher, beim Fischen vom Ufer aus ein normaler Stielkescher.



Soll der Fisch nun mitgenommen werden, dann ist er noch vor dem Hakenlösen waidmännisch zu betäuben und zu töten, ansonsten löst man schonend den Haken und setzt ihn vorsichtig zurück.

Beifänge:

Da gerade im Sommer die Wehre und schnellfließenden Abschnitte aufgrund des höheren Sauerstoffgehaltes wahre Fischmagneten sind, kann man hier mit vielfältigen willkommenen Beifängen rechnen.
Diese reichen von den üblichen Raubfischen wie Forelle, Barsch, Hecht, Zander und sogar Wels bis hin zu schwergewichtigen Überraschungen in Form von anderen Friedfischen, dabei besonders oft zum Teil kapitale Barben.



Sind Hechte zu erwarten, sollte man wie schon erwähnt, immer ein dünnes Stahlvorfach vorschalten, in der Strömung stören sich Döbel und Co. nicht daran, sie haben gar keine Zeit den Köder zu prüfen oder näher zu begutachten, sonst wäre der Happen für sie verloren.
Selbst den einen oder anderen Biß weniger nehme ich lieber in Kauf, als das ein Hecht mit vernageltem Maul abreißt und kläglich eingeht.

Ich hoffe, ich konnte euch diese spannende Angelart auf die oft ungeliebten Döbel etwas näher bringen. Die meisten Fließgewässer haben sehr gute Döbelbestände und diese haben mir schon oft den Angeltag gerettet, bzw. mich vor dem Schneider bewahrt.
Da Döbel nicht nur gefräßige Räuber und damit Nahrungskonkurrent anderer Fischarten sind, sondern auch gefürchtete Laichräuber, sollte man sie durchaus dem Gewässer entnehmen.
Sie sind zwar grätenreich, aber haben ein geschmackvolles festes weißes Fleisch und gebraten und sauer eingelegt oder als Fischfrikadellen sind sie eine echte Bereicherung für die Küche.

Gruß euer Lahnfischer